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Pressemitteilung
PRESS
(english)
die CYBERARTS 2008 - Prix Ars Electronica Exhibition, ein Highlight der Ars Electronica und Leistungsschau der digitalen Kunst, wird auch heuer bereits zum zehnten Mal vom OK produziert und präsentiert. Das OK als „Zentrum für die Gegenwartskunst“ produziert und präsentiert neue, aktuelle Strömungen und Tendenzen in der Kunst. Die Cyberarts-Ausstellung passt in dieses Profil und fügt sich sehr gut in das das ambitionierte Jahresprogramm. Die medientechnische Kompetenz des OK und das Know How bei der Produktion von Kunstprojekten kommt auch in der installativen Umsetzung von der Computerkunst zum Tragen. Die Ausstellung zeigt prämierte Werke der Kategorien Interactive Art, Digital Musics und Hybrid Art des international ausgeschriebenen Prix Ars Electronica. Die KünstlerInnen präsentieren ihre Werke vor Ort und sind großteils während des Festivals anwesend. Auch das Ars Electronica Animation Festival ist heuer wieder Teil des OK Programms. Verschiedene Themenblöcke, von Japanese Animation bis zu Blood & Crime zeigen das breite Spektrum aktueller Computeramimation. Die OK Night am 6. September startet
um 20.00 im Moviemento Sommerkino mit dem Electronic
Theatre, der Filmshow mit den besten Computeranimationen. Sowohl das Pressebüro im OK als auch das Ars Electronica Festivalbüro (+43.732.7272-38) stehen für Anfragen gerne zur Verfügung. Fotos zum Download finden Sie unter www.ok-centrum.at/presse Während des Festivals Ars Electronica ist das OK täglich von 10.00 bis 24.00 Uhr geöffnet.
Mark Formanek/DE realized
by Datenstudel/DE Die Zeit wird gebaut. Mit analogen, nicht an einen Standort gebundenen Mitteln wird eine „digitale“ Zeitanzeige gebaut. So exakt wie möglich und synchron zur Echtzeit arbeiten über zwei Dutzend Arbeiter rund um die Uhr an einer vier Meter hohen numerischen Anzeige aus Holz, Metall, Schrauben und Nägeln, was 1611 Umbauten in 24 Stunden erfordert. Stunden und Minutenziffern werden synchron zur
UTC zusammengesetzt und wieder auseinander genommen: die Minuten im
Minutenwechsel, die Stunden im Stundenwechsel. Das heißt, das
Arbeitsteam hat für die erste Ziffer zwölf Stunden Zeit,
die letzte Ziffer, die die Minuten anzeigt, muss allerdings im Minutentakt
fertig gestellt werden. Mark Formanek lebt in Deutschland
und beschäftigt sich mit Phänomenen rund um die Zeit. Jörn Hintzer und Jakob Hüfner, beide aus Deutschland, sind „Datenstrudel“. Sie entwickeln gemeinsam Drehbücher und Serienkonzepte und gründeten mit anderen Gleichgesinnten den Web-Sender Datenstrudel, über den jedes Monat eine interaktive Web-Show im Internet veröffentlicht. www.datenstrudel.de
Julian Oliver/NZ/ES levelHead ist ein räumliches Memory-Spiel.
Der einzige Bestandteil ist ein Kunststoff-Würfel , den man in
der Hand hält. Der „Inhalt“ des Würfels wird
projiziert und zeigt auf jeder Seite ein kleines Zimmer, wobei alle
Räume untereinander durch Türen und Stiegen verbunden sind.
Insgesamt gibt es drei Würfel, die wiederum durch jeweils eine Tür miteinander verbunden sind. So können Spieler auch gegeneinander antreten. Ziel ist es dabei, den eigentlichen Ausgang aus den drei Würfeln zu finden, indem die Spielfigur von Raum zu Raum bewegt wird. Julian Oliver, 1970 in Neuseeland geboren, ist Entwickler freier Software, Lehrer und Autor. Er lebt in Madrid.
