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Projekt ISRAEL - PALÄSTINA 2003

Pressemitteilung vom: 6. März 2003

KuratorInnen: Thomas Edlinger, Stella Rollig, Roland Schöny

2003 widmet sich das O.K Centrum für Gegenwartskunst in einem 9-teiligen Jahresprojekt zeitgenössischen künstlerischen, filmischen und theoretischen Produktionen im Nahen Osten.

1. Ausstellung

The Promise, the Land

Jüdisch-israelische KünstlerInnen im Verhältnis zu Politik und Gesellschaft"
7. März - 27. April 2003

2. Symposion

Remapping the Region

8. März - 9. März 2003

3. Filmprogramm

Israelische Filme

4. April - 10. April 2003

4. O.K Artist-in-Residence

Dana Levy / Tel Aviv

Mai bis Juli 2003

5. O.K Artist-in-Residence

Emily Jacir / Ramallah, New York

September 2003 -Jänner 2004
Ausstellung: 6. Dezember 2003 - 31. Jänner 2004

6. Filmprogramm

Palästinensische Filme:

5. Dezember - 11. Dezember 2003

7. Publikationen

Zu den Ausstellungen sowie zum Symposium erscheinen Kataloge

Ausstellung

"The Promise, the Land"

Jüdisch-israelische KünstlerInnen im Verhältnis zu Politik und Gesellschaft

7. März - 27. April 2003

Eröffnung: 6. März 2003, 19.00 Uhr

Israel: Ein militarisierter Krisenherd in Permanenz, mit dem Österreich und Deutschland durch die historische Schuld des Holocaust auf besondere Weise verbunden sind.

Aus dieser Sonderposition erklärt sich das spezifische Interesse an aktuellen künstlerischen Problemstellungen im Licht der Selbstwahrnehmung als jüdisch-israelische(r) StaatsbürgerIn.
Wie artikulieren sich beispielsweise die Echos des eigenen Opfer-Status als Jude in heutigen kritisch-emanzipativen Positionen zur Politik gegenüber den Palästinensern? Wie können Einwände gegen eindimensionale, festgefügte Identitätskonstruktionen formuliert werden, ohne die jeweils eigene gesellschaftliche Position auszublenden? Wie äußern sich Kritik, Dissidenz, Widerstand, Entfremdung und psychische Destabilisierung, und worin unterscheiden sich die vielfältigen Formen der Negation ästhetisch und politisch? Welche visuellen Sprachen werden den massenmedialen Zeichenregimes hinzugefügt oder entgegengesetzt? Welche Kollaborationen werden eingegangen, wie sehen interventionistische und soziale Praktiken abseits von moralistischer Anklage aus?

Mit dieser Ausstellung wird der Versuch unternommen, dem latenten Einsickern antisemitischer Untertöne in Kritik an der gegenwärtigen israelischen Staatspolitik, wie in europäischen - und speziell deutschen - Debatten zu beobachten, eine Differenzierung entgegenzusetzen.

Mehr als 20 KünstlerInnen und Künstler präsentieren ihre Arbeiten, ein umfangreiches Videoprogramm ist ebenfalls Teil der Ausstellung.

TAL ADLER

Mit seinem Projekt "Pettek", getragen von einem Kunst-Kollektiv, das sich als politische Partei präsentiert, kommentiert Adler den vom Militär dominierten öffentlichen Diskurs in Israel. "Pettek" fordert das Mitspracherecht von KünstlerInnen und betont die Bedeutung von Kunst für die Entwicklung einer offenen Gesellschaft.

Geb.1969 in Jerusalem

Einzelausstellungen (Auswahl):
2001 Gallery Annet Gelink, Amsterdam.
1999 Wizo Canada Haifa, photography department gallery.
1994 "Nidbach" project, the Jerusalem artists house.

