Pressegespräch mit
Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer
O.K Direktor Mag. Martin Sturm

19. Jänner 2003


O.K Centrum für Gegenwartskunst

Bilanz

Die Produktion und Ausstellung zeitgenössischer Kunst und das Aufspüren neuer Tendenzen im internationalen Kunstfeld ist Hauptaufgabe des O.K.

  • Beschäftigung mit Kunst, die sich einmischt: Auseinandersetzung mit aktuellen kulturell, politisch und gesellschaftlich wichtigen Themen
  • Das O.K als Labor und Kunstbarometer
  • Internationale Vernetzung und lokale Kooperationen
  • besondere Förderung junger oberösterreichischer KünstlerInnen

Ausblick
Frühjahr 2004

  • Thematischer Ausstellungsschwerpunkt zum Thema Öffentlichkeit
  • Ausstellung SHAKE als vorläufiger Höhepunkt der internationalen Netzwerkarbeit
  • O.K Labor: Fortführung der Reihe O.K spektral
  • Siegfried A. Fruhauf als Artist-in-Residence
  • Neue Montagsvorlesungen und Czech_in 2


Bilanz

  • Beschäftigung mit Kunst, die sich einmischt: Auseinandersetzung mit aktuellen kulturell, politisch und gesellschaftlich wichtigen Themen

Im vergangenen Jahr widmete sich das O.K einer geografischen Region bzw. einem bestimmen politischen Problem, dem brisanten politischen Themenfeld Naher Osten. Die international viel beachtete Ausstellung „The Promise, the Land“ vereinte die Positionen von sechzehn jüdisch-israelischen Künstlerinnen und Künstlern die sich auf unterschiedliche Weise mit Politik bzw. auch ihrer eigenen Identität auseinander setzten.

The Promise, the Land
Jüdisch-israelische KünstlerInnen im Verhältnis zu Politik und Gesellschaft
7. März - 27. April 2003

Remapping the Region Symposium begleitend zur Ausstellung
7. - 8. März 2003

Filmreihe Israel
5. - 10. April 2003

Filmscreening Palästina
27. November

Emily Jacir Belongings
5. Dez. 2003 – 15. Feb. 2004

  • Das O.K als Labor und Kunstbarometer

Einzelausstellungen und Recidencys mit internationalen KünstlerInnen
2003 wurden im O.K zahlreiche Einzelprojekte mit spannenden, internationalen Künstlern und Künstlerinnen realisiert, die beispielhaft für aktuelle Entwicklungen im Kunstbereich stehen.
Es handelt sich dabei um KünstlerInnen einer jüngeren Generation, denen das O.K die erste große Präsentationsplattform bietet.

Peng Hung-Chih Little Danny
13.12.2002 - 2.2.2003

Dana Levy Last Moments Before
März/April 2003

Anna Gudmundsdottir
28. Mai - 13. Juli 2003

Emily Jacir Belongoings
5. Dez. 2003 – 15. Feb. 2004

Mit der Einführung von Spezialprogrammen wie der Reihe O.K spektral wird das O.K seinem Anspruch als innovatives Kunst-Labor gerecht.

Neueste Entwicklungen aus den Bereich Sound, Video und Elektronik wurden im O.K realisiert und später auch von anderen Institutionen wie etwa der Ars Electronica oder dem Künstlerhaus Wien übernommen werden (24! von Lotte Schreiber, Norbert Pfaffenbichler und Michael Aschauer)

24!
4.- 27. April 2003

IP III
17. Juni - 13. Juli 2003
Anja Krautgasser, Echelon

O.K spektral Kino
10. Okt. - 9. Nov. 2003

Meso /Involving Systems
5. Dezember 03 – 15. Feb. 04

Die technisch komplexen, interaktiven Installationen der Frankfurter Mediengruppe MESO sind Beispiel für einen unkonventionellen spielerischen Umgang mit Popkultur . Die Gruppe galt bisher als „Geheimtipp“. Das O.K präsentiert ihre Arbeiten zum ersten Mal in einem größeren Zusammenhang.

  • Internationale Vernetzung und lokale Kooperationen

Die konsequenten Bemühungen des O.K hinsichtlich einer funktionierenden Vernetzung mit anderen Kunsteinrichtungen trägt bemerkenswerte Früchte.
Das O.K ist Mitbegründer der Art Centers of Europe, einer Gemeinschaft europäischer Kunsteinrichtungen die auf Initiative des Culture 2000 Programms der EU zurück geht. Zwischen diesen sieben Partnern wurde ein Kooperationsmodell entwickelt, das mittlerweile auf EU-Ebene als beispielhaft gilt. (Kontaktaufbau zur jeweils regionalen KünstlerInnen Szene, Stipendienprogramme und KünstlerInnenaustausch, bilaterale Ausstellungsserie RE:Location.)

