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Sam Auinger & Friends - A Hearing Perspective

Pressemitteilung vom: 23. November 2007

SAM AUINGER & friends
a hearing perspective

Presseinformation vom: 22.11.2007

Datum: 23.11.2007 - 03.02.2008

Sam Auinger, Musiker, Komponist und Performer, dessen künstlerische Entwicklung unmittelbar mit der lebendigen Linzer Szene der 70er und 80er Jahre zusammenhängt, hat sich über die Jahre ein Netzwerk erarbeitet das es ihm ermöglichte, mit den internationalen Größen seines Faches zu arbeiten. Mit einer Personale im OK kehrt Sam Auinger zu seinen Wurzeln zurück.

"es war für mich eine große chance und ein wink des schicksals, meine künstlerische entwicklung inmitten einer lebendigen rock- und punkszene, einer linzer stadtwerkstatt und in unmittelbarer nähe des festivals ars electronica zu machen … hier eine plattform für eigene arbeiten zu finden …, mit allem und jedem im bereich digitaler kunst und neue medien konfrontiert zu werden und die chance auf ein persönliches kennenlernen zu haben, bis zur auseinandersetzung mit den protagonisten dieser szenen.in folge entstanden daraus künstlerische projekte und langjährige kollaborationen, denen sich diese werkschau widmet."
Sam Auinger 2007

Sound Environment, Geräuschkulisse oder Klangmeer…. sind nur einige der unscharfen Begriffe mit denen unsere visuell geprägte Sprache versucht, die Klangumgebung zu beschreiben. Um sich damit auseinander zu setzen, gilt es eine neue Sprache zu finden. Sam Auinger und Bruce Odland haben dafür den Begriff der "hearing perspective" geprägt.
Unsere Klangumgebung "wahrnehmen, ihr zuhören, sie erforschen, sie erkennen und als Sprache verstehen" ist die Basis für Sam Auingers künstlerisches Konzept. Es geht um die Sensibilisierung des Hörens, um eine Verfeinerung der Wahrnehmung.

Vierzehn Arbeiten von beeindruckender Komplexität, Präzision und Liebe zum Detail laden die BesucherInnen ein, sich die Welt hörend zu erschließen.

Neben der Ausstellung gibt Sam Auinger am 23.11.07 um 19.30 Uhr gemeinsam mit Hannes Strobl einen Konzertabend im Brucknerhaus.

Zur Ausstellung ist ein fünfteiliger Katalog mit CD/DVD und Poster im Folioverlag Wien – Bozen erschienen, ISBN 978-3-85256-395-4


0 - form, 2004

requiem for fossil fuels interlude
video/sound installation by o+a
Eine Reihe von Resonanzuntersuchungen, gepaart mit dem wunderbaren Ambiente der Mojave Wüste.

Im Herbst 2000 studierten und testeten o+a das Resonanzverhalten von verschiedenen Rohren an der Route 138 in der Mojave Wüste in Kalifornien. Aus dem Dokumentationsmaterial entstand das Video für requiem for fossil fuels interlude.

hearing exercise, 1993

sound installation

Schaukel und Mikrowelle verwandeln sich in ein Instrumentarium der Wahrnehmungserweiterung.

Während Teewasser in der Mikrowelle erhitzt wird haben BesucherInnen die Möglichkeit zum Zeitvertreib auf einer Schaukel hin- und her zu schwingen. Mittels aktiver Bewegungsaufzeichnung sind die Schallwellen der Mikrowelle überall im Raum unterschiedlich wahrnehmbar und ermöglichen ein ungewöhnliches Hörerlebnis.

sunseeker, 2003

video/sound installation

sunseeker stellt die Frage nach einer "akustischen Höflichkeit".

Ein Videostill eines Motorbootes wird alle 7 bis 10 Minuten kurz zum Video einer Motorbootfahrt mit der entsprechenden Lautstärke.

flugstunde, 1995

interactive sound installation

Über ein Interface können BesucherInnen eine Art Flugzeug-Orchester durch das Stiegenhaus des OK fliegen lassen.

Durch die Beschäftigung mit Flugmotoren und Flugzeugen zur Erarbeitung des Sounddesigns für das Großraumprojekt 3 stufen zum himmel, eine kritische würdigung der luftfahrt (Oktober 1994 / Wiener Neustadt) wurden fünf Grundstrukturen von Originalaufnahmen klanglich untersucht. Aus den je 20 Sekunden dauernden Tonaufnahmen von einem einmotorigen und einem zweimotorigen Flugzeug, einem Passagierjet, einem Hubschrauber und einem Militärjet wurde mittels digitalen Equalizern, Resonanzfiltern und herkömmlichen Studiotechniken eine Reihe von Klangfarben und rhythmischen Strukturen gestaltet, aus denen dann Instrumente für ein Flugzeug-Orchester entstanden.

Hörraum

Radioarbeiten von o+a, berliner theorie, tamtam and sam auinger

deep blue v.1 .2, 1996/2007

interactive light/sound installation
by robert adrian x and sam auinger

Feinste Lichtspuren und sich ständig ändernde Raumakustik reagieren auf das Verhalten der BesucherInnen.

deep blue handelt von der Art und Weise, wie die "Dinge" – Moleküle, Ökosysteme, Kulturen – zwischen Stabilität und Instabilität pendeln, zwischen Chaos und Ordnung, zwischen Sinn und Unsinn. Das Verhalten und die Bewegungen von BesucherInnen verändern die Geräusche und das schwache blaue Licht im dunklen Raum: Die Programmierung des Licht/Klangsystem passt sich den veränderlichen akustischen Daten an, die einerseits von den BesucherInnen im Raum aber auch von Geräuschquellen außerhalb ausgelöst werden und versucht eine Ebene der Stabilität und Sinnhaftigkeit zu bilden.

living harmonies, 2006

video study by o + a

Die Stadt als Sequenzer

Bild und Ton der Installation wurden an einer geregelten Kreuzung in Stuttgart aufgenommen. Unter einem "Planetlautsprecher" nimmt der Besucher den Lärm so wahr als befände er sich mitten auf der Kreuzung. Die unterschiedlichen Ampelphasen - der an- und abschwellende Verkehr – werden hörbar; ein Video zeigt den Kreuzungsbereich quasi aus einem Sehschlitz aufgenommen.

mauerpark, 2006

video/sound installation by stadtmusik

Die Winterlandschaft des historisch aufgeladenen Ortes als Bildvorlage für einen Soundtrack der besonderen Art.

