Ars Electronica 2009
PRESSEINFORMATION

3.9.2009


OK | CYBERARTS 09
Prix Ars Electronica Exhibition

4.Sept. – 4.Okt. 2009

 

PRESS (english)


Das OK Offenes Kulturhaus Oberösterreich produziert und präsentiert neue, aktuelle Strömungen und Tendenzen in der zeitgenössischen Kunst. Die CyberArts Prix Ars Electronica Ausstellung ist seit Jahren ein wichtiger Teil des ambitionierten Programms von wechselnden Themenausstellungen und Einzelpräsentationen. Die medientechnische Kompetenz des OK und das Know How bei der Produktion von Kunstprojekten kommt auch in der installativen Umsetzung von der Computerkunst zum Tragen.

Die CyberArts 2009 vereint die besten und interessantesten Einreichungen des Prix Ars Electronica, des internationalen Wettbewerbs für Computerkunst hervor und sind eine Leistungsschau der digitalen Kunst weltweit. Das OK präsentiert die Preisträgerprojekte und Anerkennungen der Kategorien Interactive Art, Digital Musics und Hybrid Art. Die KünstlerInnen präsentieren ihre Werke vor Ort und sind großteils während des Festivals anwesend.

Kennzeichnend für die Arbeiten des heurigen Jahres ist eine starke Verwebung des realen mit dem digitalen Raum:
Mit der Pämierung von klassischen, ästhetisch-skulpturalen Arbeiten wie etwa von Lawrence Malstaf (BE) oder einer Schiebetür, aufgestellt im öffentlichen Raum von Osman Khan und Kim Beck (US), aber auch der Beschäftigung mit der Veröffentlichung von Privatem im World Wide Web über Twitter und Co. durch Jens Wunderling (DE) zeigt sich die Bandbreite und die Aktualität des Diskurses in der Kategorie Interactive Art.

In der Kategorie Digital Musics wurde mit Bill Fontana (US) ein Altmeister der Klangkunst für seine Arbeit mit Alltagsgeräuschen, wie der Überlagerung und Überarbeitung der bekannten Soundmark des Big Ben in London, ausgezeichnet.

In der überaus heterogenen Kategorie der Hybrid Art wurde mit der Goldenen Nica ein Meilenstein der Kunst, die genetischen Kreuzung von Mensch und Pflanze von Eduardo Kac (US) pämiert. Daneben wurde die medial stark rezipierte Vision für ein neues Amerika in Form der gefälschten New York Times und die Beschäftigung mit den mythischen aber auch fatalen Eigenschaften der Sonne in Australien von David Haines (UK) & Joyce Hinterding (AU) gewürdigt.

Die Arbeiten von Eduardo Kac und Shiho Fukuhara /Georg Tremmel sind nicht nur spannende Beiträge zur aktuellen Debatte um die Gentechnik. Sie zeigen auch die Herausforderungen an den Kunstbetrieb bei sogenannten Projekten der „Bio-Kunst“: Das betrifft die komplexen Genehmigungsverfahren ebenso wie Fragen der Autorenschaft, des Copyrights, des Kunstbegriffs und damit zusammenhängende Grauzonen im Bereich gesetzlicher Rahmenbestimmungen.

Auch das Ars Electronica Animation Festival (4. – 8.9.) ist heuer wieder Teil des Programms im OK: knapp 40 Stunden Videoprogramm von experimentell-abstrakten Produktionen, Soundvisualisierung, Short-Cuts und Special Effects bis hin zum klassischen Storytelling.

Die OK Night am 5. September startet um 20.00 im Moviemento Sommerkino mit dem Electronic Theatre, der Filmshow mit den besten Computeranimationen (2. Vorstellung um 22.30 Uhr). Bei der anschließenden Konzertnacht sind mit dieb13 und Skylla MusikerInnen aus dem klingt.org Umfeld der Wiener Impro-Szene in Linz zu Gast. Medienkünstler Boris Kopeinig (aka Boris / Dubsquare Records) spielt ein DJ-Set im Spannungsfeld von Techno und Dubstep.
Außerdem wird Lenka Klimešová (CZ) ihr, mit einer Honorary Mention in der Kategorie Interactive Art ausgezeichnetes Projekt “Future Kiss”, präsentieren.

