Sidenavigation and Modules


Schaurausch - Kunst in 50 Schaufenstern
Künstlerinnen

Laurien Bachmann

Stefan BanzStefan Banz
Dive 2 - Sanftmut und Jähzorn, 1996/2011

Der von knöchelhohem Wasser geflutete große Saal des OK kann über einen flachen Holzsteg gequert werden. Der sich an der Wasseroberfläche reflektierende Raum verfließt unter dem Effekt der Spiegelung in ein Bild der Sanftmut. Ein regelwidriges, „jähzorniges“ Hineintreten ins glänzende Wasser wird nicht geahndet, auch wenn das kontemplative Muster sich verzerrt.

Installation, Raum, Wasser, Licht, Fenster, Sarnafolie, Holz, 800 x 1100 x 2000 cm
Auftragsarbeit: OK Offenes Kulturhaus; Courtesy: der Künstler
Mit der Unterstützung von: Pro Helvetia Schweizer Kulturstiftung

Geboren 1961 in Sursee / CH, lebt in Cully / CH und Berlin / DE.

Erdal Buldun TR/DEBlaues Kabinett
Inge Dick AT
Gerhard Dirmoser AT
Gino de Dominicis IT
Ronald Duarte BR
Jack Falanga US
Ceal Floyer GB
Gianfranco Foschino CL
Dara Friedman US/DE
Shaun Gladwell AU
Shilpa Gupta IN
Peter Hauenschild, Georg Ritter AT
Hund und Horn AT
Mathias Kessler AT
William Lamson US
Angelika Middendorf DE
Vik Muniz BR
Yoko Ono JP
Steve Poleskie US
Michael Sailstorfer DE
Roman Signer CH

Im Blauen Kabinett versammelt sich eine Auswahl von künstlerischen Filmen, Fotografien, Objekten und Dokumenten, die sich spielerisch mit Luft und Wasser als bewegende und elementare Ereignisse beschäftigen.

Janet Cardiff, George Bures MillerCardiff
The Forty Part Motet, 2007
9. Juli - 11. September 2011

Die kanadische Künstlerin Janet Cardiff hat die vierzigstimmige Motette „Spem in Alium“ des englischen Renaissance-Komponisten Thomas Tallis einzeln aufgenommen und auf eben so viele Lautsprecher verteilt. Innerhalb dieses Klangraumes können sich die BesucherInnen zwischen den einzelnen Stimmen bewegen und den Gesang der miteinander korrespondierenden Chöre unmittelbar erleben.

40 Standlautsprecher, Verstärker, Wiedergabegerät, 14 Loop (11´ Musik, 3 Pause)
Stimmen: Salisbury Cathedral Choir, Aufnahme und Nachbearbeitung: SoundMoves
Bearbeitung: George Bures Miller, Produktion: Field Art Projects

Janet Cardiff und George Bures Miller leben und arbeiten in Grindrod / CA und Berlin / DE.

CoimbraEduardo Coimbra
Luz Natural (Natural Light), 2011

Ein flirrendes Bild des Himmels entsteht durch fragmentierte, auf Neonröhren affichierte Fotos. Dieses Himmelspanorama als Mittler zwischen Außen- und Innenraum repräsentiert das Lichtbild an sich, zumal Wolken und das Himmelsblau die reinsten und beeindruckendsten virtuellen Erscheinungen sind.

Installation, Duratrans-Druck, Neonröhren, 238 x 535 cm, Durchmesser je 6 cm
Auftragsarbeit: OK Offenes Kulturhaus, Courtesy: der Künstler

Geboren 1955 in Rio de Janeiro / BR, lebt und arbeitet dort.

Bow WowAtelier Bow-Wow
Linz Super Branch, 2011

Conzett, Bronzini, Gartmann
Brücken im Himmel, 2011

Das japanische Architekturbüro Bow-Wow entwickelte 2009 mit dem „Linzer Super-Zweigwerk“ die architektonische Erschließung der Dachlandschaft. Der Konzeption eines Zweiges folgend, ist das modulare Stegesystem nun weitergewachsen. Mit dem „James Bond Walk“, der entlang der Gebäudekante des Passage führt und Brücken über das Parkdeck wurde ein neuer Rundgang erschlossen.

