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Pressemitteilung
Oliver
Dorfer, Gerhard Gutenberger, Gudmundur
R. Ludviksson, Pepi Maier, Für dieses Projekt jedoch führte der Weg an die nordwestliche Peripherie Europas, auf eine Insel, die wegen ihrer sprachlichen Tradition, ihrer außergewöhnlichen landschaftlichen und klimatischen Bedingungen und nicht zuletzt wegen ihrer vergleichsweise geringen Bevölkerungsdichte in vielerlei Hinsicht einen Sonderstatus einnimmt. Island stand als Ziel auf den Tickets einer heterogen zusammengesetzten KünstlerInnengruppe, die als posttouristische Reisegruppe aufbrach, um eine Insel zu erkunden, die medial höchstens punktuell wahrgenommen wird, während sie kulturell als Herkunftsland von Popstar Björk oder jüngst als Heimat der Band Sigur Ros ins Blickfeld gerückt ist. Die Ausstellung versteht sich somit als Ergebnis einer Expedition, deren Triebkraft die Lust, das Fremde oder Andere Islands zu erkunden, war. Im Handgepäck ein kleines von kuratorischer Seite formuliertes Auftragspapier brachten die reisenden KünstlerInnen ihre teils subjektiven Eindrücke mit, um diese wiederum in die ihnen vertrauten Sprachen und visuellen Ausdrucksmittel zu transformieren. Das Ergebnis ist eine Zusammenschau aus Fotoarbeiten, Videos und Installationen sowie tagebuchartig zusammengefassten Reiseeindrücken, die sich im Dialog mit der außergewöhnlichen Landschaft und den besonderen Lebensbedingungen auf Island ergaben. Eine für Island typische Schutzhütte etwa baut Gerhard Gutenberger, für den die Insel als ehemaliger Arbeits- und Lebensmittelpunkt Dieter Roths Bedeutung gewann, im großen Saal des O.K nach. Das Innere dieses architektonischen Zitats wird mit zahlreichen Erinnerungsstücke wie Bildern, Fotos und kleineren Objekten ausgestattet. Pepi Maier, der in der Fischereination Island ursprünglich der Kulturgeschichte des Umgangs mit dem Kabeljau nachspionieren wollte, reflektiert die Erfahrung von Wasser und Kälte und den damit verbundenen rauen Lebensbedingungen in Form einer abstrakten, vereisten Spirale, die in der Schlucht des O.K installiert wird. Ausgangspunkt für eine Video- und Audioinstallation von Josef Ramaseder wiederum sind physikalisch- und psychologisch bedingte Phänomene der Schwellenwahrnehmung und das Erleben von Licht. Beate Rathmayr setzt ihre Reise durch das Land mit der niedrigsten Bevölkerungsdichte Europas und dessen vordergründig vorhandene extreme Lichtverhältnisse unter anderem in Beziehung zu ihrer bisherigen Arbeit, wo in den mit „Dreamteams“ übertitelten Fotoarbeiten Bilder einzelner Menschen zu sozialen Gruppen zusammengefügt werden. Rathmayrs Ausstellungsbeitrag zeigt Aufnahmen spezieller öffentlicher Plätze wie zum Beispiel Schwimmbäder und Sportplätze. Oliver Dorfer sieht das Moment der Reise als realtime-movie, das sowohl vor als auch hinter der Netzhaut spielt. Dieser Zugang manifestiert sich in seiner Wandinstallation aus zahlreichen Leuchtkästen mit Comics und am Computer gesampeltem Erzählmaterial, die wie ein nachgereichtes storyboard der Reise wirkt. Claudia Plank und Hans Werner Poschauko führen in hypnotische Bildwelten. Aus ihrem per Video aufgezeichneten mitgebrachten Material komponierten sie eine begehbare Doppelprojektion, die von eigens dafür gestalteten Sounds begleitet wird. (Musik: Ruei-Ran Wu) Auch eine Künstlerfreundschaft und –kooperation wurde zu einem zentralen Moment dieser Island-Reise. In Folge dessen wurde der isländische Künstler Gudmundur R. Ludviksson nach Linz eingeladen, um vor Ort ein Projekt zu realisieren. Seine speziell für dieses Ausstellung konzipierte Soundinstallation geht von den im Zusammenspiel der Naturelemente Wasser und Feuer entstehenden Klängen aus, die über eine Tonanlage verstärkt zu hören sein werden. Ebenfalls als Mitbringsel der reisenden KünstlerInnen zu verstehen ist die Präsentation „Zeitgenössische Kunst in Island“ durch das Living Art Museum, Reykjavik in Form von Katalogen, Videos und anderen Dokumenten. Idee: Pepi
Maier, Josef Ramaseder, Beate Rathmayr Tide, 2003 Wenn man Reise als realtime-movie, das vor und hinter der Netzhaut spielt versteht, so ist die, in Reaktion auf diese Islandreise entstandene Arbeit tide, das nachgereichte storyboard dazu. Oder anders gesagt: das Comic zum Film. Präsentiert werden die von Oliver Dorfer generierten Bilder auf Folien in einer Reihe von Leuchtkästen. tide ist eine am Computer gesampelte Verzahnung von visuellem Erzählstoff, der sich aus verschiedensten Inputs (Skizzen, Zeichnungen, gescannten Fotofragmenten etc.) - während und nach der Islandreise entstanden, speist, ohne auf direkt narrative Lesbarkeit zu verweisen. Eher schon handelt es sich um bad icons, disfunktionale Bildsymbole. Oliver Dorfer Arbeit an Zeichnung, Malerei, Skulptur und Druckgraphischen Techniken wie Lithographie und Carborundumdruck Seit 1989 diverse
Preise und Stipendien für Bildende Kunst ( u.a. Talentförderungspreis
des Landes OÖ, Förderpreis der Stadt Linz für Bildende
Kunst, Bauholding Förderpreis für Bildende Kunst ( 1. Preis),
26. österreichischer Graphikwettbewerb Innsbruck (Preis der Bundeshaupt-stadt
Wien). Schutzhütte,
2003 Gutenberger hat
eine für Island typische Schutzhütte aus Holz ist im großen
Saal des O.K nachgebaut. Die Hütte beherbergt seine Erinnerungen
an Island - wie es war und doch so nie gewesen ist: Gerhard Gutenberger,
Studium an der
Hochschule für künstlerische und industrielle Gestaltung Linz
(Prof. Gsöllpointner), Diplom 1994; Kunstakademie Prag (Prof. Milan
Knizak); Zahlreiche Preise
und Auszeichnungen Darkness Ecco,
2003 Die Installation
von Gudmundur R. Ludviksson besteht aus verschiedenartigen Metall-platten,
die von der Decke hängen. Über jeder dieser "Metallskulpturen"
ist ein tropfender Wasserbehälter montiert, darunter jeweils eine
Feuerquelle (Gas). Die Arbeit verweist auf Höhlen in Island, in denen sich durch die natürlichen Gegebenheiten die unterschiedlichsten “Tropf-Klang-Symphonien“ ergeben. Gudmundur R.