Während des Festivals Ars Electronica ist das OK täglich von 10.00 bis 22.00 Uhr geöffnet. Ab 9. September 09: täglich 11.00 – 22.00 Uhr
Allgemeine Führungen: Fr/Sa/So 14.00 Uhr und nach Anmeldung +43.732.784178-243
BesucherInnen der OK I CyberArts 09 können auch die Ausstellung OK I HÖHENRAUSCH besuchen. Eintritt: 10,-/7,- Euro

Sowohl das Pressebüro im OK als auch das Ars Electronica Festivalbüro (+43.732.7272-38) stehen für Anfragen gerne zur Verfügung. Fotos zum Download finden Sie unter www.ok-centrum.at/presse


Maria Falkinger Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, OK
OK Platz 1, 4020 Linz, Austria, Tel: 0732 784178-203
mail: Maria Falkinger


2. OBERGESCHOSS


ANERKENNUNG INTERACTIVE ART
Perpetual Storytelling Apparatus
Julius von Bismarck, Benjamin Maus (DE)

Der Perpetual Storytelling Apparatus ist eine Methode und ein Gerät zur Enthüllung der Beziehungen zwischen Erfindungen.
Millionen von Patenten und ihre Verweise werden durchsucht. Patente sind die festgehaltenen Gedanken oder Ziele des Erfinders. Sie enthalten, ähnlich wie wissenschaftliche Aufsätze, Verweise auf frühere Arbeiten und damit zu Prinzipien, auf denen die neue Erfindung aufbaut. Der Mechanismus der Maschine reproduziert die Patente und ihre Beziehung in einem unendlichen Strom semantisch verbundener Zeichnungen. Überraschende Verbindungen zwischen scheinbar beziehungslosen Objekten und Gedanken tauchen auf.
www.allesblinkt.com; www.juliusvonbismarck.com


ANERKENNUNG HYBRID ART
Tantalum Memorial - Residue
Graham Harwood, Richard Wright (UK), Matsuko Yokokoji (UK/JP)

Tantalum Memorial nutzt alte Strowger-Telefonschalter, um eine Skulptur als Denkmal für die mutmaßlich vier Millionen Menschen zu errichten, die in den seit zehn Jahren dauernden „Coltan-Kriegen“ im Kongo umgekommen sind. Das aus Coltanerz gewonnene Metall Tantal ist ein zentraler Bestandteil von Mobiltelefonen. Mit Bezug auf das durch den Coltanabbau verursachte Chaos im Land und die in Folge entstandene internationale kongolesische Diaspora, wird über die Skulptur ein soziales Telefonnetzwerk für Kongoflüchtlinge betrieben – ein konkretes Mahnmal für die sozialen, geografischen und finanziellen Verwerfungen der Globalisierung.
www.mediashed.org/TantalumMemorial


ANERKENNUNG HYBRID ART
bios [bible]
robotlab (Matthias Gommel, Martina Haitz, Jan Zappe) (DE)

In der Computertechnologie meint bios („basic input output system“) das Modul, das den grundlegenden Austausch zwischen Hard- und Software koordiniert. Es enthält also den unabdingbaren Code, die fundamentale Programmschrift, auf der jedes weitere Programm aufbaut. Wie ein Mönch in einem Skriptorium kalligrafiert ein Industrieroboter im Lauf von sieben Monaten alle 66 Bücher der Bibel auf Papierrollen. Damit thematisiert die Arbeit die fundamentale Bedeutung der Schrift für die Religion und für die Wissenschaft – zwei grundlegende kulturelle Systeme unserer Gesellschaft.
www.robotlab.de


ANERKENNUNG INTERACTIVE ART
In the Line of Sight
Daniel Sauter, Fabian Winkler (DE/US)