Norimichi Hirakawa/JP a plaything for the great observers at rest
eröffnet dem Publikum verschiedene Perspektiven auf unser Sonnensystem
ohne dass es seinen Standpunkt ändern muss. Ähnlich der
Bewegung unseres Augapfels kann dabei zwischen dem geozentrischen
und heliozentrischen Blickwinkel gewechselt werden. Durch das Bedienen
eines konzeptuellen Modells von Sonne und Erde wird zwischen den beiden
Standpunkten hin und her geschaltet. Norimichi Hirakawa, geboren 1982, graduierte 2007 an der Tama Art University (Information Design Department). Er (re-)konstruiert universelle und grundlegend Phänomene auf der sensorischen Ebene des Publikums und bringt sie als Installationen heraus. Seine Arbeiten beschränken sich nicht nur auf die Entwicklung von Geräten oder Algorithmen, die einen analogen Input für ein digitales Gerät ermöglichen, sondern umfassen auch die audiovisuelle Programmierung und die räumliche Gestaltung.
Satoshi Morita/JP Klangkapsel beschäftigt sich mit der Frage, wie auditive Wahrnehmung in andere Formen der Wahrnehmung – taktile und visuelle – eingebettet werden könnte. Die Konstruktion der Klangkapsel mit integrierten Lautsprechern und Umwandlern dient als Plattform für eine multisensorische Hörumgebung. Beim Anhören einer Klangcollage, die sich aus 8-Kanal-Feldaufnahmen von physischen Aktionen zusammensetzt, erlebt der Betrachter die sehr intime Klanglandschaft im Inneren der Kapsel. Sobald man sich in die Kapsel legt, ist man physisch eingehüllt und schon allein wegen der eingenommenen Haltung entspannt. Satoshi Morita (DE/JP), geboren
1974. 1998 BA Bildhauerei mit Auszeichnung an der Tokioter
1. Obergeschoss
Salat Johannes Gees/CH Bei Johannes Gees’ provokativer Aktion Salat
wurden heimlich automatische „Klangbomben“ installiert,
aus denen der muslimische Gebetsruf erönte, um ein geplantes
Referendum gegen den Bau von Minaretten zu konterkarieren. Johannes Gees (DE) studierte Ethnologie und Geschichte an der Universität Zürich. Ab Mitte der neunziger Jahre entdeckte er die „Neuen Medien” als Mittel des künstlerischen Ausdrucks. Zu seinen bekanntesten Werken gehören communimage (1999), hellomrpresident (2001) und helloworldproject (2003). Seine Arbeiten umfassen interaktive und kollaborative Laserprojektionen, fotografische Arbeiten, Videoinstallationen und interaktive LED-Installationen.
Richard The, Gunnar Green,
Willy Sengewald/DE, Frédéric Eyl/FR Mit runden orangen Aufklebern an einer Wand laden die Appeel-Künstler das Publikum ein, diese Aufkleber abzuziehen und anderswo im Ausstellungsraum anzukleben. Die abgezogenen Sticker hinterlassen jeweils einen weißen Kreis, der wiederum ein Element eines neu entstehenden Designs wird. Appeel ist wie ein Virus, das sich durch
die BesucherInnen verbreitet. Oberflächen werden mit Tausenden
farbigen Stickern in einem regelmäßigen Gitter beklebt,
das interagierende Publikum gestaltet Bilder und Nachrichten füreinander.
Diese spielerischen Interaktionen, zu denen Appeel die Leute
„auffordert“, beruhen auf den Prinzipien von Interaktivität
und der individuellen Fähigkeit, etwas Neues zu schaffen. TheGreenEyl –entstammen der Klasse für digitale Medien der Hochschule für Künste, Berlin, und arbeiten seit 2003 gemeinsam. Sie erforschen die Dynamik unkonventioneller Interaktion zwischen Menschen, ihrer Umwelt und der Technologie.
Julius von Bismarck/DE Der Image Fulgurator ist ein Gerät zur physischen Manipulation von Fotografien. Die Intervention findet statt, während das Foto belichtet wird, ohne dass der Foograf davon etwas bemerken kann. Die Veränderung wird für ihn erst im Nachhinein auf dem Foto sichtbar. Der Fulgurator arbeitet mit einer Art Rückkoppelungs-Blitzprojektion, mit der es möglich ist, ein Bild auf ein Objekt zu projizieren, exakt zur gleichen Zeit, zu der das Objekt von jemand anderem fotografiert wird. Dadurch lassen sich unbemerkt visuelle Informationen in die Bilder anderer einschleusen. Auf der Kamera selbst ist ein handelsüblicher Blitzsensor (Slave) montiert, womit der Fulgurator von jedem Blitz in seiner Nähe ausgelöst wird. Alle bisherigen Interventionen mit dem Gerät sind erstmals während des Ars Electronica Festivals im OK zu sehen. Neben dem originalen Objekt und technischen Daten zeigt eine Videodokumentation (von Richard Wilhelmer) Bismarcks Einsätze, wie zuletzt bei Barack Obamas Rede vor der Berliner Siegessäule am 24. Juli 2008 oder seine Exkursion zu den Olympischen Spielen in China. Julius von Bismarck (DE), geb. 1983 in Saudi-Arabien und aufgewachsen in Deutschland, studierte und arbeitete in Berlin und New York. Seit 2005 ist er Student der Klasse „Gestalten mit digitalen Medien“ der Universität der Künste Berlin. Seine Arbeiten bewegen sich im Spannungsfeld zwischen Kunst, Wissenschaft und Technik, wobei die Themenschwerpunkte bei der Wahrnehmung, Dokumentation und Manipulation des urbanen Raums liegen.