Weithin sichtbar verklammern sich zwei spektakuläre Brücken mit den Türmen der Ursulinenkirche. Die vom Schweizer Baukünstler Jürg Conzett entwickelte Brückenkonstruktion wurde in präziser funktionaler Ästhetik dem modularen Stegsystem von Atelier Bow- Wow angefügt. Der wurzelförmig wuchernden, organischen Struktur ist damit der Brückenschlag über Häuserschluchten gelungen.

Atelier Bow-Wow | Linz Super Branch, 2009/2011 [Linz Super Ast]
Holzkonstruktion: Stiegen, Stege und Plattformen in Kooperation mit Riepl Riepl Architekten, Auftragsarbeit: OK Offenes Kulturhaus

Conzett, Bronzini, Gartmann | Brücken im Himmel, 2011
zwei Brücken, Holzkonstruktion
in Kooperation mit Riepl Riepl Architekten, Auftragsarbeit: OK Offenes Kulturhaus

Atelier Bow-Wow Architekturbüro, gegründet 1992 in Tokio / JP, geleitet von Yoshiharu Tsukamoto (*1965 in Kanagawa) & Momoyo Kaijima (*1969 in Tokio). Konstruktionsskizzen von Masatoshi Hirai.
Conzett, Bronzini, Gartmann AG Ingenieurbüro, gegründet 1992 in Chur / CH, geleitet von Jürg Conzett (*1956, Schiers), Gianfranco Bronzini (*1967, Brusio), Patrick Gartmann (*1968, Tenna)

GlusmanLaura Glusman
nado y nada, 2004

Die Wasseroberfläche wirkt erdig und glänzend zugleich. Der kraulende Frauenkörper gewinnt kaum Kontur und scheint mit dem Element symbiotisch verschmolzen. In der permanenten Wiederholung des Videoloops bleibt die Gestalt eine Gefangene. Trotz ständiger Bewegung kommt sie nicht von der Stelle – ein Bild für die Sinnlosigkeit, gegen den Strom schwimmen zu wollen.

Videoprojektion, DV 720 x 576 / DVD PAL, 2´18´ Loop, Farbe, Ton Courtesy: die Künstlerin, Mit der Unterstützung von: Promote Iceland

Geboren 1971 in Argentinien, lebt und arbeitet in Rosario / AR.

HeinJeppe Hein
Hexagonal Water Pavilion, 2007

Ein programmierter Wasserpavillon bei dem die Wände willkürlich steigen und fallen. BesucherInnen bewegen sich innerhalb der Struktur und können im Spiel der steigenden und fallenden Wasserwände die Bildung räumlicher Konfigurationen lustvoll erleben.

Installation, Wasser, Stahl, Düsen, elektrische Pumpe, Computer, Holzrampe, 19,80 x 13,07 x 2,50 m Courtesy: Johann König, Berlin und 303 Gallery, New York

Geboren 1974 in Dänemark, lebt und arbeitet in Berlin / DE.

KempinasŽilvinas Kempinas
Live Transmission, 2011

Live Transmission ist eine Raum füllende kinetische Skulptur, die sich permanent durch sich bewegende Magnetbänder formt und ihre Impulse aus dem Wind von Ventilatoren bezieht. Die großen, wellenförmigen Bewegungen machen elementare Gesetze der Physik sichtbar und decken spielerisch die verborgenen Kräfte des Windes auf.

Installation, Magnetband, Ventilatoren, Größe variabel Courtesy: der Künstler, Yvon Lambert New York – Paris und Galerija Vartai, Vilnius
Auftragsarbeit: OK Offenes Kulturhaus

Geboren 1969 in Plunge / LT, lebt und arbeitet in New York / US.

kropshoferHans Kropshofer
Fokus Linz, 2011

Eine Raumstation ist über den Dächern von Linz gelandet. Sie schickt ihre Besucher auf eine Zeitreise zwischen Gestern und Heute.
Wie hat sich Linz verändert? Was blieb, was kam und wie steht es mit der Lebensqualität in der Stadt? Ein Blick in und aus dem Fokus Linz gibt Aufschluss darüber.