In the Line of Sight verwendet 100 computergesteuerte Taschenlampen der Firma Smith & Wesson, die für ihre Feuerwaffen bekannt ist. Jede dieser Lampen wirft einen Lichtkreis auf die Wand, alle zusammen erzeugen in einer 10-mal-10-Matrix eine Darstellung des Quellvideos, das auf einem Videomonitor sichtbar ist. In niedriger Auflösung werden Videoaufzeichnungen „verdächtiger“ menschlicher Bewegungen projiziert. Wandern BesucherInnen zwischen Wand und Lichtquelle hin und her, werden sie vom betrachtenden Subjekt zum Objekt, auf das 100 Lampen gerichtet sind.
http://daniel-sauter.com; http://web.ics.purdue.edu/~fwinkler


ANERKENNUNG INTERACTIVE ART
The Physical Value of Sound
Yuri Suzuki (JP)

Man könnte sagen, dass die Vinylschallplatte, einst für Edisons Grammophon erfunden, das modernste und feinste Medium im Bereich analoger Aufzeichnungstechniken ist. Yuri Suzuki misstraut digitalen Aufzeichnungsformaten, da die digitalen Daten des Klangs für ihn nichts anderes sind als eine virtuelle Kopie des existierenden Originals. Deshalb zeigt er eine Serie interaktiver Arbeiten mit fünf einmaligen und kreativen Möglichkeiten, Vinylplatten zu verwenden. Es ist eine ironische, spielerische und positive Art den „wahren“ physischen Wert des Klangs (Physical Value of Sound) zu genießen.
www.yurisuzuki.com


AUSZEICHNUNG INTERACTIVE ART
when laughter trips at the threshold of the divine
Osman Khan, Kim Beck (US)

Automatische Schiebetüren öffnen sich, wenn der Besucher sich nähert, und schließen sich, wenn er weggeht – eine allgegenwärtige Erfahrung unseres Alltagslebens. Mit gleichzeitigen Verbeugungen vor der Ästhetik des Minimalismus und des Mega-Konsum-Spektakels stellt when laughter trips at the threshold of the divine („Wenn das Gelächter an der Schwelle zum Göttlichen stolpert“) eine völlig funktionstüchtige automatische Schiebetür mitten in einen öffentlichen Park.
Das Projekt bietet das Alltägliche als närrische Spielerei, zur Neu-Erfahrung und Reflexion über neutralisierte Schwellen und die Nutzung des öffentlichen Raums.
www.osmankhan.com; www.idealcities.com


GOLDEN NICA HYBRID ART
Natural History of the Enigma
Eduardo Kac (US)
Scientific partners: Neil Olszewski, Department of Plant Biology and Neil Anderson,
Department of Horticultural Science, University of Minnesota, St. Paul, MN

Natural History of the Enigma ist ein von 2003 bis 2008 entwickeltes, von Eduardo Kac initiiertes biotechnologisches Kunstprojekt. Erschaffen wurde eine transgene Petunie, ein Mischwesen aus Mensch und Pflanze, in der die entschlüsselte DNS aus dem Blut des Künstlers eine markante rote Änderung der Blüte hervorruft. Gewählt wurde für diesen Kunstgriff das für die Identifikation von Fremdkörpern zuständige Gen. Somit wird Genomforschung als ebenso ideologisch aufgeladene Kulturaktivität wie die Kunst hinterfragt. Die Arbeit umfasst eine Skulptur im öffentlichen Raum, eine Serie von Druckgrafiken, Fotografien, „Samensäckchen“, ein Video, u.a. www.ekac.org
Courtesy: Black Box Gallery, Linz and Weisman Art Museum, MN


GOLDEN NICA DIGITAL MUSICS
Speeds of Time
Bill Fontana (US)

Bill Fontana hat für den medialen Umgang mit Geräusch und Klang Maßstäbe gesetzt und dabei das Hören selbst zum Thema werden lassen: Vor allem Alltagsgeräusche sind es, die er direkt aus ihren angestammten Situationen live in andere alltägliche Situationen überträgt. Gegenstand seiner Arbeit Speeds of Time, Versions 1 and 2 ist die Dekonstruktion einer der berühmtesten Soundmarks der Welt: des Big-Ben-Glockenschlags. Live-Sensoren und Mikrofone wurden montiert, um eine räumlich-akustische Komposition zu generieren. Eine zwölfstündige Mehrspuraufnahme, die als Acht-Kanal-Klanginstallation realisiert werden kann, erlaubt das Echtzeitgefühl dieses Kunstwerks nachzuempfinden.
http://resoundings.org


