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Preise und Talente 2016

Pressemitteilung vom: 9. November 2016

PREISE UND TALENTE 2016
10. November 2016 - 13. Jänner 2017

Unter dem Titel „Preise und Talente“ werden die drei Kunstpreise der Energie AG Oberösterreich in Kooperation mit dem OK im OÖ Kulturquartier zu einer Ausstellung im PowerTower zusammengefasst. Die Energie AG vergibt jährlich drei Förderungspreise an junge KünstlerInnen bis 35 Jahren mit Oberösterreich-Bezug in unterschiedlichen Schwerpunkten, in Kooperation mit ihren Partnerinstitutionen:

Judith Gattermayr – Klemens-Brosch-Preis 2016
Der Klemens-Brosch-Preis, in Kooperation mit der Kulturdirektion des Landes OÖ vergeben, ist eine mit € 4000,- dotierte Förderung der Zeichnung als wichtiges Medium der Gegenwartskunst. Der Preis ist Klemens Brosch (1894–1926) als einem der bedeutendsten Zeichner Oberösterreichs gewidmet, der mit der Dokumentation von Kraftwerksbauten herausragende Zeichnungen der industriellen Kultur geschaffen hat. Eine umfassende Retrospektive des Künstlers ist derzeit in der Landesgalerie Linz zu sehen.

Felix-Benedikt Sturm – Traumstipendium OK Friends und Energie AG Oberösterreich für 2016
Gemeinsam mit den OK Friends (dem Freundesverein des OK) wird das Traumstipendium in der Höhe von € 6.000,- ausgeschrieben. Prämiert wird bei diesem Reisestipendium die beste Idee für ein Projekt in Verbindung mit dem Reise-Thema.

Lukas Marxt – CROSSING EUROPE | ENERGIE AG KUNSTPREIS in Kooperation mit Kunstuniversität Linz und OK im OÖ Kulturquartier 2016
Der Energie-Konzern schrieb den zum vierten Mal vergebenen Kunstpreis in Kooperation mit der Kunstuniversität Linz ein Projektstipendium für eine Außenprojektion am OK Platz im Rahmen des Filmfestivals CROSSING EUROPE in der Höhe von € 4.000,- aus. Das OÖ Kulturquartier stellt als dritter Partner Produktionsmittel und technische Hilfeleistung zur Verfügung. Teilnahmeberechtigt waren alle im Studienjahr 2015/2016 inskribierten Studierenden sowie AbsolventInnen (forum Kunstuniversität Linz Mitglieder) der Kunstuniversität Linz bis zum Geburtsjahr 1981.

Komplementiert wird die Ausstellung mit einer Präsentation von Arbeiten der Künstlerin Ursula Hübner, die schon zuvor Kunst am Bau für die Energie AG gestaltet hat und vor allem als Professorin für Malerei an der Kunstuniversität viele der bisher Prämierten geprägt hat.

Kuratiert von Franz Prieler (Kunstbeauftragter, Energie AG Oberösterreich) und Genoveva Rückert (Kuratorin, OK Offenes Kulturhaus).

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag (an Werktagen) von 9.00 bis 16.00 Uhr.
Führungen für Gruppen nach Voranmeldung unter: +43 732 784178 52 555.


Judith Gattermayr
Klemens-Brosch-Preis 2016

Judith Gattermayr, *1994 in Linz, lebt und arbeitet in Linz.
www.judithgattermayr.wordpress.com

Jurybegründung: An Judith Gattermayrs Zeichnungen fasziniert die präzise Strichführung, die sich an der Tradition der oberösterreichischen Zeichner von Kubin, Brosch und Zechyr anlehnt, jedoch darüber hinaus geht und neue Wege sucht. Durch formale und inhaltliche Reduktion auf wenige Bildelemente erzielt Gattermayr in ihren Blättern ausdrucksstarke Ergebnisse, die ihre Wirkung aus präzise gesetzten Linien und einer klaren Bildsprache generieren. Ein junges Talent mit sehr viel Potential für die künstlerische Zukunft!