Yan Kit Keith Lam/CN Moving Mario nimmt den Spiele-Klassiker „Super Mario Bros auf“ und stellt einen augenzwinckernden Transfer in den realen Raum dar. Die Jury ehrt mit der Anerkennung den klaren und ästhetisch gelungenen Versuch, die Beziehung zwischen dem Spieler im physischen Raum und der Dynamik des Spiels im digitalen Raum umzukehren. Die Spieler bewegen die Spielkonsole durch ein selbst gebasteltes reales Level. Im OK wird Moving Mario als Dokumentation gezeigt. Yan Kit Keith Lam ist ein Intermedia-Spieler und Künstler im Bereich der Neuen Medien. Er ist auch technischer Leiter des Microwave International New Media Arts Festival und Konsulent der ACM SIGGRAPH First Asia Show. Daneben ist er als Elektronikmusiker an der Kombination von Musik und Neuen Medien interessiert. Lam ist auch im Ausbildungsbereich der Neuen Medien tätig und ist Mitbegründer von GuLLDY, einer New-Media-Gruppe, sowie von init-Lab, einem Laboratorium zur Entwicklung und Produktion von interaktiven Environments.
Du Zhenjun/CN Globe Fire ist eine interaktive Installation
in einem Kupperlarum von zwölf Meter Durchmesser, die innerhalb
aktiviert und von außerhalb wahrgenommen werden kann. Du Zhenjun, geboren 1961 in China, graduierte 1986 an der Universität Shanghai. Er absolvierte 1996 die Kunstschule in Rennes, Frankreich, wo er derzeit auch lebt.
Zach Lieberman/US Jury-Statement: Zachary Lieberman (US) verwendet
Technologie in einer spielerischen und rätselhaften Weise, um
die Natur von Kommunikation und die zarte Grenze zwischen dem Sichtbaren
und dem Unsichtbaren zu erforschen. Er erzeugt Performances, Installationen
und Online-Arbeiten, die gestischen Input, Körpererweiterungen
und kinetische Reaktionen untersuchen.
Yann Marussich/CH Yann Marussichs Bleu Remix ist eine, gemeinsam
mit MedizinerInnen und ChemikerInnen erarbeitete Live Performance.
Eine Stunde lang verharrt der Künstler dabei völlig regungslos
in sitzender Position, während aus seinem Mund, seiner Nase und
seinen Hautporen eine blaue Flüssigkeit austritt. Yann Marussich (CH), geboren 1966, ein Einzelgänger des zeitgenössischen Tanzes. Seit 1989 zeichnet er für eine Reihe von Performances verantwortlich, die in ganz Europa und vielen Teilen der Welt gezeigt werden. 2001 choreografierte er mit Bleu Provisoire sein erstes vollkommen bewegungsloses Stück. Seither vertieft er seine Arbeit über Introspektion und die Kontrolle von Bewegungslosigkeit weiter, wobei er seinen Körper oft noch zusätzlichen Herausforderungen oder sogar Aggressionen aussetzt.
Jun Fujiki/JP Extended Cognitive Tools ist ein Set expressiver
Software-Tools, die mit der Erweiterung der menschlichen Wahrnehmung
spielen. Es ist in drei Modulen aufgebaut: Jun Fujiki, geboren 1978, ist derzeit als Adjunct Researcher an der Kyushu University tätig. Seine Forschungsbereiche sind insbesondere das Interface, Interaktions- und Erfahrungsdesign.
