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OK | MUSEUM DER UNTERWELTEN Unterwelten gibt es viele und jede Tiefe braucht ein Zentrum. Ausgangspunkt von Tiefenrausch ist das "Museum der Unterwelten" im OK, das aus mehreren Teilen besteht. Eine kulturhistorische Ausstellung dokumentiert die Faszinationsgeschichte allem Unterweltlichen gegenüber, eine künstlerische Audio-Installation führt durch die verschiedenen Linzer Tiefen und Untiefen, und ein weiteres Kunstprojekt zeigt einen Film aus Found-Footage-Material, gewidmet den populären Mythen der Unterwelt im Mainstream-Kino. Schüler und Schülerinnen zeigen Gegenstände als den "Schlüssel" zu ihrer persönlichen Unterwelt.
Ausgehend von einem architektonischen Rahmen, der sich auf Piranesis Kerkerzeichnungen bezieht, führt die Wandmalerei von Franz Anton Obojes im Stiegenabgang des OK in die Tiefe. Die Verwerfungen unserer Seelenwelt sind ebenso Thema wie Orte und Elemente, die für Untergrund und Unterwelt stehen. Entsprechend Obojes Ansatz, aus seinem umfangreichen Archiv, unterschiedliche Bildvorlagen collagenartig zu verbinden, fügt sich das Behandlungszimmer des Psychoanalytikers, der Bunker und ein Bombeneinschlag mit Bildwelten des Kinos zu einer Repräsentation von Unterwelt und unserer eigenen Abgründe zusammen.
Hunderte Männer tragen händisch einen ganzen Berg ab und landen schlussendlich in einer tiefen Grube - geschürft wird nach Gold - ein Rausch in der Tiefe. Claims werden abgesteckt, verkauft und in rechteckigen Flächen abgegraben. Der dabei entstandene Aushub wird in Säcke gefüllt und von Trägern über schmale Stege und Leitern aus der Grube geschafft. An den Waschstellen wird das Erdreich gewaschen und das edle Material ausgesiebt. Heftige Regenfälle setzen das Loch immer wieder unter Wasser, Pumpen und Schläuche liegen auf der schweren nassen Erde. In der Tiefe suchen Menschen von Schlamm bedeckt und verkrustet nach Glück und Existenz - ein Schauspiel der Begierde. PETER FISCHLI / DAVID WEISS Das Schweizer Künstlerduo Fischli & Weiss ist Meister darin, in den Banalitäten des Alltags unseren Sehnsüchten und Projektionen nachzuspüren. Für ihr "Kanalvideo" greifen sie auf Material des Kanalüberwachungsdienstes der Stadt Zürich zurück, das von einer Kamera im unterirdischen Rohrsystem aufgenommen wurde. Die schnelle Abfolge der verschiedenen Farben und Helligkeiten lässt einen hypnotischen Sog entstehen, die die Tunnelbilder in eine malerische Unterwelt verwandeln.
Tales from the Underworld, 2008 In einem kinoartigen Display erwartet uns die Found-Footage-Arbeit zu Unterwelten im Hollywood-Film von Christoph Draeger und Heidrun Holzfeind. Anhand von Szenen aus ca. 200 Filmen- von Murnaus Nosferatu über Barbarella bis hin zu South Park - wird die Unterwelt im (bewusstseins-) erweiterten Sinn untersucht. Ein verschlungener Horrortrip durch Höhlen, Abgründe, endlose Gänge ins Innerste des Unterbewusstseins, wo urzeitliche Ängste brodeln. Eine psychedelischer Albtraum durch die Filmgeschichte, ein Rollercoaster Ride, wo es stetig immer weiter abwärts geht, Endziel: die Hölle.
(MARTIN BREINDL / NORBERT MATH / ANDREA SODOMKA) Tiefenklang I es ist viel zutage gekommen, 2008 Künstlerische Mitarbeit: Daniel Lercher Das Labyrinth der Linzer Limoni- und Aktienkeller und die Erzählung darüber sind Ausgangspunkt der Arbeit von alien productions. Menschen mit einer Beziehung zu dieser Unterwelt als konkreten Ort führen über ihn Rede. Ihre Stimmen mischen sich an gewissen Punkten in der verwirrenden Anordnung der Installation in den Äther. Mit dem Radio als Empfänger und Orientierung, haben die Erzählfragmente eine indifferente Präsenz auf dem Weg durch den schräggestellten Tunnel und den strahlend weißen Raum mit seinen ungewöhnlichen Perspektiven. Erst am Ende, an der Rohrsprechanlage, sind die Stimmen zu identifizieren.
MUSEUM DER UNTERWELT Eine kulturhistorische Ausstellung von Brigitte Felderer Wer das "Museum der Unterwelt" betritt, findet sich wieder vor einem Wandobjekt von Markus Pillhofer, der auch die anderen Räume des "Museums" gestaltet hat. Der schiefe und geneigte "Gegen-Stand" schließt einen langen und schmalen Gang ab und eröffnet zugleich den Zugang in die ausgestellten Unterwelten. Das "Museum der Unterwelt" geht der grundlegenden Bedeutung von Imaginationsräumen nach, die zwar nahe liegen und doch nicht so ohne weiteres zugänglich sind. Die unterschiedlichen Funde dieser Faszinationsgeschichte dokumentieren die Bedeutung der Unterwelt als einen zentralen Orientierungspunkt unseres Weltverstehens. Kuratorin / Curator: Brigitte Felderer
SCHLÜSSEL ZU MEINER UNTERWELT Im OK werden nicht nur künstlerische und kulturhistorische Sichtweisen auf Unterwelten gezeigt, sondern es gibt auch eine Annäherung auf individueller Ebene. Schülerinnen und Schüler stellen "Leihgaben" zur Verfügung, die aus ihrer eigenen Unterwelt stammen. Es kann sich dabei um einen realen Ort, aber auch um eine vorgestellte, imaginäre Unterwelt handeln. Die Leihgaben sind der persönliche "Schlüssel" jedes Schülers und jeder Schülerin zu dieser ihrer Unterwelt. An die Gegenstände und Objekte werden. Beipackzettel gehängt, auf denen der Zusammenhang erklärt wird. Wie in einem Archiv werden die Gegenstände im Eingangsbereich des Museums der Unterwelten in Regalsystemen präsentiert und von der Decke abgehängt.
Öffnungszeiten: Mo - Do 10.00 - 22.00, Fr 10.00 - 24.00, Sa 10.00 - 24.00, So 10.00 - 22.00 |
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