Jury: Paul Lehner (Landeskulturdirektion), Gabriele Spindler (Leiterin der Landesgalerie Linz), Elisabeth Nowak-Thaller (Kuratorin, Kunstmuseum Lentos), Franz Prieler (Kunstbeauftragter, Energie AG Oberösterreich)

Körperlichkeit, Transformation und die Frage nach Möglichkeiten von Körpermodifikation und Erweiterung sind die Themen, die Gattermayr in ihrem künstlerischen Schaffen beschäftigen. In der Wandinstallation setzt sie sich mit der Entfunktionalisierung, Abstraktion und Fragmentierung des menschlichen Körpers auseinander. Körpereigenes erscheint als Körperfremdes, Körperfremdes verbindet sich mit Körpereigenem. Die Grenzen sind fließend, lösen sich teilweise auf. Judith Gattermayr lässt ihre eigenen Körperwahrnehmungen und Erfahrungen in die Arbeiten einfließen. Motivisch bedient sich Gattermayr häufig bei Modefotografien und deren Ästhetik, wandelt diese jedoch ab. Viele der Tusche und Kugelschreiberzeichnungen sind auch vor Modellen im Aktzeichenunterricht entstanden.

Too close for comfort?, 2016
Malerei, Öl auf Leinwand, 120 x 140 cm
aus der Serie Girls, 2016
Je 6 Zeichnungen, Tinte/Kugelschreiber auf Papier, 21 x 29,7 cm

There is, I believe in every disposition a tendancy to some particular evil,
a natural effect... ,
2015
Malerei, Öl auf Leinwand, 100 x 120 cm

The top quite gone, 2016
Malerei, Öl auf Leinwand, 30 x 45 cm

Handschuh, 2016
Je 3 Genähte Objekte aus Plastik

Strumpfhose, 2016
Genähtes Objekt aus Plastik


Felix-Benedikt Sturm
Traumstipendium OK Offenen Kulturhaus und Energie AG für 2016

Felix-Benedikt Sturm, *1988 in Linz , lebt und arbeitet in Linz.
www.felixbenediktsturm.com

Jurybegründung: Das Traumstipendium der OK Friends und der Energie AG Oberösterreich wird 2015 zum vierten Mal vergeben. Es wird heuer wieder ein radikaler Vorschlag für ein Reiseprojekt prämiert, der auch die Reise selber zum Thema macht. Felix-Benedikt Sturms Reise zu den Grenzen Europas überzeugte die Jury. In dem gesellschaftspolitisch hoch aktuellen Projekt geht es einerseits um den grenzenlosen EU-Raum, der, angestoßen durch die große Flüchtlingswelle, mittels neuer Binnen-Zäune gerade aufgegeben wird. Andererseits thematisiert Post Topographics aber auch die historischen und sich stetig verschiebenden Grenzen der „Festung Europa“.

Jury: Peter Hauenschild (Grafiker und Medienkünstler), Franz Prieler (Kunstbeauftragter, Energie AG Oberösterreich), Genoveva Rueckert (Kuratorin, OK im OÖ Kulturquartier) und Rainer Zendron (Vizerektor, Kunstuniversität Linz) VALIE EXPORT (Künstlerin)

Felix-Benedikt Sturm reiste über mehrere Wochen hinweg zu den ehemaligen, noch bestehenden oder gerade neu entstehenden, künstlichen Grenzen um ihre architektonisch-installativen Manifestationen mit einer Großformat-Kamera zu dokumentieren. Die Fotos dienten ihm als Grundlage für die hier gezeigte Installation.

Post Topographics

Fancy Fence, 2016
Installation
28 Zaungitter, lackiert

Apex Bias, 2016
Installation
Globus, Sockel,
Messing, Holz, Kunststoff

Amoeba Gentis, 2016
Installation
97 Digitaldrucke auf Endlospapier
Größe variabel


Lukas Marxt
CROSSING EUROPE | ENERGIE AG KUNSTPREIS in Kooperation mit Kunstuniversität Linz und OK im OÖ Kulturquartier 2016

Lukas Marxt, *1983 in Schladming, lebt in Köln und Graz
www.lukasmarxt.com

Jurybegründung: Die Jury überzeugte die visuellen Kraft der Einreichung von Lukas Marxt: Ausgehend von der Beschäftigung mit abgelegener Natur und einer besonderen Wahrnehmung für die Zeit schafft er einen geradezu magischen Wahrnehmungswechsel. Das Ausgangsmaterial, basierend auf Drohnenaufnahmen von erodierenden Landschaften der Arbeit Captive Horizon, wird als Zweikanalprojektion auf der Fassade am OK Platz projeziert. Bildgewaltig, changieren die Aufnahmen zwischen Mikro und Makrokosmos, Totale und Nahaufnahme, Abstraktion und Konkretion. Andeutungsweise apokalyptisch anmutend erscheint die Landschaft.