Ahmad Sherif/EG Das Ahmad Sherif Project wurde von einem
unbekannten Medienkunststudenten am 19. Jänner 2007 in einem
Land begonnen, das im Ausland ungeschminkt als Polizeistaat beschrieben
wird, der die Urheber aller von ihm als „verleumderisch“
angesehenen Ausdrucksformen zensuriert, einschüchtert und brutal
bestraft. Ahmad Sherif ist eine erfundene fiktive Figur,
virtuell und unsichtbar, damit sie in einer feindlichen Umwelt wie
der oben beschriebenen überleben kann. Diese Figur hat die Macht,
das Unsagbare auszusprechen und die Unerreichbaren zu erreichen –
Herrschende wie Beherrschte. Ahmad Sherif ist eine fiktive Figur. Autor des Ahmad-Sherif-Projekts ist ein Medienkunststudent, der in auf unterschiedlichen Gebieten arbeitet: Schreiben und Publizieren (Aufsätze zu den Auswirkungen neuer Medien auf Gesellschaft, Ökonomie, Wissen, Politik, Städte usw.}, Pop- und Experimentalmusik (Live- und Radioaufführungen), Videokunst (Installationen, urbane Raumprojektionen), Medienarchitekturen mit Mixed Genres, sozialen Netzwerken, viralen Medien (E-Mail, Handys …} und Ereignissen in der realen Welt.
Markus Kison/DE touched echo ist eine minimalistische
Intervention im öffentlichen Raum. Markus Kison (DE) war Lehrling an der Berufsschule für Grafisches Design, bevor er als Cutter und Grafiker arbeitete. Er studierte in der Folge Physik an der Universität Ulm und visuelle Kommunikation an der Hochschule für Kunst in Berlin in den Klassen für digitale Medien bei Prof. Joachim Sauter.
Tsutomu Mutoh/JP Mutoh Tsutomu beschäftigt sich in Optical Tone mit der Frage der individuellen Farbwahrnehmung. Grundprinzip für visuelle Kommunikation ist die Interaktion zwischen Lebewesen und Licht. Besonders für Künstler ist die Wechselwirkung von Licht und menschlicher Erkennung und Wahrnehmung von Farben von Interesse. Optical Tone ist ein interaktives Experiment,
das damit spielt, wie unsere Sinne die RGB(Red-Green-Blue)-Signale
wahrnehmen, von denen wir immer häufiger umgeben sind. Tsutomu Mutoh (JP) studierte „Visual Communication Design“ an der Musashino Art University ab. Er ist Forscher bei der International Media Research Foundation sowie Stipendiat der Japan Science and Technology Agency. Seine derzeitigen Forschungsinteressen sind die Dynamik von Form und Vision bei Computern und elektronischen Medien.
Sergi Jordà , Marcos
Alonso/ES, Günter Geiger, Martin Kaltenbrunner/AT reactable hat ein taktiles, visuell fesselndes
und intuitives Benutzer-Interface, das Musik sichtbar und fast greifbar
werden lässt. Außerdem unterstützt das Instrument
die Zusammenarbeit verschiedener Spieler. Es basiert auf einem runden
Leuchttisch und kann von etlichen Mitwirkenden zugleich bedient werden,
die leuchtende Acrylobjekte bewegen, drehen und in Beziehung zueinander
setzen, was sowohl die Bausteine einer elektronischen Musik ergibt
als auch eine greifbare ablaufgesteuerte Programmiersprache. Sergi Jordà (ES) promovierte
zum Doktor phil. aus Informatik und digitaler Kommunikation an der
Pompeu-Fabra-Universität Barcelona. Er ist der Koordinator des
Bereichs Interaktive Systeme innerhalb der Musik-Technologie-Gruppe
des Instituts für Audiovisuelles sowie Associated Professor.
Gordan Savicic/AT/NL Die Stadtlandschaft des 21.Jahrhunderts ist von
einer unsichtbaren Architektur, bestehend aus elektromagnetischen
Wellen, überlagert, welche Menschen, Gebäude und Fahrzeuge
durchdringt und in Resonanz versetzt. Gordan Savicic ist darstellender Künstler und unabhängiger Praktiker der Elektronik, lebt in Wien und Rotterdam. Seine Projekte wurden unter anderem in Paris, Wien, Zürich und Wien gezeigt.