Gruppenausstellungen (Auswahl)
2003 "Critic is not enough", Zuerich, Switzerland.
2002 "Frieden Weltwärts", Schlaining, Austria.
2002 "Big Torino" Biennial for young art, Torino, Italy.
2001 "Arte Al Centro 2001" "Cittadellarte - Fondazione Pistoletto", Biella, Italy.

OREET ASHERY

"Marcus Fisher" ist Asherys Alter Ego: ein orthodoxer, homosexueller Jude. Ihr Rollenspiel in Performances und inszenierter Fotografie entspringt dem Unbehagen und Unverständnis zwischen orthodoxen und säkularen Juden, einer der großen Bruchlinien in der israelischen Gesellschaft. Während sie sich auf die historische Konstruktion des männlichen jüdischen Körpers als (chassidisches) Opfer vs. (zionistischer) Kämpfer bezieht, greift sie die für Orthodoxe immer noch prägenden Tabus Homosexualität und Transvestismus an.

Geb. 1966 in Jerusalem, und arbeite in London.

Einzelausstellungen (Auswahl)
2003 "Say Cheese photographs" Bluecoat Arts Centre, Liverpool
2002 "Seven Acts of Love", Stil & Bruch Gallerie, Berlin I Kapelica Gallery, Laibach/SLO I Foxy Productions, New York

Gruppenausstellungen (Auswahl)
2001 "Jews, Blacks, Gypsies and Other Free Radicals, Notting Hill Arts Club, London
2000 "John I’m Only Dancing" Collective Gallery, Edinburg

YAEL BARTANA

Bartanas Thema ist die Militarisierung als Teil des nationalen Selbstverständnisses Israels. In der Videoprojektion "Trembling Time" bearbeitet sie den Moment kollektiven Gedenkens am Tag der gefallenen Soldaten, der ganz Israel zum Stillstand bringt. "Disembodying the National Army Tune"
ist ein ironisches Objekt aus dem Formenrepertoire der Armee (Fahnenmast, Lautsprecher), dessen Sound die heroische Militärhymne als unbeholfene stimmliche Wiedergabe intoniert, wie ihn jede/r Israeli durch den Militärdienst gezwungenermaßen zu reproduzieren im Stande ist.

Geb. 1970 in Israel; lebt und arbeitet in Holland und Israel

Einzelausstellungen (Auswahl)
2002 Beelden aan zee museum, ‘Trembling Time, Scheveningen, NL
2002 Digital Art Lab, ‘Variables X Y Z’, Holon, ISL

Gruppenausstellungen (Auswahl)
2002 Brugge Culture Capital of Europe, ‘What? A tale in free images’, Brugge , BE.
2002 Galerie Hohenlohe & Kalb, ‘say hello wave goodbye’, Vienna, AU.
2002 Manifesta 4, European Biennial of Contemporary Art, Frankfurt/Main, DE.

TIRTZA EVEN

"Occupied Territories" ist eine navigierbare Video-Animation, für die Bildmaterial aus einem Palästinenserdorf verwendet wurde. In den leeren Gassen und Bauten erscheinen per Maus-Klick BewohnerInnen, um nach kurzem wieder zu verschwinden: eine Reflektion über Sichtbarkeit, über den Begriff der Repräsentation im visuellen wie im politischen Sinn.
Geb. 1963, Lebt und arbeitet in New York

Ausgewählte Projekte
2003 Pacific Film Archive, SF
AIM IV, California
2002 Whitney Biennial, NY
Santa Monica Museum, LA
The New York Video Festival, Lincoln Center, NY
The Armory Show, NY
Art Pace, San Antonio
The Sixth International Video Festival Videomedeja, Yugoslavia
Cantor Film Center, NY
Carnegie Art Center, Buffalo, NY
2001 Postmasters Gallery, NY
Digital Flaherty Seminar, NY
Le réel en scène - les écrans documentaires, Paris
Ecole Narionale des Beaux Arts de Paris
Video Lounge, Millenium Film Workshop, NY
New Art Center, Newton, MA
Haifa University Gallery, Israel
Art in General, NY