Auftraggeber: Stadt Linz, Idee: Haslinger, Keck

Lang / BaumannLang/Baumann
Comfort #10 (Linz), 2011

An der Fassade des OK scheint sich eine überdimensionale Seifenblase aus dem Fenster zu drängen. Was vom Außenraum betrachtet als Blase erscheint, ist eine transparente zylinderförmige Skulptur. In den Fensterraum gepresst und mit Luft angefüllt, spiegelt sich im Inneren des sphärischen Objektes die Umgebung.

Installation, Polyurethanfolie, Schlauch, Gebläse, 1 Zylinder, 3,3 x 5 m
Auftragsarbeit: OK Offenes Kulturhaus,
Mit der Unterstützung von: Pro Helvetia Schweizer Kulturstiftung

Sabina Lang, geboren 1972 in Bern / CH; Daniel Baumann, geboren 1967 in San Francisco / US, leben in Burgdorf / CH. Zusammenarbeit seit 1990

MaierPepi Maier
Twist Below Zero 2.011, 2003/2011

Vereiste, sich spiralförmig windende Kupferrohre durchziehen den Dachboden des Ursulinenhofs. Von einem Kühlaggregat betrieben vereist das Schlangengebilde im ständigen Austausch mit der Umgebungstemperatur und tritt auch ästhetisch in Dialog mit dem barocken Gebäude.

Installation, Kupferrohr, Kältemaschine, Eis
Auftragsarbeit: OK Offenes Kulturhaus

Geboren 1959 in Passau, lebt und arbeitet in Linz.

Motta LimaGisela Motta / Leandro Lima
Zero Hidrográfico, 2011

Der Dachboden der Ursulinenkirche wird vom Schein einer abstrakten, sich wellenförmig bewegenden Installation eindrucksvoll durchflutet. Ein ausgeklügeltes System von hydraulisch vertikal bewegten Stäben und horizontalen Neonröhren bildet eine ästhetische Struktur von hoher Intensität und zauberhaftem Reiz.

Mixed-Media-Installation, 60 T5-Neonröhren, 36 motorisierte Mechanismen, 750 x 750 cm

Geboren 1976 in São Paulo, leben und arbeiten in São Paulo / BR.

NakayaFujiko Nakaya
Cloud Parking in Linz, 2011

Über den Dächern von Linz ziehen Nebelschwaden und sorgen für einen stimmungsvollen Übergang in die himmlischen Sphären des HÖHENRAUSCH.2. Die trotz der luftigen Höhe dichten Schichten der Nebelinstallation erzeugen künstlich ein Naturphänomen.

Die Nebelanlage von der japanischen Künstlerin Fujiko Nakaya versprüht Wasser mit hohem Druck. Dabei werden spezielle Nebeldüsen vom Typ Fog System verwendet. Aus dem 120 Mikron kleinen Düsenloch trifft das Wasser auf eine Prallstiftspitze, wobei es zu Nebel zerstäubt wird. Durch Übersättigung der Luft mit Feuchtigkeit kondensiert das Wasser und wird als Nebel sichtbar. Windverhältnisse, Temperatur und die relative Luftfeuchtigkeit der Umgebung bestimmen die Intensität der Nebelbildung. Während der heißen Tage im Sommer sorgt der Nebel ebenfalls für eine angenehme und erfrischende Abkühlung. Technik und Engineering stammen von der Schweizer Firma Biogenesis TheFogSystem.

Link: http://www.thefogsystem.com

Nebelskulptur, Nebelsystem, ca. 600 Düsen, Wasser
Auftragsarbeit: OK Offenes Kulturhaus

Geboren 1933 in Tokio, lebt und arbeitet in Tokio / JP.