Ludviksson Ausbildung zum Küchenchef an der Hotelfachschule Island, Multimediastudium an der Kunstakademie Island, Kunstakademie Rotterdam Niederlande, Kunstakademie Frankfurt, D Zahlreiche internationale
Ausstellungen und Performances (Auswahl): Twist Below Zero,
2003 Eine dickvereiste Kupferrohrspirale mit mehr als einem Meter Durchmesser füllt die gesamte Schlucht des O.K. Freischwebend schlängelt sich das Objekt durch den leicht gekühlten Raum, begleitet vom Lärm der Kompressoren in den Kühlgeräten. "Twist Below Zero" ist kein Bild für den vielzitierten Tanz auf dem Vulkan, sondern vielmehr ein Symbol für die durch die rauen Umstände in Bewegung gehaltenen Lebensformen an der Grenze zum Polarkreis - ein Kühlaggregat als Reminiszenz an Island. Pepi Maier Zahlreiche Preise
und Auszeichnungen u.a. 1989 Kunstförderstipendium der Stadt Linz;
Ausgewählte
Gruppenausstellungen Claudia
Plank landscape without
mirrors, 2003 Musik: Ruei-Ran Wu landscape without
mirrors ist eine Videoinstallation mit zwei gegenüberliegenden
Leinwänden. Die gegenüberliegende
Doppelprojektion ist somit eine Versuchsanordnung, die jede Zuschauerin
und jeden Zuschauer etwas anderes sehen lässt als die Anderen und
niemanden alles. Claudia Plank leben und arbeiten in Wien, Zusammenarbeit seit 1990 Studium an der Hochschule für angewandt Kunst und Post-graduate Studies an der Jan van Eyck Academie, Maastricht Zahlreiche Ausstellungen
und Performances, u.a. (Auswahl) Gruppenaustellungen Aurora popularis,
2003 Josef Ramaseder konfrontiert das Publikum in seiner Installation mit physikalisch-psychologischen Phänomenen der Schwellenwahrnehmung. Er arbeitet mit minimalen Lichtstärken an der Grenze des sinnlich Wahrnehmbaren und erzeugt dadurch verschiedene optische Illusionen. Ein komplett schwarz
ausgelegter Raum mit nahezu perfekter Lichtabschirmung fungiert nicht
nur als Präsentationsraum während der Ausstellung, sondern
war bereits im Vorfeld Location für Videoaufnahmen und die Entwicklung
der Arbeit. Josef Ramaseder 1974-1980 Universität
Wien, Medizinstudium zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland vatn, 2003 Iceland – Island: our land; little nothing – places of interest Beate Rathmayr beschäftigt sich in ihren Fotoarbeiten mit der Definition von sozialen Gruppen. Durch Montage fügt sie die Aufnahmen von Menschen zu Gruppen zusammen. Es entstehen imaginäre Gemeinschaften, sogenannte „Dreamteams“. Auch in ihrem Islandprojekt nimmt sie die Auseinandersetzung mit dem Thema der Zusammengehörigkeit auf. Daraus entstehende Fragestellungen ergeben sich sowohl durch Reise als Gruppe, wie auch durch das Erleben einer Insel mit äußerst geringer Bevölkerungsdichte. Der Ausstellungsbeitrag zeigt Aufnahmen von öffentlichen Plätzen, wie zum Beispiel Schwimmbädern und Sportplätzen. Ein Versuch der Definition von Dorf und Stadt – dem Zusammensein von Menschen. Beate Rathmayr
Studium an der Hochschule für künstlerische und industrielle Gestaltung MK Textil und an der Hogeschool Rotterdam. 1996/97 Studienassistenz an der HFG Linz (MK Textil). 1997/98 Arbeitsstipendium des Bundes. 2002 LKA Stipendium der Stadt Linz für Reykjavik/Island. 2002 Talentförderungsprämie des Landes Oberösterreich für bildende Kunst. Zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland (Auswahl): 1997 „European
artists“ Living Art Museum, Reykjavik, Island |