Kaochiung Museum in Taiwan Ausstellung “How Big is The Wold”

Kooperationsprojekt RE:Location
mit der Galéria Jána Koniarka, Trnava, Slowakei und dem Centrul International pentru Arta Contemporana, Bukarest, Rumänien

Die Zusammenarbeit mit lokalen Kunsteinrichtungen und der Freien Szene ist nicht nur zweckmäßig weil sich eine Reihe von Synergien ergeben sondern auch inhaltlich wichtig für alle Beteiligten.

Das O.K kooperiert mit dem Ars Electronica Center im Rahmen des Festivals, mit der Kunstuniversität und dem Reklamebüro für die Montagsvorlesungen. Die Programmreihe Czech-in ist eine Zusammenarbeit mit der Stadtwerkstatt. Besonders erfreulich und erfolgreich war 2003 die Kooperation mit dem Landestheater Linz und drama graz bei der Aufführung der Elfriede Jelinek Monologe „Wer will allein sein“

  • Förderung jüngerer oberösterreichischer KünstlerInnen

Durch die guten Kontakte zu internationalen Kunsteinrichtungen gelingt es dem O.K immer wieder für oberösterreichische KünstlerInnen interessante Ausstellungsmöglichkeiten und Artists-in-Residence Aufenthalte zu organisieren.

How Big is The Wold” Kaochiung Museum, Taiwan, April-Juni 2003
Markus Schinwald, Anne Schneider, Katharina Struber/Ursula Witzany, Klaus Taschler,

Re:Location 5, Trnava, Slovakei, 9. Dez. 2003 – 1. Feb. 2004
Mario Sinnhofer, Ella Raidl

Re:Location 2, Cluj, Rumänien 15. Juli – 5. Aug. 2003
Barbara Musil, Markus Seidl


Das O.K als Arbeits- und Präsentationsort für eine jüngere Generation von KünstlerInnen, die eine Rolle in OÖ Kunstszene spielen:

David Moises "Hobbythek"
10. Oktober - 9. November
Erste umfassende Präsentation sein Langzeitprojektes „Hobbythek“


ISLAND by Numbers
28.Mai - 13.Juli 2002

Für die Ausstellung „Island by Numbers“ ermöglichte das O.K einer Gruppe von sechs oberösterreichischen KünstlerInnen eine „Kunstexpedition“ nach Island, die anschließend in einer Ausstellung mündete.
Oliver Dorfer, Gerhard Gutenberger, Pepi Maier, Claudia Plank, Hans Werner Poschauko, Josef Ramaseder, Beate Rathmayr



AUSBLICK O.K Programm
Frühjahr 2004

  • Thematischer Ausstellungsschwerpunkt zum Thema Öffentlichkeit

2004 steht die Frage, was wir heute unter „Öffentlichkeit“ verstehen können, wie der öffentliche Raum organisiert ist und welche unterschiedlichen Interessen und Vorstellungen sich daran knüpfen im Mittelpunkt des thematischen Interesses.

OPEN HOUSE
12. März – 2. Mai 2004.
Eröffnung: 11. März 2004
KuratorInnen: Thomas Edlinger, Stella Rollig, Roland Schöny

OPEN HOUSE fokussiert auf den Status von Kunst und Öffentlichkeit heute.
Die eingeladenen KünstlerInnen stellen den Begriff der urbanen Öffentlichkeit, die Produktion visueller Images im Stadtraum oder die Möglichkeiten künstlerischer Interventionen im öffentlichen Raum zur Diskussion und bearbeiten damit relevante Themen die weit über das Feld der Kunst hinaus gehen.
Die gezeigten Arbeiten sind an der Schnittstelle von Kunst, sozialer Praxis und politischem Aktivismus angesiedelt und weisen vom O.K in das Aktionsfeld Stadt hinaus.

KünstlerInnen: BBM, Big Hope Michael Blum, Candice Breitz, Harun Farocki, Andrea Geyer, Marko Lulic, Oliver Ressler, Andrea van der Straeten, Silke Wagner u.a.


26./27. März 04
OPEN WEEKEND: GELEBTE BEDINGUNGEN
Diskussion, Video und Musik im Rahmen von „Open House„

Die in „Open House„ thematisierten Übergangsbereiche zwischen Kunst im öffentlichen Interesse und politischem Handeln werden an diesem Wochenende auch im Hinblick auf private und individuelle Lebensformen befragt. 2 Tage im Zeichen der vielfältigen Zusammenhänge zwischen Sexualität, Ökonomie, Politik und Kultur.
Mit: b_books, Glückliche Arbeitslose, Eva Illouz, Terre Thaemlitz, Malmoe

  • Ausstellung SHAKE als vorläufiger Höhepunkt der internationalen Netzwerkarbeit

2004 gipfelt das Programm der Art Centers of Europe in sieben großen Ausstellungen, die sich, zusammengefaßt unter dem gemeinsamen Titel SHAKE mit der Überschreitung von Grenzen beschäftigen und an den sieben Orten gleichzeitig gezeigt werden.