RistPipilotti Rist
Nothing, 2011

Eine Rauchblasenmaschine schafft reine Poesie: rauchig gefüllt, treten die in Spektralfarben schillernden Blasen zunächst kugelförmig aus, gleiten unförmig wabbernd durch die Luft, bis sie platzen und sich der schöne Schein in Nichts auflöst.

Installation, Maschine, die Seifenblasen gefüllt mit weißem Rauch produziert, 161 x 125,5 x 61, 5 cm
Courtesy: die Künstlerin und Hauser & Wirth, Zürich
Mit der Unterstützung von: Pro Helvetia Schweizer Kulturstiftung

Geboren 1962 in Grabs im Rheintal, lebt und arbeitet in Zürich / CH.

RuriRúrí
Archive – Endangered Waters, 2003

Rúrí hat 2003 52 gefährdete Wasserfälle Islands konserviert. Beim Herausziehen der einzelnen Rahmen des Archivkastens ertönt jeweils der Originalton zum transparenten Abbild. Die Audioinstallation zeugt von der Gefährdung der Naturphänomene, da seit ihrer Entstehung die Hälfte dieser Wasserfälle verstummt sind.

Interaktive Installation, 52-teilige Serie von gerahmten Fotografien, Stahl, Glas, transparente Fotopositive, Audiosystem, Computersteuerung, Archivstruktur 234 x 516 x 160 cm
Courtesy: die Künstlerin

Geboren in 1951 in Reykjavik, lebt und arbeitet in Reykjavík / IS.

StalderUrsula Stalder
Lagune von Venedig, 2007/2011

Die verlorenen und weggeworfenen Materialien des Alltags, die Ursula Stalder als Schwemmgut am Meeresufer geborgen hat, sind zwischen den Stegen des HÖHENRAUSCH.2 gestrandet. Die Lagune von Venedig mit morschen Fischerbooten und Unrat verdichtet sich zu einem Gesamtbild und erzählt von Gleichgültigkeit, Unnutz und ihrer maritimen Herkunft.

Outdoor-Installation, Fundstücke, u. a. 12 Fischerboote, Schiffsteile, Bojen Fischereizubehör, Unmengen von Unrat, ca. 350 m2
Mit der Unterstützung von: Pro Helvetia Schweizer Kulturstiftung

Geboren 1953 in Horw / Luzern, lebt und arbeitet in Luzern / CH.

DorningerWolfgang Dorninger
Wasser, Wind, Waves, 2011

Als imaginärer Anklang und Auftakt zu HÖHENRAUSCH.2 wurden in den Windfang am Eingang Klänge implantiert. Zu hören sind konkrete Wasser- und Windgeräusche und synthetisierte Klänge, die eine Verbindung zur Windmaschine im Glockenturm schaffen.

Audioinstallation, 4 Audiokanäle (nicht gerichtet), 4 taktile Lautsprecher, DVD 9´3“ Auftragsarbeit: OK Offenes Kulturhaus

Windmaschine (Wind Machine), 2011

Das pfeifende Geräusch des Windes zieht durch den offenen Glockenturm. Doch es ist eine Täuschung, denn es wird vom Nachbau einer barocken Windmaschine durch das Reiben eines Segelstoffs an einer Holzwalze von BesucherInnen selbst erzeugt. Mittels dieser historischen Mechanik gelingt es dem Klangkünstler Wolfgang Dorninger, den glockenlosen Turm wieder zum Tönen zu bringen.

Idee: der Künstler, Windmaschine: Förderverein zum Erhalt historischer TheaterTechnik und TheaterArchitektur e.V, Berlin/DE, Auftragsarbeit: OK Offenes Kulturhaus

Geboren 1960 in Linz / AT, lebt und arbeitet in Linz und gerne auch anderswo.