Jörg Niehage Zufällig ausgesuchte, akustisch verwertbare Fundstücke (Elektronikschrott, Relais, Plastikspielzeug, Druckluftventile, pneumatisch animierte Bauteile, ...) werden mit Kabeln und Schläuchen verknüpft. Über ein Interface von einem Rechner angesteuert, werden sie zu interaktiven Instrumenten. Es entsteht ein makroskopischer Klangkörper, dem per Maus-Roll-Over und Mausklick kurze Miniaturkompositionen aus sich rhythmisch verdichtendem Klicken, Zischen, Rauschen, Brummen, Knistern entlockt werden können. Ein Klangteppich, der aus der floral anmutenden Verknüpfung von Kabeln und Schläuchen sprießt. (Künstlerhaus Mousonturm, Dezember 2006, Frankfurt am Main) Der Besucher kann einfach in die Installation mittels Computer-Maus eingreifen. Durch die Projektion des Computer-Displays auf die Installation verwandelt sich diese in ein interaktives Interface. Der projizierte Maus-Cursor aktiviert die improvisierten Musikinstrumente: Fährt man mit dem Cursor über die Objekte erzeugt man Klänge, beim Anklicken löst ein Programm kleine Loops aus. So kann man als Benutzer spontan Improvisationen spielen. Jörg Niehage (DE), geb.
1967, Studium Kommunikationsdesign an der FH Darmstadt. Seine Arbeit
mäandert seither zwischen den Bereichen Grafikdesign, interaktives
Design, Installation und Klangkunst. Ausstellungsbeteiligungen/Festivals
u. a. Transmediale Berlin, Schirn Kunsthalle Frankfurt, Mousonturm
Frankfurt. 2. Obergeschoss
Pablo Valbuena/ES Augmented Sculpture Series (Serie erweiterter
Skulpturen) beschäftigt sich mit der zeitlichen Qualität
von Raum, wobei Raum-Zeit sowohl als dreidimensionale Umgebung als
auch als Raum in Verwandlung untersucht wird. Zu diesem Zweck werden
zwei Ebenen geschaffen, die unterschiedliche Aspekte der räumlich-zeitlichen
Realität erforschen. Im OK ist die komplexe Arbeit als umfassende Videodokumentation
zu sehen: Pablo Valbuena, geboren 1978, studierte Architektur an der polytechnischen Universität Madrid. Derzeit konzentriert er sich auf die Entwicklung persönlicher Projekte und auf künstlerische Untersuchungen zu Raum, Zeit und Wahrnehmung.
Yoko Ishii, Hiroshi Homura, NTT Cyber Solution Laboratories/JP In dieser Installation werden ein japanisches Tanka-Gedicht
und ein chinesisches Schriftzeichen, das symbolisch für eines
dieser Gedichte steht, auf die ausgestreckten Handflächen der
User projiziert. Die bildhaften chinesischen Schriftzeichen (Ideogramme)
können von den BenutzerInnen ergriffen oder an andere weitergereicht
werden, um so ihren Inhalt mitzuteilen. Rinnt ein Textzeichen von
der Handfläche auf den Tisch, verwandelt es sich in eine frei
bewegende Animation. Das Zeichen für Feuer beginnt zu brennen,
während das Symbol für Schönheit in der Form eines
Insekts davonläuft. Yoko Ishii, geboren 1979 in Japan, hat das Masters-Programm an der Graduat School of Information Systems der University of Electro-Communications abgeschlossen.
HEHE (Heiko Hansen &
Helen Evans) / DE / FR Pollstream ist eine Sammlung von Ideen, Formen und Bildern über von Menschen erzeugte Wolken. Was HEHE an diesen Gebilden fasziniert, sind ihre physischen Eigenschaften: ihr ständiges In-Bewegung-Sein und ihre unbestimmte Form, aber auch ihr Potenzial als Träger politischer Ideen. In einer ganzen Reihe von (realisierten wie unrealisierten) Projekten haben die Künstler Wolken als visuelle Metapher zur Ästhetisierung von Emissionen und Chemiegiften verwendet. Pollstream wurde von 2002 bis 2008 in Zusammenarbeit mit zahlreichen Partnern aus den unterschiedlichsten Bereichen, – Laserphysikern, Computerwissenschaftlern, Elektronikern, Umweltaktivisten, etc.– entwickelt. Ende Februar 2008 wurde mit der Installation von
Nuage Vert in Helsinki das Hauptziel des Projekts erreicht.
Die Realisierung nach fünf Jahren Verhandlungen, Vermittlungsarbeit
und öffentlicher Diskussion ist ein Beispiel für Kunst unter
Einbeziehung einer ganzen Stadt, des Magistrats, der Energieindustrie,
der Stadtbewohner, und das alles genau im Moment kulturellen Wandels.