In der Winterlandschaft des Mauerparks in Berlin bewegen sich FußgängerInnen und RadfahrerInnen wie auf einer Theaterbühne. Sie gehen unterschiedlichen, manchmal geheimnisvoll anmutenden Tätigkeiten nach. Aus diesem scheinbar einfachen Setting macht Sam Auinger eine spannende Untersuchung zur Wahrnehmung im städtischen Raum.
mauerpark funktioniert wie ein Suchbild: Was wie ein Ausschnitt aus dem normalen Alltag erscheint, ist in Wirklichkeit digital manipuliert. Visuelle Irritationen verändern die Ansicht, Teile des Bildes verschwinden immer wieder in der Unschärfe. Der Soundtrack besteht aus Geräuschen, wie dem unbestimmten Rauschen des Verkehrs oder des Windes. Den Rhythmus bestimmen synchron zum Bild laufende Schritte auf dem Gehweg oder knirschende Fahrradreifen. Der Klang schafft einen zweiten, manchmal den visuellen Ereignissen im Bild widersprechenden Raum.

berliner theorie, 1997

media band by sam auinger and rupert huber

Anlässlich ihres Berliner daad-Stipendiums gründeten Sam Auinger und Rupert Huber die Medienband berliner theorie. Zwölf Hauskonzerte erforschten musikalisch die Beziehung zwischen Real- und Netzraum.

www.berlinertheorie.de

simple man 1 – 8, 1988

radio piece by swap

Eine Schule des Hörens.

Hörbilder in der Länge von 1 bis 2 Minuten versuchen, den ZuhörerInnen das Erleben von Musikstücken schmackhaft zu machen ohne ein technisches oder kompositorisches Wissen vorauszusetzen. Die menschliche Fähigkeit zu hören und zu empfinden stellt eine Ressource dar, die abnimmt und die die Künstler wieder wecken möchten.

Linz R1, 2007

sound installation by o+a / OK Platz

Der Verkehrslärm der Dametzstraße wird durch ein Resonanzrohr transformiert und als harmonischer Drone (ein tiefer Dauerton) über den Cube wiedergegeben. Dieser Cube ist ein eigens entwickelter ein Betonwürfel, der Wetter, Dieben und Vandalen standhält. Er hat keine bestimmte Abstrahlrichtung hat sondern erzeugt ein Klangfeld.

Sam Auinger, geboren 1956 in Linz (Austria), lebt und arbeitet als Komponist in Berlin und Linz. Seit den frühen 80ern intensive Beschäftigung mit Fragen der Komposition, der Computermusik, des Sounddesigns und der Psychoakustik.
Gemeinsam mit Bruce Odland gründetet er 1989 "O+A". Das zentrale Thema ist: "Hearing Perspective". Entstandene Projekte sind "Garten der Zeiträume" (Ars Electronica 90, Linz), "TrafficMantra Forum Trajanum" (Rom 91), "Sounddesign für Peter Sellers" "Die Perser" (Premiere: Salzburger Festspiele, 93), "Balance" (Sonambiente, Berlin 96), "Box 30/70" (Start 2000 Siemens Stadt, Berlin), "Blue Moon" (New Sounds New York, NYC 2004), u.a.
Mit dem Wiener Komponisten und Musiker Rupert Huber verbindet ihn eine langjährige musikalische Freundschaft… Gemeinsam gründen sie die Medienband "berliner theorie" anlässlich ihres DAAD Stipendiums 1997.
Er arbeitet zusammen mit dem Bassisten und Komponisten Hannes Strobl (tamtam), mit der Choreografin Marguerite Donlon sowie mit dem Komponisten Claas Willeke. Nach mehreren gemeinsamen Projekten, gründeten Sam Auinger, Dietmar Offenhuber und Hannes Strobl Ende 2005 die Künstlergruppe "stadtmusik“.
Sam Auinger hat zahlreiche Preise und Stipendien erhalten, wie den Kulturpreis der Stadt Linz, DAAD Stipendium/Berlin und den SKE Publicity Preis 2007.


Pressefotos

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Alle Fotos (außer anders angegeben): Otto Saxinger.

SAM AUINGER: hearing exercise, 1993
SAM AUINGER: hearing exercise, 1993
SAM AUINGER: hearing exercise, 1993
SAM AUINGER: hearing exercise, 1993
SAM AUINGER: berliner theorie, 1997
SAM AUINGER: berliner theorie, 1997
SAM AUINGER: deep blue v.1.2.
SAM AUINGER: deep blue v.1.2.
SAM AUINGER: living harmonies, 2006
SAM AUINGER: living harmonies, 2006
SAM AUINGER: mauerpark, 2006
SAM AUINGER: mauerpark, 2006
SAM AUINGER: O-form, 2004
SAM AUINGER: O-form, 2004
SAM AUINGER: sunseeker, 2003
SAM AUINGER: sunseeker, 2003