ANERKENNUNG HYBRID ART
Cosmic Revelation
Tim Otto Roth & KASCADE Experiment (DE)

Cosmic Revelation ist ein minimalistisches Lichtkunstprojekt und wissenschaftliches Experiment zugleich. Mit einem Feld aus 16 blitzenden Spiegelskulpturen, die mit dem KASCADE-Detektorfeld des Forschungszentrums Karlsruhe verbunden sind, macht es das Auftreffen hochenergetischer kosmischer Strahlung sinnlich erfahrbar. Präsentiert wird Cosmic Revelation direkt im Detektorfeld, kann aber wie im OK auch ferngesteuert gezeigt werden. Als neue Form der Land Art verweist das blitzende Feld nicht nur auf die physikalischen Prozesse in der Materie, sondern auch auf die Schutz- und Dämmfunktionen der Atmosphäre, die die Grundvoraussetzung für die Entstehung irdischen Lebens bilden.
www.imachination.net/cosmicrevelation


ANERKENNUNG INTERACTIVE ART
Red Psi Donkey
Jens Brand (DE)

Ein Raster von Piezo-Lautsprechern wird verwendet um ein Ultraschall Signal abzuspielen.
Die Schallwelle wird mittels einer „Akustischen Kamera“ – einem wissenschaftlichen Schallmessverfahren – auf einem Monitor visualisiert und zeigt überraschender Weise die Umrisse eines roten Esels. Die Form verschwindet, sobald Besucher den „Messraum“ betreten, da jede physische und akustische Präsenz das fragile Wellenmuster transformiert. Ein unhörbarer Klang erzeugt somit ein unsichtbares Bild, das nur existiert wenn niemand im Raum ist. Angelehnt an Platons Höhlengleichnis ironisiert die Installation unsere Wahrnehmung und belegt die Existenz des Abwesenden.
www.jensbrand.com
Produziert im Rahmen des Stipendiums der Stiftung Niedersachsens am Edith-Ruß-Haus für Medienkunst; unterstützt von gfai tech GmbH und deren „Akustischen Kamera“ www.gfaitech.de; Weitere RPD-Programmierung: SukandarKartadinata

 

1. Obergeschoss


ANERKENNUNG DIGITAL MUSIC
The Turbulence Sound Matrix: Signe
Steve Heimbecker (CA)

The Turbulence Sound Matrix: Signe ist eine komplexe Amalgamierung von Umweltklängen, elektroakustischer Musik und Klanginstallation. Eine 64-Kanal-Klanglandschaft wird in einen Galerieraum über acht Türme mit jeweils acht Lautsprechern ausgestrahlt. Diese schaffen einen nahezu kugelförmigen Hörraum, in dem der Hörer in eine reichhaltige, sich stets wandelnde Geräuschkomposition eintaucht: Geräusche von alten Schreibmaschinen, Klänge eines Konzertflügels, Wind-generierte Sinuswellen. Die Produktion verarbeitet dabei Heimbeckers Untersuchungsergebnisse von Windstrukturen und baut daraus eine präzise Geräuschkulisse.
www3.sympatico.ca/qubeassm/TSM www3.sympatico.ca/qubeassm/Signe


ANERKENNUNG INTERACTIVE ART
Double-Taker (Snout)
Golan Levin with Lawrence Hayhurst, Steven Benders and Fannie White (US)

Die interaktive Installation spielt augenzwinkernd mit dem Blickkontakt zwischen verschiedenen Spezies, gestischer Choreografie, Objekt-Sein und autonomer Überwachung. Das Projekt besteht aus einem 2,5 Meter langen Industrieroboter-Arm, der einer gigantischen Raupe ähnelt. Oberhalb eines Museumseingangs positioniert und von einem in Echtzeit arbeitenden maschinellen Sicht-Algorithmus gelenkt, richtet der Double-Taker (Snout) sein überdimensionales Glubschauge auf die Vorbeigehenden und folgt ihnen wie ein scheinbar intelligentes Gegenüber.