MEIR GAL

attackiert in seinen konzeptuellen Fotoserien die Verschränkung des kulturellen mit dem militärischen Establishment. "Untitled (Erasing The Major Museums)" zeigt Luftaufnahmen israelischer Städte, auf denen die Standorte der großen Museen wie durch Militärzensur ausgeblendet sind. Sein Argument lautet, dass die Selbstdarstellung Israels als Kulturnation heuchlerisch ist, solange gleichzeitig Menschenrechte missachtet werden.
1956 geb in Israel, lebt und arbeitet in New York
seit 1997 Assistenzprofessor am City College New York.

Einzelausstellungen (Auswahl)
2002 - Noga Art Gallery, Tel Aviv.
1998 - Tel Aviv Museum of Art
1997 - Saalbau Rhypark, Basel

Gruppenausstellungen (Auswahl)
2002 - PS 1, New York
2000 - Ami Steinitz Fine Arts, Tel Aviv.
1999 - The Puffin Foundation, NJ.
1999 - Yerba Buena Center for the Arts, San Francisco.

HORIT HERMAN PELED

bearbeitet im Internet-Projekt "Gaza Checkpoint" mit vielfältigem Bild- und Text-Material die Unterdrückung der PalästinenserInnen. Beispielhaft konzentriert sie sich auf die wuchernde und willkürliche Einrichtung von Kontrollpunkten, die die Lebens- und Arbeitsbedingungen der PalästinenserInnen massiv erschweren.

http://web.macam98.ac.il/~horit_a/horit.htm

DANA LEVY mit MARC LAFIA und DIDI FIRE

Mehr als 50 Personen aus 35 Staaten, die zur Zeit in Tel Aviv leben, wurden eingeladen, für die Videokamera ein Lied aus ihrer Heimat zu singen. Das Ergebnis ist eine computergesteuerte vielsprachige Collage aus Liedfetzen und Reflexionen über die Emotionen, die sie transportieren, über die Herkunftsländer der Singenden und ihre Erfahrung mit der Migration. In den Mittelpunkt gesetzt werden damit nicht zuletzt ArbeitsmigrantInnen aus Schwarzafrika und von den Philippinen, deren Ausweisung auf Grund der Wirtschaftskrise derzeit heftig und kontrovers diskutiert wird.

1973 geboren in Tel Aviv
1997-1998 Post Graduate Diploma- Electronic Imaging-Duncan of Jordanstone College of Art- Dundee, Scotland
1994-1997- BA Graphic Design Camberwell College of Art, London
1992-1994- Foundation Art & Design Camberwell College of Art London

Currently lives in Tel Aviv developing personal work and teaches video at
Musrara school of Photography in Jerusalem and works freelance on different
media related projects. Her work has been screened and exhibited at various
galleries in Israel and around the world including Rosenfeld Gallery,Tel Aviv,
the Tel Aviv & Jerusalem Cinematech, Israeli Digital Art Lab, Art in General New York,
Meditrerra Festival-moving museum, British Short Film Festival and more.

Marc Lafia lives in New York
works in computation and the network, and in installation, single
and multi-channel video and photographic works of different scale. He has
exhibited films at Rotterdam, Seattle, San Francisco, Los Angeles, London,
shown new media works at The Walker Art Center, SF MoMA, ZKM and other
international museums and festivals.

Didi Fire, born 1972 in Israel, composer and programmer, lives and works in Tel Aviv

ADI NES

Sorgfältig inszenierte Fotografie - detail- und bezügereich. In der Tradition etwa eines Jeff Wall komponiert Nes dicht aufgeladene fotografische Tableaus: Szenen aus dem Soldatenleben und aus dem Alltag junger (mizrahim) Männer, deren Körper Schönheit, Passivität und Verletzlichkeit zeigen. Neben der Einschreibung in die visuelle Kulturgeschichte des Westens und die Israels interessiert Nes die Subvertierung des Ideals männlicher zionistischer Körper durch Referenzen auf homosexuell konnotierte Images und auf die Juden arabischer Herkunft.