Champs d’Ozone, 2007 ist eine vom Centre Pompidou für die Ausstellung „Airs de Paris“ in Auftrag gegebene chromatische Wolken-Arbeit, bei der eine im sechsten Stock des Centre installierte, auf die Messungen örtlicher Luftprüfstellen reagierende synthetische Wolke im Himmel von Paris schwebte. Toy Emissions (My friends all drive Porsches), 2007 ist eine Videoperformance mit einem ferngesteuerten Miniatur-Porsche-Cayenne, mit dem man die Luft von New York City einfärben kann. Smoking Lamp, 2006 ist eine auf Zigarettenrauch
reagierende Lampe, die zufällig parallel mit dem europaweiten
Rauchverbot in öffentlichen Gebäuden entstand. Helen Evans (UK) und Heiko Hansen (DE) blicken auf Ausbildungen auf den Gebieten Industriedesign, Bühnenbild und Maschinenbau zurück und schlossen 1999 ein Master-Studium in Computer Related Design am Royal College of Art ab. Helen und Heiko leben und arbeiten seit 2000 als Künstler in Paris.
tEnt (Hiroya Tanaka and Macoto
Cuhara /JP Call<->Response versteht sich als artenübergreifendes Experiment, in dem Vögel und Computer einander eine „vokale“ Sprache beibringen und ist als Beitrag des breiten Forschungsgebiets „Artifical Intelligence“ einzuordnen. Mithilfe von „Physical modeling"-Software entwickelten tEnt ein Syrinxprogramm (Syrinx ist der Stimmkopf von Vögeln), das eine Reihe von Zwitscherlauten von Vögeln simuliert. Das Zwitschern stammt entweder von bereits ausgestorbenen oder nie existenten Vögeln produziert. Empfängt der Computer auf seinen „Ruf“
eine Antwort von frei lebenden Vögeln, führt die Software
ein evolutionäres Lernprogramm aus, mit dem es seine Zwitscherlaute
nach und nach modifiziert und verfeinert. Das Experiment soll die
wechselseitigen Veränderungen untersuchen, die durch „vokale“
Kommunikation hervorgerufen werden. tEnt ist eine 2003 gegründete
Künstlergruppe, Sie beschäftit sich u.a. mit Kunst im öffentlichen
Raum, Robotik und Mechanik, Möbeln und Inneneinrichtungen.
Ross Philips/SHOWstudio/UK Die interaktive Videoinstallation The Replenishing
Body besteht aus einem 5-x-5-Gitter aus Rechtecken, von denen
jedes eine Filmschleife von einer Sekunde Dauer enthalten kann. Mithilfe
einer Kamera und einem Touchscreen kann man dann kurze Videosequenzen
aufnehmen. Ross Phillips (UK) erwarb einen BA aus zeitbasierten Medien an der UWE in Bristol. Seit seinem Eintritt bei SHOWstudio 2003 hat Phillips an ortsbezogenen und Online-Installationen gearbeitet. Weitere Arbeiten umfassen zwei Projekte bei der 4. Internationalen Medienkunst-Biennale in Seoul und eine Ausstellung am Science Museum im Frühjahr 2007.
Alexander Ponomarev/RU Wave ist ein zwölf Meter langer Tunnel, gefüllt mit Wasser, dessen Wellenbewegungen vom ironischen schweren Atem des auf einer großen Projektionsfläche zu sehenden Künstlers ausgelöst werden; tibetanische Gebetsfahnen im Hintergrund fungieren als exotische Verstärker des aufgewühlten Raums. Zu dieser Arbeit inspirierte Alexander Ponomarev eine Reise nach Tibet. Für ihn wirkten die mit Gebetsfahnen behängten Fassaden wie Sensoren die der Ewigkeit zugewandt sind. So symbolisieren sie den Blick von den Höhen des Himalayas hinab auf die Welt. Diese symbolischen Sensoren sammeln die Wellen aus dem Ozean der Ewigkeit und machen sie dadurch sichtbar. Wasser als materielles Hauptelement soll ein Gefühl der Ruhe vermitteln; durch den schweren Atem und die Wellenbewegungen wird auf eine gewisse Weise auch der (politisch) aufgewühlte Raum beruhigt. Alexander Ponomarev, 1957 in Russland geboren, schloss 1973 die Kunstschule und 1979 das Nautical Engineering College ab. Er lebt und arbeitet in Moskau. |
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