Höhenrausch-Kunstwald
bei der Landesgartenschau Ansfelden

Claudia Czimek
Katharina Lackner
Wolfgang Dorninger

LUFTSPRÜNGE IM POWER TOWER ENERGIE AG

Eva Schlegel
Werner Reiterer
Servaas

EISZEIT IM PARKBAD

Pepi Maier und Svitlana Trattmayr

Architektur

Atelier Bow-Wow
Jürg Conzett
In Zusammenarbeit mit Riepl Riepl Architekten

Ausstellungsgestaltung

ANY:TIME Architekten
Michael Weingärtner

Projektleitung

Rainer Jessl

Kuratorenteam

Genoveva Rückert
Julia Stoff
Martin Sturm
Rainer Zendron

Schaurausch - Kunst in 50 Schaufenstern
Künstlerinnen

Der Aufstieg ermöglicht "dem Himmel so nah" zu sein, wie selten zuvor. Wer hochsteigt, verwandelt sich in die Figur des Dachwanderers und erkundet eine ungewohnte Perspektive auf die Stadt Linz.


Pierre Bismuth /FR /BE
Respect the Dead, 2001–2009

Bismuth zeigt die ersten Minuten aus Filmen wie "Dirty Harry", "Vertigo" und "Highlander". Sobald ein Darsteller dieser Filme zu Tode kommt wird der Film abrupt beendet und es folgt der Abspann. Der radikale Cut macht aus filmischen Nebenfiguren Hauptdarsteller und fordert ironisch einen respektvollen Umgang mit ihrem plötzlichen Tod ein. Für den Höhenrausch über den Dächern von Linz hat Bismuth speziell eine Serie von Filmen ausgewählt, die alle auf Dächern, Parkgaragen oder Balkonen spielen.

Shaun GLADWELL /AU
Voyage/Descent, 2009

Gladwell filmte Og D’Souza, der im Gebäude der Biennale von São Paulo (von Oscar Niemeyer) ohne seine Beine zu benutzen auf dem Skateboard seine Runden dreht. Die Arbeit zeigt Og, wie er Schwerkraft definiert indem er auf den Kopf gestellt durch das weitläufige Gebäude fährt. Ebenso dokumentierte er in New Plymouth, Neuseeland eine Skateboardfahrt direkt am Meer in einer Parkgarage. Nachdem dieser Park-Turm am Meer und neben dem Vulkan "Taranaki" liegt, hat ihn Gladwell als die schönste Parkgarage der Welt beschrieben.

Inger Lise Hansen /NO
Parallax, 2009

Hansen drehte ihren Film im Februar 09 über den Dächern von Linz mit "umgekehrter" Perspektive. Die auf den Kopf gestellte Super-16mm-Kamera wurde bloß Zentimeter um Zentimeter von Einstellung zu Einstellung bewegt. Diese "Stop Motion"-Technik verleiht Wetter, Licht und Schatten eine ungeahnte Präsenz.

Ricardo Jacinto /PT
Labyrinthis, 2007–2009

Das Ballonbündel von Jacinto vermindert das Körpergewicht um 35 kg und führt zur Einschränkung der Balance. Dieses Werk thematisiert den Gleichgewichtssinn im Innenohr, dessen Irritation die "Labyrinthitis"-Erkrankung hervorruft, aber auch den Kick auf jenen Wirbel-Maschinen auslöst, wie man sie in Vergnüngsparks findet.

Shih-Yung Ku /TAIWAN
Bubble Man, 2006

An einem Heliumballon mit 4 Meter Durchmesser klebt eine lebensgroße Figur, die hoch oben schwebt und schwankt, je nachdem wie der Wind geht. Der Luftblasenmann von Ku erinnert daran, dass unter all den großen Erfindungen der Menschheit – vom Rad über den Buchdruck und die Segelschiffe bis hin zum Computer - kaum eine die Welt so sehr verändert hat wie die Eroberung der Lüfte und die Sehnsucht nach dem Höhenrausch. Aus Sicherheitsgründen (für ihn und für uns) wird der „Bubble Man“ jeden Abend eingezogen und am Morgen wieder gehisst. Er ist damit nicht nur ein Sehnsuchtszeichen, sondern auch ein praktischer Hinweis: Immer dann, wenn er über der Stadt sichtbar wird, ist der Höhenrausch geöffnet und zugänglich.