28. Mai – 25 Juli 2004
SHAKE im O.K
Eröffnung: 27. Mai 2004

Was bedeuten Staaten, Nationalismen, Sprachen und Stereotypen in einem vereinten Europa und in einer vernetzten Welt?
Die Ausstellung SHAKE stellt alle gelernten Aus- und Abgrenzungsmechanismen in Frage und erschließt neue Konstellationen und Zusammenhänge.
In vier Abteilungen der Ausstellung, dem DEPARTEMENT OF LANGUAGE, dem DEPARTEMENT OF STEREOTYPES, dem DEPARTEMENT OF SABOTAGE und der DEPARTEMENT OF REPRESENTATION befassen sich die KünstlerInnen mit gesellschaftlichen und politischen Grenzen, nationalen Identifikationsmerkmalen und Vorurteilen.

Innerhalb dieses Rahmens und bezugnehmend auf die gesamteuropäische Entwicklung wurde diese Ausstellung in enger Kooperation mit der Villa Arson in Nizza entwickelt. Die Rahmenbedingungen der Ausstellungsorte, ihre kulturellen und politischen Hintergründe sind ebenso Teil der Auseinandersetzung der eingeladenen KünstlerInnen, wie Fragen nach nationaler Konstruktionen und Identität.

KünstlerInnen: Wong Hoy Cheong, Dorit Margreiter, Juan Esteban Sandoval, Luca Vitone, Jun Yang, u.a.

  • O.K Labor: Fortführung der Reihe O.K spektral

Die im Frühjahr 2003 begründete Reihe O.K spektral versteht sich als Plattform für Installationen, die aus dem hochaktiven Bereich der Neuen Elektronik kommen.

Station Rose: Electronic Habitat 03
19. 03 – 30. 04.2004
Das in Frankfurt ansässige Künstlerduo Station Rose (Gary Danner und Elisa Rose, beide geb. in Linz) laden ein, in einer aus modularen Zellen gestalteten atmosphärischen Zone zu verweilen, in der verschiedene visuelle Projektionen und unterschiedliche Sound-Situationen durch die Arbeit der Gruppe führen.

Bernhard Gál : Night Pulse
28. 05 – 25. 07
Bernhard Gál, geb. in Wien, lebt derzeit in Berlin; Konzerte, Ausstellungen und Soundinstallationen konnte er bisher in Wien, Berlin, Darmstadt, Kopenhagen, New York oder Tokio realisieren. Gáls Werk „Night Pulse“ wird eigens für die Reihe O.K spektral konzipiert.

  • Siegfried A. Fruhauf als Artist-in-Residence

In Kooperation mit dem Filmfestival Linz crossing europe (4. – 9. Mai 2004)
beherbergt das O.K das Local Artists-Atelier, bei dem einzelne FilmkünstlerInnen im Rahmen von Werkschauen, Werkstattgesprächen, Installationen und einer carte blanche für Filmprogramme, vorgestellt werden.

2004 präsentiert sich in dieser Reihe der Avantgardefilmkünstler Siegfried A. Fruhauf. Der 1976 in Grieskirchen geborene Fruhauf studierte an der Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung in Linz und konnte mit seinen Film- und Videoarbeiten bereits international auf sich aufmerksam machen. Er wird als Artist-in-Residence im O.K zu Gast sein und im Rahmen des Festivals eine neue Arbeit vorstellen.

  • Neue Montagsvorlesungen und Czech_in 2

Montagsvorlesung
KUNST UND MEDIEN – Defining Reality

Kuratoren: Karin Bruns (Kunstuniversität Linz), Thomas Edlinger

„Defining Reality“, die zweite Staffel der Montagsvorlesungen, versucht den heutigen Status von Medientheorie und –wissenschaft unter besonderer Berücksichtigung der zentralen Frage nach der oder den „Wirklichkeit(en)“ zu reflektieren.

1. März: Was ist ein Medium? Vrääth Öhner

3. Mai: Klaus Theweleit

7. Juni: „Attentat und Medien“ Prof. Dr. Manfred Schneider

5. Juli: Prof. Dr. Gertrud Koch


Czech_in: Kurzauftritte Tschechischer Kunst in Linz

Regionale Kunsteinrichtungen haben in einer gemeinsamen Initiative tschechische Künstlerinnen und Künstler eingeladen Arbeiten zu präsentieren bzw. vor Ort zu entwickeln.

19. Februar
Czech_in im O.K, Block 3, Neustadt
Im Rahmen des Themenblocks „Neustadt“ präsentiert das für seine politischen Interventionen bekannte Künstlerkollektiv Pode Bal eine Auseinandersetzung mit der tschechischen Geschichte.

22. April
Czech_in im O.K, Block 4, gender

Der Themenblock „gender“ widmet sich der Auseinandersetzung mit Körper und Körperlichkeit in der tschechischen Kunst.