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Stop.Spot! - Akkustische Umweltverschmutzung

18. November 2005 – 19. November 2005

Save my Ears!

AKUSTISCHE UMWELTVERSCHMUTZUNG - SAVE MY EARS!
18. - 19. November 2005
Das STOP.SPOT Festival 2005 widmet sich dem Thema der akustischen Umweltverschmutzung.

Diesen Begriff möchten wir neben seiner Bedeutung in der Ökologie auch als Schlagwort und Synonym für die akustische Beeinträchtigung des öffentlichen und medialen Raumes, verstanden wissen. Während die visuelle Reizüberflutung ein stetiges Thema zu sein scheint, beschränkt sich die Diskussion hinsichtlich der akustischen Beeinträchtigungen des Lebensraumes meist auf die Wahrnehmung von offensichtlichen Lärmquellen seitens Baustellen et cetera. „Sound“ als architektonische Komponente und ökologischer Faktor für subjektive Lebensqualität bleibt oftmals ausgeklammert. Audioszenarien entstehen jedoch unentwegt in allen Sozialräumen.

Dazu wird die "Buhlschaft” KonsumentIn immer mehr auch ein Opfer des Audio-Brandings. Klingeltöne, Warteschleifen, Tram-Radio gespickt mit Hits, der Soundtrack zur Versicherung, sprechende Fahrstühle und Toiletten, Musik nach Rezept und Witze-Marathons im Rundfunk kreieren eine apokalyptische Mischung aus inszenierter Dauerfröhlichkeit, jugendlicher Dynamik und aggressivem Geplärr.

Die thematisierte akustische Umweltverschmutzung ist allerdings ein öffentliches Thema, welches als solches nur von einer Minorität wahrgenommen wird. Die akustische Positionierung jeder einzelnen Person ist sehr stark von der individuellen Bezugnahme auf den jeweilig hörbaren Zustand abhängig. Es ist aber wohl notwendig einen leidenschaftlichen Bezug gegenüber Sound und Musik zu hegen, um überhaupt erst registrieren zu können, welchen Szenarien man gewohnt / gewillt ist sich auszusetzen.

Die Klimaanlage für das menschliche Gemüt läuft also auf Hochtouren; Fragen dazu könnten in etwa lauten: Wessen Ziel ist es, neben der kontrollierten Handhabung einer zerstreuten Masse die „technisch moderierte Sicherstellung des Marktes“ gewährleistet zu haben? Ab wann ist „Sound“ und die Art des Musik- und Kunstkonsums aber nicht mehr eine Sache des Geschmacks allein, sondern durch aggressives, privates und öffentliches „mood management“ gesundheitsschädigend?

Eine Diskussion um die Redefinition von (akustischer Lebens-) Qualität erscheint uns unumgänglich, wobei Intention und Motivation von Musikschaffenden, KlangkünstlerInnen und SounddesignerInnen auch in das Zentrum des Interesses rücken werden.

Die dritte Auflage des Stop.Spot! Festivals bearbeitet das Thema der akustischen Umweltverschmutzung entlang von Installationen, Musikdarbietungen, sowie einer theoretischen Einführung.
Wir wünschen eine gute Zeit im OK Centrum für Gegenwartskunst.

Anatol Bogendorfer & Andreas Mayrhofer

STOP.SPOT! Festival 2005
organisiert von Corridor und O.K Centrum für Gegenwartskunst
18. und 19. November 2005
O.K Centrum, Dametzstrasse 30 / Tel.: 070-784178-0

http://stopspot.servus.at/2005/