Lightness, the way to let you lighter, 2000

Im Video von Ku bläst ein Mann einen Luftballon so groß auf, dass er daran hängend in den Weltraum entschwindet. Plötzlich jedoch platzt der Traum vom Fliegen und er stürzt mit einer Explosion zu Boden. Die kaleidoskopische Präsentation zeigt Himmelsflug und -sturz als Farbenexplosion.

Georg Lindorfer /AT
Flieeeeeg, 2009

In Lindorfers Szenerie können die Besucher ihren Kopf durch das Loch einer bemalten Plakatwand stecken und ein Jahrmarkt-Foto von sich machen. Die Porträtierten schlüpfen in die Rolle einer riesenhaften Kindgestalt mit Luftballon, die in der Animation auf der Rückseite der Tafel vom OK Platz entschwebt.

Maider López /ES
High Wheel, 2009

Der von López angeregte neue Farbanstrich - Rot für das Gerüst, Grün für die Gondeln - verwandelt das Riesenrad der Familie Rieger in eine Skulptur, in ein Meisterwerk der Ingenieurskunst und macht es zugleich zum Wahrzeichen der Kulturhauptstadt. Das Mitte der 1960er-Jahre konstruierte Riesenrad der Familie Rieger wurde zum Wahrzeichen des Urfahranermarktes. Damals das größte mobile Rad im süddeutschen Raum, überzeugt es noch heute durch seinen Retrocharme und die kühnen schiffartigen Gondeln, die ein intensives Schwebe- und Schwindelerlebnis garantieren. Im Video von Maider López verschwindet durch digitale Bearbeitung die monumentale rote Konstruktion und übrig bleiben die sich grün drehenden Gondeln, die wie von Zauberhand bewegt über der Stadt schweben.

Mali Wu /TAIWAN
Paradiesgarten, 2009

Das Sehen, Riechen, Fühlen, Schmecken im kleinen Heilkräutergarten auf dem Dach des alten Ursulinenklosters öffnet die Sinne. Und schafft zugleich die natürliche Verbindung zwischen Himmel und Erde, aber auch zur historischen Verbindung von U-Hof und OK über einen Klostergarten der gemeinsamen Anlage. Für Wu wird das Gärtnern zur Meditation entlang der Wege einer lebenden Apotheke. Die Pflanzen, die man hier zieht, werden seit Menschengedenken zu Heilzwecken eingesetzt. Die taiwanesische Künstlerin WU MALI errichtete den Garten mit Hilfe Bergkräuter Genossenschaft Hirschbach im Mühlviertel.

Das Zettel-Spalier von Wu gibt Auskunft zum "geheimen" Wissen über die Heilwirkung von Pflanzen. Kräuter-Rezepte aus unterschiedlichen Wissensgebieten (Literatur, Kulturgeschichte, Pharmazie, traditionelle chinesische Medizin TCM und überliefertes Wissen) können frei entnommen werden!

Paul DeMarinis /US
Rain Dance, 1998–2009

DeMarinis Klanginstallation benutzt Wasser um bekannte Melodien als Komposition aus Tropfen und Klangvibrationen erklingen zu lassen. Der aufgespannte Regenschirm wird zum Resonanzkörper für Klangwelten aus feinen Wasserfäden – auch bei Sonnenschein.

Martin Music /AT
Music in the Sky, 2005/2009

An 5000 heliumgefüllten Luftballonen hängend, war Music’ Aufstieg auf das Dach bei der Eröffnung ein echter Höhenrausch. Der Künstler erfüllt buchstäblich das Wunschbild der Menschen zu entschweben: schnell flüchtend, melancholisch, clownesque – und dennoch schwingt das Risiko mit. Ein Video dokumentiert den spektakulären Flug, die Ballone verbleiben als Fluggerät

Werner Pfeffer /AT
Stadtmensch, 2009

Pfeffer errichtete Aussichtspunkte und Panoramatafeln und erzählt von Stadtmenschen wie dem Organisten, dem Linzertorten-Bäcker und den Skatern. Der Blick nach Süden zielt nach Triest und zu den voestalpine-Hochofenarbeitern. In den "Hörpunkten" klingen Straßenbahn und Glockengeläut.

