| Pressemitteilung O.K spektral Carl Michael
von Hausswolff Kurator:
Roland Schöny Der schwedische
Soundexperimentalist und Musiker Carl Michael von Hausswolff zählt
zu den Frontfiguren im Bereich radikaler Klangperformance. Als Künstler
und Ausstellungskurator beschäftigt er sich außerdem seit
mehr als zwei Jahrzehnten mit Grenzsituationen im Alltag und im Feld
der Kultur. Das Konzept für die Gestaltung dieser begehbaren Rauminstallation beruht auf Hausswolffs Faszination für so genannte Alte Medien der Elektronik. Es steht auch in der Tradition seiner Auseinandersetzung mit den uns umgebenden physischen Realitäten im unsichtbaren Bereich, die Materialisierung von Informationsflüssen und energetischen Feldern. Carl Michael von Hausswolff wurde zunächst von sehr unterschiedlich orientierten und höchst singulären Figuren wie etwa von dem Elektronikpionier und Komponisten Karl Heinz Stockhausen oder von der seriellen Musik Luigi Nonos beeinflusst. Aber auch Free Jazz Größe Peter Brötzmann sowie dessen musikalischer Gegenpart Brian Eno mit seinen sanften Ambient Sounds bilden frühe Eckpunkte in seiner Entwicklung. Hausswolff selbst agiert mit unterschiedlichen Medien. Beispielsweise experimentierte er mit Radiofrequenzen und nutzte bis in die 1990er Jahre den Tape-Recorder als beliebteste Dokumentations- und Soundwaffe. Parallel dazu machte er Studien mit dem Klang einfacher Sinusschwingungen, um allmählich zur Arbeit mit DAT-Band, Sampler und Laptop überzugehen. Seine Installationen mit technisch industriellen Elementen des halböffentlichen Lebens stellen Fragen nach dem Kern von Kommunikation. Als Bildender
Künstler begründete von Hausswolff gemeinsam mit seinem Musikerkollegen
Leif Elggren das Königreich Elgaland-Vargaland als fortdauerndes
Projekt einer virtuellen Nation, die im Jahr 1994 diplomatische Beziehungen
zum NSK-State rund um die slowenische Gruppe IRWIN aufnahm. Darüber
hinaus war Carl Michael von Hausswolff im Rahmen zahlreicher Großausstellungen
wie Cities On The Move VI in Bangkok, auf der Documenta X der 2. Johannesburg
Biennale vertreten; 2001 war er Co-Kurator des Nordischen Pavillons
auf der Biennale von Venedig und im Jahr 2003 Kurator der Göteborg
Biennale für zeitgenössische Kunst an der KünstlerInnen
wie Teresa Margolles, Kendell Geers, Kim Gorden, Candice Breitz, Franz
Pomassl oder Carsten Höller teilnahmen. Gemeinsam mit dem Elektroniker Andrew McKenzie trat Carl Michael von Hausswolff als Teil von dessen Hafler-Trio auf und stieß im Zuge seiner exzentrischen Beschäftigung mit ungewöhnlichem Tonmaterial auf den 1987 verstorbenen und in Schweden populären Tonbandstimmen-Forscher Friedrich Jürgenson, dessen Archiv Hausswolff in zahlreichen Ausstellungen – wie derzeit etwa im Rahmen von Phonorama am ZKM in Karlsruhe präsentiert. In seiner Installation The Complete Operations Of Spirit Communication greift Carl Michael von Hausswolff zentrale Themen seiner bisherigen Arbeit auf und adaptiert sie für ein eigens für die Reihe O.K spektral erstelltes Display.
Aktuelle CD: CM
VON HAUSSWOLFF: Rats / Rattor(Laton 031) ausgewählte
Einzelausstellungen (1995-2001): ausgewählte
Gruppenausstellungen (1996 – 2002) Presseinformation: Maria Falkinger, t:+43.732.784178-203, m.falkinger@ok-centrum.at |