Commissioned by Robot250, an initiative of the Carnegie Mellon University Robotics Institute. The project was enabled with support from the CMU Collaborative Machining Center, the Pittsburgh Center for the Arts (PCA), George Moving & Storage Inc. and the ABB Mechatronics and Robotic Automation Research Group, the Creative Capital Foundation, from the Berkman Faculty Development Fund at Carnegie Mellon University and from the Pennsylvania Council on the Arts.


ANERKENNUNG HYBRID ART
Sonolevitation
Evelina Domnitch (BY), Dmitry Gelfand (RU)

Evelina Domnitchs und Dmitry Gelfands Performance Sonolevitation hat die Form eines physikalischen Experiments auf der Bühne: In einer eigens erzeugten Mikrogravitation werden Goldblättchen akustisch zum Schweben gebracht und mit wechselnder Geschwindigkeit in unterschiedliche Richtungen gedreht. Die Arbeit ermöglicht die Wahrnehmung stehender Schallwellen und reibungsloser Bewegung.
http://portablepalace.com


AUSZEICHNUNG INTERACTIVE ART
default to public
Jens Wunderling (DE)

Default to Public beschäftigt sich mit der Diskrepanz zwischen dem Gefühl einer Privatsphäre im Web und der physischen Welt. Es besteht aus einer fortlaufenden Werkserie, die die physische Welt mit der Online-Welt auf unerwartete Weise verbinden, um ein Bewusstsein für die Selbstentblößung zu schaffen. Die Objekte und Interventionen Status Panel, Tweetleak und Tweetscreen folgen einem einfachen, aber kraftvollen Prinzip: Information aus dem Twitter-Netzwerk (das für „Information im Web“ steht) wird in einem anderen öffentlichen Umfeld dargestellt; die Dokumentation dieses Prozesses wird wiederum in die digitale Öffentlichkeit eingespeist, und die Autoren der Information werden über diese Entführung in Kenntnis gesetzt.
www.defaulttopublic.net; www.sport4minus.de


AUSZEICHNUNG HYBRID ART
EarthStar
David Haines (UK), Joyce Hinterding (AU)

EarthStar rückt die elementaren und mythischen Eigenschaften der Sonne ins Zentrum. Spektakuläre Filmbilder von der Chromosphäre der Sonne vermischen sich mit einer nach Ozon riechenden virtuellen Geruchskomposition. Ergänzt wird der Eindruck durch einen Echtzeit-Soundtrack aus den von der Sonne ausgestoßenen Radiowellen. Basierend auf Forschungs-experimenten bietet diese Untersuchung zur Strahlungs- und Vibrationsenergie der Sonne eine intensive, poetische Erfahrung für alle Sinne.
www.sunvalleyresearch.net
The early development of this work was supported by IASKA (International Art Space Kellerberrin, WA) the C3 West Project and Sydney College of the Arts, Sydney University. The Artists are
represented by Breenspace Sydney


ANERKENNUNG DIGITAL MUSIC
Relative Realities
Volkmar Klien, Thomas Grill (AT)

Ein Pendel durchschwingt den Ausstellungsraum. Ein Videomonitor, der das Pendelgewicht bildet, bahnt sich seinen Weg durch den Raum und eröffnet so, aus seiner jeweiligen Position, den Blick in eine Welt dahinter. Obwohl das Pendel frei im Raum schwingt, kollidiert es dennoch mit unsichtbaren, aber hörbaren Objekten. Ein Computer verfolgt die Position des Pendels und fügt es – im Computermodell – in eine virtuelle Welt ein. Diese Interaktion zwischen dem Pendel und seiner mathematischen Umgebung liefert das Quellmaterial für eine dreidimensionale Klanglandschaft.
www.volkmarklien.com


AUSZEICHNUNG HYBRID ART
The New York Times Special Edition
Steve Lambert (US)