Geb. 1966 in Israel, lebt und arbeitet in Tel Aviv,

Einzelausstellungen (Auswahl)
2003 "Recent Photographs", Jack Shainman Gallery, New York
2002 "Adi Nes: Photographs" Museum of Contemporary Photography, Columbia college, Chicago

Gruppenausstellungen (Auswahl)
2003 "Revelation - Representations of Christ in Photography"Israel Museum, Jerusalem
1998 "After Rabin: new Art from Israel" The Jewish Museum, New York

YIGAL NIZRI

Die Bilder und Objekte in Nizris Rauminstallationen verweisen auf die Geschichte Israels und den unterdrückten Anteil der Sephardim. Nizri verschränkt Images aus der israelischen Gebrauchsgrafik mit Objekten aus der arabisch-jüdischen Alltagskultur und führt damit einen visuellen Diskurs über Sichtbarkeit, Repräsentation und die Frage nach kollektiven kulturellen Bezügen in einer äußerst heterogenen Gesellschaft.

geb. 1973 in Haifa, lebt in New York und Tel Aviv

Ausstellungen (Auswahl)
2002 "Mother Tongue", The Mishkan Le’Omanut at Ein-harod, Israel
"Living Growing", Dvir Gallery, Tel Aviv
2001 "World Views" Open Studio at the World Trade Center
"SongPoems" Cohen Leslie and Browne Gallery, New York
Angstrom Gallery, Dallas. Rosamund Felsen Gallery, Los Angeles
2000 "Not To Be Looked At", The Israel Museum, Jerusalem
1999 " * ", The Gallery of The Midrasha school of Art, Beit-Berl, Israel
"Ice Cream Van 1999", The Sultan´s Pool: International Project
ArtFocus 3, International Biennial of Contemporary Art, Jerusalem

MARIA POMIANSKY

Die erst seit wenigen Jahren in Israel lebende Künstlerin untersucht die gesellschaftliche Sub-Formation russischer ImmigrantInnen. Sie fotografiert ihre russischen FreundInnen und Bekannten mit Schweinsnasen-Masken. Damit spricht sie das (selbstgewählte) Außenseitertum der russischen Juden in Israel an, das sich z.B. im Beharren auf dem Konsum von Schweinefleisch mit Hinweis auf die russische Tradition manifestiert.

Geb. 1971 in Moskau, lebt und arbeitet seit 1991 in Israel

2002 Videobiennale in Israel
Gwangju Biennale 2002 (Südkorea)

2001 "Nose" Heinrich Böll Foundation Gallery, Tel Aviv, Einzelausstellung

GUY RAZ

Die Fotoserie " The Way to Efrat, 1997" zeigt die Deformation der Landschaft in einem militarisierten und kolonialistisch agierenden Staat. Tunnel und Umgehungsstraßen fragmentieren brutal das Land. Das Ziel ist, die jüdische und die arabische Bevölkerung möglichst weit auseinander zu halten - gedacht als Schutzmaßnahme für erstere, ohne Rücksicht auf die Bedürfnisse der zweiteren.
Mit "Lifeguard Towers", aufgenommen an verlassenen Stränden in Tel Aviv und in Gaza, zeigt Raz die einzige Grenze des Staates, die nicht für Verhandlungen und Kriege zur Disposition steht: das Meer, das gleichzeitig eine Perspektive der Sehnsucht und Hoffnung eröffnet.

