Presseinformation
Linz, 19.6.2006

 

JABBERWOCKY
19. Juni – 9. Juli 2006

Eine Installation für Leute jeglichen Alters ab ca. 10 Jahren
im Rahmen des Schäxpir Festivals


Grenzüberschreitende Kunstprojekte zwischen den Disziplinen sind seit jeher eine Spezialität des O.Ks. Mit dem Projekt Jabberwocky präsentieren wir einen Grenzgang zwischen Theater und Bildender Kunst - eine produktive Kooperation zwischen toxic dreams, dem Schäxpir Festival und dem O.K.

Basierend auf Lewis Carroll‘s Literaturklassikern „Alice im Wunderland“ und „Durch den Spiegel und was Alice dort fand“ inszenierte die Künstlergruppe toxic dreams eine vergnügliche multimediale Installation, die sich aus Visual Art, Video, Sound, bildender Kunst und alten und neuen Medien zusammensetzt. Eine Gruppe von Künstlern und Künstlerinnen aus unterschiedlichen Bereichen be- und verarbeitetet ihren Zugang zu Lewis Carrolls Alice Büchern.
Der Titel Jabberwocky bezieht sich ein spiegelverkehrtes Nonsens-Gedicht, das Alice zu lösen hat.

Die im Rahmen der Installation gezeigten Werke kreieren eine Art Marktplatz, auf dem das Publikum zwischen den einzelnen Arbeiten wandeln kann und sich die Reise und damit die Geschichte(n) selbst zusammensetzt. Die Dimension der sinnlichen, physischen Erfahrung durch das Publikum ist dabei ein wichtiger Aspekt. Der in den Alice Büchern zentrale Akt der fortlaufenden (physischen) Transformation soll von den BesucherInnen – egal welchen Alters – nachvollzogen werden. Unsere Außenwelt, das, was sich uns als Wirklichkeit und absolut präsentiert, wird laufend in Frage gestellt – die Ausstellung hat keinen Anfang und kein Ende oder viele davon, oben und unten, links und rechts werden unklare Dimensionen, Alltagsobjekte verlieren ihre Funktionalität – sie sind noch, was sie sind und gleichzeitig auch etwas anderes.
Eine fantasievolle Reise für die BesucherInnen, die kreativ stimulierend einen nachhaltigen Eindruck nicht nur für Kinder und Jugendliche hinterlässt.

Die Gesamtinstallation besteht aus einzelnen Modulen und zieht sich durch den ganzen zweiten Stock des O.Ks. In allen (Zwischen)Räumen und Stiegenhäusern werden weitere Sound- und Videoarbeiten sowie Objekte, Skizzen und Barrieren platziert.

Flamingogarten
Der Stiegenaufgang zum 2. Stock und die weiterführende Außenstiege wird zum Flamingogarten. In und an den Flamingos befinden sich winzige Videomonitore und Soundquellen, deren Inhalte über Sensoren durch das Publikum aktiviert werden.

Jabberwocky
Mehrere Türme aus alten Fernsehern schaffen einen engen Durchgang. In manchen der TV Sets befinden sich Monitore, auf denen fünf Personen im Endlosloop das Wort „Jabberwocky“ intonieren. Ein Fernsehiglu beheimatet eine Hasenfamilie. Weitere kleine Objekte und Installationen befinden sich im Raum.

Family
In einer Art Wohnzimmerarrangement befinden sich vier Sessel mit alten Telefonen. Von der Decke hängen vier Monitore, auf denen vier fiktive Familienmitglieder zu sehen sind – zwei Erwachsene und zwei Jugendliche. Davor vier alte Plattenspieler mit Schuhen. Jedes Familien-mitglied hat seine eigenen Alice-Geschichten, die via Telefon „angerufen“ werden können.

Big Boy Drummers
Auf vier Monitoren drei Drummer, dazu ein Trampolin. Sensoren am Trampolin steuern Video, Licht und Sound. Laut und wild.

Türinstallation
Auf jede der vier Wände wird eine Tür projiziert, durch die ständig Frauen und Mädchen verschiedenen Alters, in ständig wechselnder Kleidung für alle Jahreszeiten und Anlässe, herein- und/oder hinaustreten. Das Publikum bildet den Kreuzungspunkt der Zeiten und Räume – durch die präzise zeitliche Abstimmung der simultanen Ein-/Ausbewegungen entsteht das Gefühl, dass Zeit, Altern, Jahreszeitenwechsel „durch einen durchgehen“. Innen- und Außenraum sind sowohl physisch als auch metaphorisch.

Labyrinth
ist ein durch Wände und andere Blockaden labyrinthartiger Raum, innerhalb dessen die Geschichten „erkrochen“ werden müssen.

Karussell
ist eine karussellähnliche Rauminstallation, an der Bewegungssensoren die Tätigkeit des Publikums messen. Die Ergebnisse aus diesen Messungen steuern die Video- und Sound-übertragung im Saal. Wer sich auf diesen Spielplatz begibt, wird mit der Zeit herausfinden, dass mit der eigenen Bewegung Bild und Ton gesteuert werden können.

Möbelinstallation
Im mit Gummibändern verspannten Raum befinden sich mehrere Einzelobjekte – meist alte Möbelstücke – deren Kontext verschoben wird. Innerhalb dieser Objekte befinden sich Sounds und/oder Videos. Die Objekte schaffen einen intimen Raum für Einzelpersonen.

Dreams
Ein Bett, darüber ein Monitor und eine Kamera, die den Kopf des Liegenden filmt. Der Computer transformiert das Bild und schickt es an den Monitor.

Mikrolandschaft
Eine Sound/Textlandschaft aus beleuchteten Mikrohäuschen in einer Wiesenlandschaft. Der Raum ist extrem niedrig, das Publikum muss sich in die Landschaft legen, um den Geschichten lauschen zu können.


Installationen und Objekte:
Michael Strohmann, Mathias Gmachl, Yosi Wanunu, Johannes Hoffmann, Nira Pereg, Martin Pichlmair, Otmar Wagner, Oswald Berthold, Erich Goldmann,
SpielerInnen/SprecherInnen
Irene Coticchio, Elisabeth Prohaska, Philippa Galli, Daniel Aschwanden, Nadia Trallori, Gerti Schrottenbach, Flora Proshaska, Elias Chira, Sara Koss,
Konzept und Gesamtleitung
Yosi Wanunu, Michael Strohmann, Johannes Hoffmann, Mathias Gmachl
Produktion
Kornelia Kilga

toxic dreams, gegründet 1997 von Yosi Wanunu (Director) and Kornelia Kilga (Producer).
www.toxicdreams.at; ongoing.nightmares.toxicdreams.at


Presseinformation:
Maria Falkinger, O.K Centrum für Gegenwartskunst, Dametzstr. 30, 4020 Linz; T. +0732.784178-203,
Maria Falkinger