Am 12. November 2008, eine Woche nach der Wahl Barack Obamas, gelangte eine Sonderausgabe der New York Times in Umlauf. Sie kündigte das Ende der Kriege in Irak und Afghanistan, einen Höchstlohn und ein neues öffentliches Verkehrssystem an und brachte 14 weitere Seiten mit Berichten, die „wir eines Tages zu drucken hoffen“. Die neun Monate vorausdatierte Zeitung stellte eine Vision dar, einen Plan, der detailliert zeigt, was BürgerInnen gewinnen können, wenn sie sich organisieren und auf eine gerechtere Welt hin arbeiten. Neben dem international stark rezipierten Projekt The New York Times Special Edition, sind zwei Folgeprojekte, Ausgaben von „Die Zeit“ und „International Herald Tribune“ zu sehen.
http://nytimes-se.com
member of Because We Want It


ANERKENNUNG HYBRID ART
Corpora in Si(gh)te
Sota Ichikawa (JP), Max Rheiner (CH), Ákos Maróy (HU), Kaoru Kobata (JP), Satoru Higa (JP), Hajime Narukawa (JP) doubleNegatives Architecture

Corpora in Si(gh)te ist eine Installation, die auf in Echtzeit verarbeiteten Umweltdaten beruht. Das Umfeld des OK ist mit einem Netz von Sensoren versehen, die Temperatur, Helligkeit, Lärmpegel, Luftfeuchtigkeit, Windrichtung und Windgeschwindigkeit messen. Dieses Sensorennetzwerk bildet das Nervensystem. Die von ihm zusammengetragenen Daten werden von einem Programm verarbeitet und in autonom agierende Knoten übersetzt. Diese „Super Eyes“ sind die Keime für die virtuelle Architektur der „Corpora“, die ein zelluläres, verteiltes Netzwerk aus Knoten darstellen. Diese reagieren in Echtzeit, wachsen und schrumpfen wie ein Organismus und überwuchern das OK.
http://corpora.hu; http://corpora.ycam.jp


ANERKENNUNG HYBRID ART
Common Flowers - Flower Commons
BCL / Shiho Fukuhara (JP), Georg Tremmel (AT)

Das Projekt basiert auf der ersten käuflich erwerbbaren genetisch veränderten Blume, der blauen Gen-Nelke „Moondust“, die als Schnittblume in aller Welt erhältlich ist. Shiho Fukuhara und Georg Tremmel haben mit einer Pflanzengewebekultur genetisch veränderte blaue Nelken rekonstruiert und so auf elegant einfache Weise den patentierten Gencode gehackt. In Common Flowers – Flower Commons züchten und „klonen“ die Künstler im Do-it-yourself-Verfahren aus den kommerziell verwerteten genmanipulierten Schnittblumen frische Pflanzen. Die Arbeit verweist auf die Notwendigkeit, auch in anderen Technologie-Feldern über „Open-Source“-Kultur nachzudenken. Eigens für die CyberArts-Ausstellung wurde die blaue Nelke im Biolab des Ars Electronica Centers gezüchtet.
www.common-flowers.org


ANERKENNUNG HYBRID ART
ReConstitution
Eric Gunther, Justin Manor, John Rothenberg (US)

Die von Sosolimited für die Debatten zwischen John McCain und Barack Obama im US-Präsidentschaftswahlkampf geschriebene ReConstitution-Software zerlegt Polit- und Unterhaltungs–ereignisse und setzt sie kritisch neu zusammen. Die maßgeschneiderten Programme und Interfaces bearbeiten audiovisuelle Live-Daten mit Algorithmen, die z. B. Worthäufigkeiten erkennen. In den Live-Performances von ReConstitution konnten so unterschwellige Themen und Strukturen in den Auftritten der Präsidentschaftskandidaten aufgezeigt werden.
http://sosolimited.com

Erdgeschoss


ANERKENNUNG INTERACTIVE ART
Opera Calling
!Mediengruppe Bitnik (CH), Sven König (DE)

Arien für Alle «Der Rosenkavalier» von Richard Strauss
Telefonanruf - Sonntag, 25. März 2007, 16:28:52