1964 geb. in Israel
lebt und arbeitet in Tel Aviv

1990 - 93 "Camera Obscura" School of Art, Tel Aviv
1996 Sivan School of Computres Studies, Tel Aviv
1997 - 98 Bezalel Academy of Arts and Design, Jerusalem
Zahlreiche Einzelausstellungen und Gruppenausstellungen in Israel, Kuba, Niederlande u.a

ROEE ROSEN

konstruiert mit "Justine Frank" eine belgisch-jüdische, lesbische Künstlerin der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Ihr fiktives Leben und ihr (von Rosen geschaffenes) malerisches Gesamtwerk stehen für eine Außenseiter-Haltung, die zwischen Holocaust und Zionismus zu Bruch gehen musste. Für die Ausstellung "The Promise, The Land" richtet Rosen Justine Frank eine Mini-Retrospektive ein.

1963 geb. in Rehovot, Israel.
Unterrichtet Kunst und Kunstgeschichte am Ha’Midrasha (Beit Berl College School of Art) und an der Bezalel Art Academy, Jerusalem.
Ausstellungen in Israel und New York

ERAN SCHAERF

Der seit zwanzig Jahren in Deutschland lebende Künstler gestaltet eine zentrale Installation der Ausstellung. In einem ortsspezifisch entwickelten Setting re-kombiniert er frühere Arbeiten, in denen er sich mit Geschichte und Gegenwart Israels/Palästinas befasst. Eine wichtige Rolle spielen dabei die mit Eva Meyer verfassten Hörspiele "Europa von weitem", "Unmöglichkeiten neu gemischt" und die Soundarbeit "More or Less (You Are My Life)".

Geb. 1962 in Tel Aviv, lebt in Berlin und Brüssel
Zahlreiche Ausstellungen und Projekte in Berlin, Hamburg, Frankfurt, München, Amsterdam u.a.

1998 Eran Schaerf - Scenario Data, Herzliya Museum of Art, Herzliya
1999 Eran Schaerf - Scenario Data, Kunsthalle Bern; Galerie Zwinger Berlin
2000 Eran Schaerf - Migrants & Variants", Staatliche Kunsthalle Baden-Baden
2002 Zwinger Galerie, Berlin / "Eran Schaerf - some time later",
Neuer Berliner Kunstverein, Berlin / Galerie Barbara Gross, München

KHEN SHISH

Shish ist inspiriert von der nordafrikanischen (Populär-)Kultur. Für ihre vor Ort entwickelte Installation verwendet die Tochter nach Israel eingewanderter tunesischer Juden Material aus illustrierten Zeitschriften, Filmplakate und Alltagsgegenstände, die sie mit eigenen Zeichnungen und Fotos zu einer dichten Textur verwebt: zu einer feministisch und emanzipatorisch motivierten Untersuchung über die Konstruktion von Identität.

Lebt und arbeitet in Tel Aviv

Einzelausstellungen u.a.
2000 "Close Up", Bezalel Academy of Art and Design
1999 "Arbeiten" Antea-Ballerie, Jerusalem
1998 "Halbtagshexe" The Artist House, Jerusalem

Gruppenaustellungen u.a.
2002 "Bodycase" RAM Foundation, Rotterdam/ NL
"Paris-London 1999 - 2002", Video Art Museum, Herliza
1998 "Biennale für junge Künstler", Rom/ I


"Zoom In - Zoom Out"

VIDEOPROGRAMM, kuratiert von SERGIO EDELSZTEIN

Realität, Medien und Mythen in der israelischen Videokunst.
Das Videoprogramm ist integraler Teil der Ausstellung. Zusammengestellt wurde es von Sergio Edelsztein, dem Direktor des Center for Contemporary Art und Gründer von "VideoZone", der 2002 erstmals statt findenden Video-Biennale in Tel Aviv. Die darin vertretenen KünstlerInnen Doron Solomons, Dana Levy, Boaz Arad u.v.a setzen sich mit dem besonderen Einfluss auseinander, den israelische Massenmedien, im speziellen das Fernsehen, auf politische Entscheidungen und die Bevölkerung haben.

