| Pressemitteilung
Linz, 27.5.2003
Anna Gudmundsdottir
"The offer no one can refuse, only
because the majority was invented"
28. Mai - 13. Juli 2003
O.K Centrum für Gegenwartskunst OÖ
Eröffnung: 27. Mai 2003, 20.00 Uhr
Kuratorin: Stella
Rollig
Das O.K Centrum für
Gegenwartskunst zeigt eine große Einzelausstellung der 1974 geborenen
norwegischen Künstlerin Anna Gudmundsdottir.
Entsprechend dem Ziel des O.K jungen, noch weniger bekannteren KünstlerInnen
vor Ort die Entwicklung und Präsentation einer neuen Arbeit zu
ermöglichen, entwickelt Anna Gudmundsdottir als Artist in Residence
im O.K eine raumgreifende Installation mit Wandmalereien
Mit ihrer Malerei
ist Anna Gudmundsdottir auf der letzten manifesta in Frankfurt 2002
mit einer großen Wandarbeit im Städel Institut aufgefallen.
Auf schweinehautfarbenem Untergrund zogen sich unter dem Titel "Put
the system in your box - Pick it up - Eat it - Get sick, Find another
system in your box - Run away from it - Get sick, Find some new places
to put your dick - Eat it - Get sick, CONGRATULATION!" in einander
verschränkte Bildmotive über mehrere Räume.
In ihrer Arbeitsweise
übersetzt Anna Gudmundsdottir, collageartig verwoben, vorgefundenes
Bildmaterial in eine sich über mehrere hundert Quadratmeter erstreckende
malerische Gesamtinszenierung.
Die Bildmotive, vorrangig aus historischen Enzyklopädien entnommene
Illustrationen, kombiniert sie mit eigener Malerei zu einer neuen Bildwelt.
Unabhängig vom ursprünglichen Zusammenhang werden Bilder als
Repräsentationen bestimmter historischer Situationen in der Neumontage
einem Bedeutungswandel unterworfen. Durch die Übersetzung mittels
Sprühtechnik und linearem Farbauftrag entsteht zusätzlich
zum Verlust des Kontexts eine Nivellierung der ursprünglichen Techniken
(Stich, Zeichnung, Fotografie), wobei der gesamte Raum zur Bildfläche
und Leinwand wird.
Im O.K wird Gudmundsdottir
die unterschiedlichen Räume des Erdgeschosses nutzen um verschiedene
Schwerpunkte einer Gesamterzählung schaffen, die auch formal akzentuiert
werden. Die Spraytechnik in Anlehnung an Graffiti und Tagging wird als
ästhetisch raue Sprache eingesetzt, die wiederum von anderen malerischen
Schichten überlagert das Fragmentarische der Erzählung betont.
Unter dem Titel
"The offer no one can refuse, only because the majority was invented"
geht es ihr um einen möglichen Umgang mit dem System Wissen.
Eine Materialsammlung von 400-500 Bildern fungiert dabei als Bildarchiv
und Ausgangspunkt. Enzyklopädien als methodische Ausformungen eines
kanonisierten Wissensbegriffs stehen für einen möglichen Umgang
mit der Geschichte. In einer solchen historischen Bestandsaufnahme wird
die Konnotation des historischen Materials und das Verstehen desselben
vorgegeben. Das Herauslösen aus einem „sinnvollen“
Zusammenhang geht auch mit der Idee einher, etwas zu verwenden, das
aus heutiger Sicht eigentlich nicht mehr, oder nur in bestimmtem Kontext
gebraucht wird.
Dem intendierten „missverständlichen“ Umgang mit historischen
Motiven und Erzählweisen entspricht auch seine Umsetzung im traditionellen
Medium der Malerei. In der von Anna Gudmundsdottir geschaffenen sinnlichen
Bilderwelt entsteht eine individuelle Enzyklopädie mit offenen
möglichen Bedeutungskonstellationen.
Anna Marie
Sigmond Gudmundsdottir
Geboren 03.01.1974, Reykjavik/Island.
Lebt und arbeitet in Oslo/Norwegen.
Ausbildung: 1994-2000, Vestlandets
Kunstakademi. Bergen /Norwegen.
1996-1997, Mindlistaskolan
i Reykjavik/Island.
1992-1994, Kunstskolen i Rogaland. Stavanger /Norwegen.
Einzelausstellungen:
2002: "Sørlandets
Kunstmuseum" Kristiansand. Norwegen.
Møt@HelligeLaura.HongKong
2000: "Gallery: Døgnfluen" Bergen/ Norwegen. One way
vision 1
2000: "Gallery :By the way" Bergen/ Norwegen. Looking for
Stella.
1999: "Gallery: U.S.F" Bergen/ Norwegen. Dirt Devil.
1999: "First Marine Hotel" Bergen/ Norwegen.(Hotel-project).
One man room.
1994-96."Grieg Concert Hall" Bergen/ Norwegen. 17, nigth conserts.
Grand piano.
Group shows:
2002: Nuart festival.
Stavanger Norwegen. "Mann med kone på vei til aftenkonsert
i Rauland"
2002: Gallery nr.9. Oslo: Norwegen. "Kalbeste Del tandrompercom"
2002: Uks Gallery. Oslo. Norwegen. "Simsalabim"
2002: Manifesta 4 (Städel Museum) Frankfurt. "One way vision
screen" (Pink Pig)
2001: "UKS.biennalen of Norwegen " Oslo/ Norwegen. One way
vision 2
2000: "American Fine Art" New York. Coal By Any Other Name.
2000: "Bergen kunstmuseum"(The autumnal exhibition of Norway)
One Way Vision 2.
1999: "Arfestival in Lofoten, Neste Stopp", Norwegen. "The
world strongest social client"
1999: "Gallery: Kunstnernes hus" Oslo (The autumnal exhibition
of Norwegen). Hunters.
1999: "Bergen kunstforening" Bergen/ Norwegen. Brain, Mind
And Misbehaviour.
1997: "Rogaland kunstforening" Diagnose" Stavanger/ Norwegen.
G101-G102 J104-J110
Presseinformation: Maria Falkinger, O.K Centrum für Gegenwartskunst
OÖ, Dametzstr. 30, 4020 Linz, T:+732.784178-203, m.falkinger@ok-centrum.at,
www.ok-centrum.at
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