Jury: Christine Dollhofer (Festivalleiterin, CROSSING EUROPE Filmfestival Linz), Franz Prieler (Kunstbeauftragter, Energie AG Oberösterreich), Genoveva Rückert (Kuratorin, OK im OÖ Kulturquartier), Rainer Zendron (Vizerektor, Kunstuniversität Linz), Martin Sturm (Künstlerischer Leiter, OÖ Kulturquartier)

Für die Ausstellung in der Energie AG entwickelte Lukas Marxt seine Arbeiten Captive Horizon und Black Beauty weiter. Ausgangsmaterial für beide Arbeiten bilden Drohnenaufnahmen, welche Marxt im Zuge der Dreharbeiten für Captive Horizon gesammelt hat. Es gilt nicht nur, das, was wir sehen, zu entschlüsseln, sondern den wahren Schuldigen dieses räumlichen Thrillers zu finden; jemand, der die Spannungen zwischen den Perspektiven erzeugt und der es vermag, unsere Wahrnehmung zu vernebeln. Und dann sehen wir es. Captive Horizon bewegt sich auf der feinen Linie zwischen Realität und Illusion. Lukas Marxts bevorzugte Motive – karge und scheinbar unberührte Landschaften, die andeutungsweise apokalyptisch wirken und schafft raffinierte Wahrnehmungswechsel, die den ZuschauerInnen einen Streich spielen – erzeugen ein ganz besonderes Narrativ voller mysteriöser Einstellungswinkel und Wendungen. Black Beauty II setzt sich des Weiteren mit dem Verhältnis von kinematographischen und architektonischem Raum auseinander.

Ohne Titel, 2016
Großbilddia im Leuchtkasten, 304 x 704 cm

Black Beauty 02, 2016
Videoinstallation
3’20”, 300 x 150 x 70 cm


Ursula Hübner

Ursula Hübner, *1957 in Salzburg, lebt und arbeitet in Linz und Wien.
www.ursulahuebner.com

Ursula Hübner präsentiert Arbeiten aus den Serien Böse Blumen und Der nahtlose Bräutigam, ein Bildergedicht. Diese Serien sind nicht abgeschlossen, sondern werden ständig erweitert.
In Böse Blumen (seit 2010) wird eine dunkle Seite beschworen, die scheinbar süßliche Motive, wie das des Blumenstilllebens oder die verklärte Darstellung der Frau in der Kunst, hinterfragt und zersetzt.
In der Serie Der nahtlose Bräutigam, ein Bildergedicht (seit 2013) kreisen die Werke um das Thema des Fetisch „Mode“ Schönheit und Selbstbespiegelung. Ein Großteil der Arbeiten wurde bereits 2013 im Wiener Modeladen „Samstag“ gezeigt. Mode und Malerei treten hier in einen Dialog. Objekte wie Spiegel oder der Paravent sind wiederum Elemente, die das Interieur eines Modegeschäftes zitieren.

Wand eins

Böse Blumen, 2010, Collage auf Leinwand, 110 x 90 cm

Installation aus der Serie
Der nahtlose Bräutigam, ein Bildergedicht, seit 2013
Öl auf Spiegelglas

Paravent, 2013, 3-teilig, Öl, Samt auf Hartfaser

Spiegel-Bild 1, 2013, 29,7 x 20 cm
Spiegel-Bild 2, 2013, 22 x 18 cm
Spiegel-Bild 3, 2013, 28 x 22 cm

o.T.
40 x 30 cm, Öl, Leinwand

o.T.
Zwei á 40 x 30 cm, Öl, Fotopapier, Stecknadeln

Wand zwei

Installation aus der Serie
Böse Blumen, 2010
40 x 38 cm, Mischtechnik auf Holz
5 á 40 x 40 cm, Öl, Collage


Pressefotos