Projekt borderlinedisorder

Dieses mehrteilige Projekt mit aufeinander bezug nehmenden Gebietsplänen, Videos und Fotoarbeiten, sowie einer Computeranimation zur Besiedelungspolitik wurde von dem in Haifa lebenden Architekten Zvi Efrat, als offizieller Beitrag Israels für die 8. Architektur-Biennale in Venedig konzipiert.
Boderlinedisorder wurde für die Ausstellung im O.K adaptiert und wird nun in Werkteilen auf dem Vorplatz und im zentralen Aufgangsbereich präsentiert.

Auf vielschichtige Weise thematisiert das Projekt das demographische Mosaik, das die Besiedelungsgeschichte im Nahen Osten prägt.

In einer Kooperation mit ArchitektInnen und Künstlern wie Avi Mograbi oder Daniel Bauer wird die permanente Umcodierung von Gebietszusammenhängen durch Verwaltungsmaßnahmen Israels politisch befragt.

Daniel Bauer, 1969, lebt in Tel Aviv. Lehrt an der Bezalel Academy of Arts and Design in Jerusalem. Seine Arbeiten wurden in Israel und Europa gezeigt.

Zvi Efrat, geb. 1959, ist Partner des Architekturbüros Efrat-Kowalsky; er lehrt an der Fakulät für Architektur und Stadtplanung an The Technion/ Haifa und ist Architekturkritiker für Studio Art Magazine, Tel Aviv.

Yehoshua Gutman, geb. 1966, Architekt, unterrichtet an der Bezalel Academy of Art and Design.

Meira Kowalsky, geb. 1958, Leiterin des Architekturbüros Efrat-Kowalsky , Tel Aviv.

Yossi Mar-Haim studierte an der Julliard School of Music, NYC, mit Luciano Berio.
Er unterrichtete an der Tel Aviv University und Camera Obscura School of Vusual Arts,
Seine letzte Theatermusik komponierte er für Allen Ginsburgs "Kadish" (Ha’bima Theater), aufgeführt in Moskau und New York.

Avi Mograbi, geb. 1956, Filmemacher und Videokünstler
Regisseur von August (2002), Wait, It`s the soldiers, I have to hang up now (2992), At the back (2000), Relief (1999), Happy Birthday Mr. Mograbi (1999), How I learned to overcome my fear and love of Arik Sharon (1997), u.a.

Eyal Weizman, geb. 1970 Architekt, lebt in Tel Aviv und London. Lehrte an der Bartlett School of Architecture, Ondon, und an der Fakulät für Architektur und Stadtplanung an The Technion/ Haifa Haifa.

Symposium

Remapping the Region

7. und 8. März 2003

In dieser Konferenz, die israelische und palästinensische TeilnehmerInnen inkludiert, steht nicht nur die aktuelle politische Konstellation und ihre historische Kontextualisierung zur Debatte, sondern auch ihre Verknüpfung mit der Sphäre des Kulturellen. Zudem erscheint die Problematik von "Remapping the Region" untrennbar mit der Mediatisierung des Israel/Palästina-Konflikts und seinen Darstellungsformen in der visuellen Kultur verbunden.

Der erste Tag des Symposiums widmet sich dem Spannungsfeld von Begriffsoppositionen wie Identität und Differenz bzw. Repräsentation und Ausblendung, die durch die massenhaften Migrations- und Flüchtbewegungen im Nahen Osten und die damit verbundenen komplexen Identitätskonstruktionen besondere Bedeutung haben. Hierbei soll der Versuch unternommen werden, die ästhetischen Übersetzungen nationalistischer Rhetorik bzw. die Konstruktion von wehrhafter Männlichkeit (zum Beispiel im zionistischen Film) transparent zu machen, wie auch den Ansprüchen marginalisierter gesellschaftlicher Gruppierungen, etwa der arabischen (mizrahischen) JüdInnen Rechnung zu tragen. Zudem soll das emanzipative Potential einer "translokalen", "diasporischen" Auffassung von kultureller Produktion - jenseits einer reduktionistischen, ethnischen Fixierung als "PalästinenserIn" oder "!sraeli" - ausgelotet werden.