Pipilotte Rist /CH
Open My Glade (Flatten), 2000

Im Film presst die von Rist selbst dargestellte Frau Kopf, Lippen und Hände gegen eine Fensterscheibe. Offen bleibt, ob Nähe oder Gefangenschaft sich zeigt. Die obsessive Liebkosung des Fensters im alten Ursulinenkloster ist wie ein letzter himmlischer Gruß vor dem Abstieg auf die Erde. Der Himmel liegt hinter uns und wir sind wieder in der Wirklichkeit angekommen.

Roman Signer /CH
Raketenbahn, 2009

Signer schießt einmal täglich die Grußbotschaften der Besucher mit einer Raketenbahn quer über den OK Platz. Dieses nur wenige Augenblicke dauernde Ereignis erheitert und lässt einen schmunzeln über diese explosive Art der Übermittlung, die der heute meist digitalen hinterher jagt.

Filme, 1981 - 2006

Signer vollführt mit seinen Videos und Filmen einen Balanceakt zwischen Schalk und Melancholie. Er geht immer von skulpturalen Versuchsanordnungen aus und dokumentiert jedes Stadium dieser Zeitskulpturen oder "Ereignisse". Dabei werden elementare Kräfte untersucht und die Zeit als vierte Dimension und formendes Element mit einbezogen. Spreng- und Knallereignisse stimulieren die Sinne und wenn ein Eimer mit Videokamera vom 20. Stock eines Hauses auf die Straße kracht, dann reißt der Sturz in die Leere den Blick mit sich. Wir fliegen mit dem Eimer mit!

Serge Spitzer /US
Untitled (LINZ), 2008–2009

Andreas Strauss /AT
90° Kiosk, 2007/2009

Der auf den Kopf gestellte Bauwagen von Strauss ist einer seiner typischen Multifunktions-Tools, die er aus dem ursprünglichen Zusammenhang nimmt und durch funktonale architektonische Eingriffe einer neuen Widmung zuführt. Er dient als Wetterstation, Kiosk und Hot Spot zugleich. Das Angebot variiert je nach Wetterlage: bei Regen gibt es Schirme, bei Hitze eingeschweißte Getränke, wie im Flugzeug und bei Wind Seifenblasen.

Ein Kooperation mit Time’s Up und FunkFeuer.

Fiona Tan /INDONESIEN /NL
Tilt, 2003
Lift, 2000

In Tans Foto schwebt ein Mensch an einem Bündel roter Luftballons sanft über blattlose Laubbäume. Die Erdung ebenso verloren hat im Video "Tilt" ein kleines Kind, das in einem Fallschirmgurt schwebt, sinkt und steigt. Es wird in diesem physikalischen Experiment glucksend von weißen Ballons zur Decke getragen.

Leonid Tishkov /RU
Sky Roof Experiences, 1999 - 2009

Tishkovs Atelier befindet sich in der obersten Etage eines 24 Stockwerke hohen Gebäudes in Moskau. Das Dach nutzt er als natürlichen Schauplatz für seine Untersuchungen und für sein "Gespräch mit den Himmeln". Im Winter steigt er hoch zum Skifahren oder nutzt das gestalterische Potential des Windes an dieser Schnittstelle zwischen Himmel und Erde.

Private Moon, 2009

In vielen Kulturen wird der Mond als Göttin verehrt. So stimmt Tishkov mit der vom Himmel gefallenen Mondsichel ein visuelles Gedicht über das Weibliche an. In Linz hat der Mond eine temporäre Heimstatt in der Kapelle gefunden und kann entliehen werden. Wo immer dieser Himmelskörper als Gast in Linz erscheint, überwindet er die Einsamkeit der Stadtmenschen und schart viele Zuschauer um sich.

