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OK | FRIENDS: TRAUMSTIP 13 Reisebericht

20. August 2013 –
Ort: Außenstelle PowerTower

Mit dem Traktor von Theresiental (Ukraine) nach Oberösterreich

Elisabeth Falkinger, die Gewinnerin des Traumstipendiums 2013 von OK Friends und Energie AG, ist bereits seit April in der Ukraine unterwegs.
Lesen Sie nun die Reiseberichte!

Jury Begründung:

Elisabeth Falkingers Projekt Mit dem Traktor vom Theresiental (Ukraine) nach Oberösterreich hat die Jury aufgrund seiner poetischen und sozial-politischen Dimension überzeugt. Von den 45 Einreichungen wurde die Reise als Ziel in ihrem Projekt am überzeugendsten thematisiert. Eine Reise verbindet Orte, oft in der schnellst möglichen Zeit. Falkinger stellt sich mit ihrer Reise gegen die übliche Zeit- und Aufwands-Ökonomie und bricht die Vorstellung vom Raum als „euklidischen Raumkasten“ mit punktuellen Verbindungen. Langsam, zäh und erdig nutzt die junge Künstlerin ein landwirtschaftliches Gerät, das auch Teil des globalen Lebensmitteltransportes ist, um das Reisethema widerborstig und humorvoll „bodenständig“ zu interpretieren: Sie kauft in der Ukraine einen Traktor mit Schaufel an, um sich mit diesem auf den Weg zurück nach Oberösterreich zu machen. Sie bietet ihre Arbeitskraft an, ist aber auf Unterstützung, auf Unterkunft und Nahrung angewiesen. Es geht um eine existentielle Erfahrung, um eine Reise abseits der direkten und schnellen Wege. Falkinger ist gefordert sich durchzuschlagen, das Wirtschafts-Kulturgut über die Grenzen zu bringen und einzuführen. Das Arbeitsgerät transportiert den Konsumenten/ die Konsumentin über die Grenzen.
Die Künstlerin bezieht sich ua. auf „A Short History of Tractors in Ukrainian“ von Marina Lewycka. Aber auch David Lynchs Roadmovie „Straight Story“ ist naheliegend. Während es bei Lynch darum geht eine Distanz mit einem Rasenmäher zu überwinden um einen Familienzwist beizulegen – verfolgt Falkinger einen künstlerischen Ansatz: Sie will die Reiseroute mit Artefakten, Fotos und Zeichnungen dokumentieren und das Objekt selbst in den Kunstkontext (in die Ausstellung) überführen. Geprägt durch ihre eigene Herkunft von einem Bauernhof im Mühlviertel ist der Traktor für sie nicht nur ein Arbeitsmittel, sondern auch ein Medium um Verbindungen einzugehen und zu pflegen. In einer Art künstlerischen Feldforschung will sie „Traktor-Spuren hinterlassen und Spuren mitnehmen“.

Download Reisebericht Teil 1: kq14_traumstip_wochenbericht.pdf

Download Reisebericht Teil 2: kq14_traumstip_wochenbericht_teil2.pdf