Der zweite Teil des Symposiums kreist um politische Kritik im engeren Sinn. Neben gesellschaftlichen und historische Analysen der Region selbst wird auch die durch die Schuld des Holocaust besonders sensible, öffentliche Diskussion der Lage in Deutschland und Österreich Teil der Erörterungen sein. Nicht zuletzt sind aber aktuelle, konkrete Handlungsoptionen und Denkmodelle für Israel und Palästina notwendig. Zentrales Motiv dabei ist, wie man - ohne verordnete und deswegen zum Scheitern verurteilte "Scheinlösungen" von außen - angesichts der verzweifelten Lage zu praktikablen und gerechten Formen der Koexistenz und des Dialoges finden kann.

7. März 2003, 10.30 - 18.00 Uhr
Unfamiliar Territories - Identität und Repräsentation in der visuellen Kultur

10.30 - 13.30
Aim Deuelle Luski (Israel), Fotokünstler, Theoretiker und Kunstkritiker
Raz Yosef (Israel), Filmwissenschaftler, Professor an der Universität Tel Aviv
Horit Herman Peled (Israel), Netzkünstlerin

15.00 - 17.00
Avi Rybnicki (Israel), Psychoanalytiker
Fareed Armaly (USA/Palästina), Künstler und Kurator, zuletzt künstlerischer Leiter des Künstlerhaus Stuttgart

17.00 - 18.00 Diskussion
Moderation: Christian Höller /A
Redakteur und Mitherausgeber der Zeitschrift "springerin - Hefte für Gegenwartskunst";

8. März 2003, 10.30 - 18.00 Uhr
Under (De-)Construction: Israel/Palästina - Positionen und Perspektiven politischer Kritik

10.30 - 13.30
Moshe Zuckermann (Israel), Direktor des Instituts für deutsche Geschichte, Universität Tel Aviv, Autor von Publikationen zur unterschiedlichen Wahrnehmung und Instrumentalisierung des Holocaust in Israel und Deutschland
Hermann L. Gremliza (D), Herausgeber von "KONKRET Zeitschrift für Politik und Kultur"
Ilan Pappe (Israel), Assistenzprofessor am Institut für Politikwissenschaft, Universität Haifa; Präsident des Emil Touma Institutes für palästinensische und israelische Studien, Haifa, Israel

15.00 - 17.00
Issam Nassar (Palästina),Historiker, Professor an der Al-Quds-Universität in Jerusalem
Ariella Azoulay (Israel), unterrichtet visuelle Kultur und zeitgenössische Philosophie an der Bar Ilan Universität und der Camera Obscura School of Arts

17.00 - 18.00 Diskussion
Moderation: John Bunzl /A,
Nahost-Experte des Österreichischen Instituts für Internationale Politik


Pressefotos

PRESSEFOTOS
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Fotos: Otto Saxinger

ADI NES - Untitled, 2000 (soldiers series)
ADI NES - Untitled, 2000 (soldiers series)
YIGAL NIZRI - Living Growing
YIGAL NIZRI - Living Growing
YIGAL NIZRI - Living Growing
YIGAL NIZRI - Living Growing
OREET ASHERY - Marcus Fisher
OREET ASHERY - Marcus Fisher
HORIT HERMAN PELED - Checkpoint Gaza
HORIT HERMAN PELED - Checkpoint Gaza
KHEN SHISH - Untitled
KHEN SHISH - Untitled
Projekt borderlinedisorder
Projekt borderlinedisorder
Projekt borderlinedisorder
Projekt borderlinedisorder
ERAN SCHAERF - Hausmitteilung #2
ERAN SCHAERF - Hausmitteilung #2