"Private Moon" war zu sehen bei:
09.06. - 12.06. Christine Dollhofer
12.06. - 16.06. Gerald Lohninger
19.06. - 23.06. Seminarzentrum Linz
23.06. - 26.06. Familie Schlimp / Faber
26.06. - 30.06. Kapelle OK Platz
30.06. - 03.07. Anita Pölzleitner
03.07. - 07.07. Rieger
07.07. - 10.07. Daniel Gollme
10.07. - 14.07. Elke & Peter Zagler
14.07. - 17.07. Thomas Rockenschaub
17.07. - 21.07. happening KV
21.07. - 24.07. Brunner+Schlögl-Hofer
24.07. - 27.07. Kapelle am OK Platz
27.07. - 28.07. Martin Heller
30.07. - 31.07. Gabi Socher
31.07. - 04.08. Beatrix Ohms
04.08. - 07.08. Kapelle am OK Platz
07.08. - 11.08. Aline Wolf und Benjamin Hagemann
11.08. - 14.08. Institut Medaktiv
14.08. - 18.08. Helene Schaurecker
18.08. - 21.08. Josef Andraschko
21.08. - 25.08. Gernot Barounig
25.08. - 28.08. Herbert Enzenhofer
28.08. - 01.09. Claudia Stummer + Christof Pernkopf
01.09. - 03.09. Harald Peternell & Petra Wurz
03.09. - 04.09. Ars Electronica Linz
04.09. - 08.09. Alexander Weber
08.09. - 11.09. Gruber Michael
11.09. - 15.09. Schneckenreither Wolfgang
15.09. - 18.09. Ina Reischl
18.09. - 22.09. BRG Fadingerstraße
22.09. - 25.09. Familie Muhr
25.09. - 29.09. Autonomes Frauenzentrum Linz
29.09. - 02.10. Monika Perner
02.10. - 06.10. Papinski
06.10. - 09.10. BAKIP Lederergasse
09.10. - 13.10. Fabian Almesberger
13.10. - 16.10. Christoph Wolf & Regina Schlipfinger
16.10. - 20.10. Sigi Hofbauer, Karin Hofbauer
20.10. - 23.10. Christina Lehner
23.10. - 27.10. Herbert Ostermann
27.10. - 30.10. BankAustria
30.10. - 03.11. Mag. Andreas Paul

Erwin Wurm /AT
Tell, 2007/2008

Wurms Video zeigt ein Paar auf der Autofahrt durch Wiens Innenstadt beim Philosophieren über Wirklichkeit und Physik. Je länger die Autofahrt dauert, desto mehr verändern sich die physikalischen Kräfte. Am Ende fährt das Auto plötzlich vertikal eine Hauswand hoch. Das Paar steigt aus.

Eine Geschichte der Aufstiege und Abstürze

Brigitte Felderer /AT
Höhenflüge, 2009

Der Bilderparcours von Felderer versammelt Plakate, Schlagzeilen, Filmbilder und Kunst vom 18. Jahrhundert bis ins Jahr 2000. Nicht die Adligen entschweben in den Himmel, sondern schlaue Bürger, freche Frauen, raffinierte Illusionisten, mutige Künstler und romantische Outsider. Und wer nicht mitfliegt, stürzt ab.

Architektur

Atelier Bow-Wow /JP
in Kooperation mit Riepl Riepl Architekten
Linz Super Branch, 2009

Atelier Bow-Wow nennt seine Großskulptur "Linz Super Branch", also den "Linzer Super-Zweig". Die Ast- und Zweigidee gilt für die modulare Bauart, aber auch wörtlich. Was als Himmelsstiege beginnt, wuchert nun horizontal übers Dach wie das Wurzel- und Zweigwerk eines Baums – mit Ästen über dem Abgrund.

Die Himmelstiege von Atelier Bow-Wow dient als Brücke in ein anderes Land. Wer sie betritt, lässt alles zurück: Alltagstrott, Arbeitsstress und Ängstlichkeit. Sie ist die ideale Aufstiegshilfe in die Etagen des Lunaparks und führt dorthin, wo der Himmel "voller Geigen" hängt.

Ausstellungsgestaltung
Hans KROPSHOFER, AT
Gerald LOHNINGER, AT

Schaurausch - Kunst in 50 Schaufenstern
KünstlerInnen