Zwischen März und Mai 2007 übertrugen im Zuschauerraum versteckte Wanzen die Vorstellungen des Zürcher Opernhauses an zufällig ausgewählte Zürcher Telefonanschlüsse.
Im Stile eines Hauslieferdienstes wurden die EinwohnerInnen von Zürich live in den Zuschauerraum verbunden und konnten so lange sie wollten in die laufende Vorstellung hineinhören. Insgesamt wurden über 90 Stunden Live-Oper an 4363 Haushalte über das Telefonnetz ausgesendet.
www.bitnik.org; www.opera-calling.com/description


ANERKENNUNG HYBRID ART
Silent Barrage
Philip Gamblen, Guy Ben-Ary, Peter Gee, Dr. Nathan Scott & Brett Murray in collaboration
with Dr. Steve Potter Lab (Dr. Steve Potter, Douglas Swehla & Stephen Bobic) (AU/USA)

Die neurokonstruktivistische Installation Silent Barrage (leise Sperrfeuer), überträgt das Verhalten echter Neuronenaktivität in den Ausstellungsraum und setzt diese dort dreidimensional in Szene. Die interaktive Versuchsanordnung erzeugt eine Feedbackschleife zwischen Publikum und Nervenzellkultur. Die Besucherbewegungen stimulieren die Neuronenaktivität. Die hier gezeigten Bildstreifen sind Aufzeichnungen derselben und wurden auf den Säulen der Installation von Robotern festgehalten.
www.symbiotica.uwa.edu.au/silentbarrage


ANERKENNUNG HYBRID ART
the idea of a tree
Thomas Traxler, Katharina Mischer (AT)

the idea of a tree setzt die verschiedenen Sonnenverhältnisse eines Tages in dreidimensionale Objekte um. Länge bzw. Höhe des entstehenden Objekts hängen von der Anzahl der Sonnenstunden, Dicke und Farbe des Materialauftrags von der Sonnenintensität des jeweiligen Tags ab. Jedes Objekt repräsentiert demnach einen Tag an dem Ort, an dem es erzeugt wurde. Die während des Festivals entstandenen dreidimensionalen Abbilder verbleiben gemeinsam mit einem Dokumentationsvideo in der Ausstellung.
www.mischertraxler.com


GOLDEN NICA INTERACTIVE ART
Nemo Observatorium
Lawrence Malstaf (BE)

Styroporkugeln werden von fünf Gebläsen in einem großen transparenten PVC-Zylinder umhergeblasen. Nehmen Sie Platz im Auge des Sturms! In der Mitte – auf dem Stuhl – ist es ruhig und sicher. So spektakulär sie auf den ersten Blick erscheint, diese Installation beginnt nach einer Weile einen geradezu hypnotisierenden Effekt auszuüben, wie eine Meditationsmaschine. Man kann die scheinbar zyklischen Muster verfolgen, auf die verschiedenen Ebenen von 3D-Pixeln schauen oder dem an einen Wasserfall erinnernden Klang lauschen.
www.fortlaan17.com/eng/artists/malstaf
Courtesy Galerie Fortlaan 17, Gent (BE)
Supported by: Vlaamse Gemeenschap, Vlaamse Gemeenschapscommissie, Norsk Kulturrad


ANERKENNUNG INTERACTIVE ART
CONNECT – feedback-driven sculpture
Andreas Muxel (AT)

Connect, die „eigenreaktive Skulptur“ von Andreas Muxel, bildet komplexe mechanische Akrobatik auf der Basis sehr einfacher lokaler Rückkoppelungsregeln ab. Eine an beiden Enden mit Magneten bestückte Karbonstange schwingt scheinbar ziellos in einem Gitter aus aufgehängten Metallkugeln umher. Ihre sorgfältig angepasste Frequenz führt zu einem Schwingen, das irgendwann den Magneten an der Stange an eine der Kugeln schnappen lässt. Die sich daraus ergebenden Kräfte lösen ein Ende wieder ab und lassen in der Folge den Stab durch die Matrix wandern.
www.andreasmuxel.com; http://connect.andreasmuxel.com