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OK | Extra Kino 12/13

Pressemitteilung vom: 12. Dezember 2013

OK | EXTRA Kino

Presseinformation vom: 12.12.2013
Datum: 13.12.2013 - 02.02.2014
Eröffnung: 12.12.2013 - 19:00

Kuratoren: Siegfried A. Fruhauf und Genoveva Rückert

EXTRA KINO ist ein Projektionsraum und Lichtspieltheater, in dem die schmal gewordene Grenze zwischen Medienkunst, Installation und Kinoscreening ausgelotet wird. Das Konzept des Filmkünstlers Siegfried A. Fruhauf bringt Elemente des Kinos wie Licht, Schatten, Bewegung, aber auch Film in den Raum und bespielt diesen mit zwei Programmen. Der Schwerpunkt liegt auf Filmen und Videos mit bewegter Kamera. Die Pausen selbst werden zum Lichtspieltheater und lassen den Raum Teil der Illusionsmaschine Kino werden. Die frei hängende Leinwand ist die Plattform, von der aus das filmische Bild abheben kann.

Hintergrund & Konzept

Unter dem Titel EXTRA KINO hat das OK im Frühjahr 2013 in Kooperation mit dem Moviemento und CROSSING EUROPE – Filmfestival Linz dieses engagierte Programm initiiert. Das Karton-Kino von Tobias Putrih (SI) im OK Saal war nur eine Möglichkeit für einen radikalen und alternativen Projektionsraum für Medienarbeiten im Crossover von Film und Bildender Kunst. Die neue Konzeption für das EXTRA KINO im Winter 2013/14 vom Filmkünstler Siegfried A. Fruhauf sieht nun vor, ein ganzes Haus als eine Maschine zu verstehen, eine Illusionsmaschine, die Kino ja auch ist.

Das erste kommerzielle Filmstudio der Filmgeschichte auf dem Gelände von Thomas Alva Edison nannte sich „Black Maria“. Es handelte sich um ein Haus, das auf einer Drehbühne nach der Sonne ausgerichtet werden konnte und dessen Dach sich öffnen ließ, um Licht in das Studio zu bringen. In Assoziation zu diesem Bauwerk steuert eine Lichtdramaturgie den Ablauf des Programmes für das EXTRA KINO 2014.
Im Aufgangsbereich zum „Kinosaal“ illuminiert eine überdimensionierte Lichtquelle den Raum stark und aufdringlich. Das Licht erstrahlt in den Pausen zwischen den Filmblöcken des 70-minütigen, im Loop laufenden Programms und dringt durch die mit Vorhängen verhängten Fenster des Screening-Raumes. Es zeichnen sich die Schatten der Fensterkreuze und Blattwerk auf den Ventilator-bewegten Vorhängen ab. Durch den einfachen Wechsel von Licht und Dunkelheit wird nicht nur die Architektur eines Gebäudes in Szene gesetzt, sondern Licht als zentrales Element des Kinos tritt als dramaturgische Essenz in Erscheinung. Der Ausstellungsraum mit seiner Architektur wird selbst zum Lichtspiel.
Im Ausstellungs- bzw. Projektionsraum befindet sich eine große, fast freischwebende Filmleinwand. Diese Losgelöstheit der Leinwand erzeugt ein annähernd schwebendes Bild. Diese Anmutung wird durch die inhaltliche Ausrichtung auf Arbeiten mit einer Kamera in Bewegung verstärkt. Hier kommt ein weiteres zentrales Bestreben des Kinos - die Erzeugung einer Bewegungsillusion - ins Spiel. BesucherInnen können auf „Hollywood“-Schaukeln Platz nehmen. Sich selbst in Bewegung versetzen zu können ist ein augenzwinkernder Verweis auf illusionsverstärkende Mechanismen von Großformatkinos, wie beispielsweise dem IMAX.

Um aufzuzeigen, dass sich hier etwas durch die Geschichte des bewegten Bildes zieht, das damals wie heute fasziniert, setzt sich das Programm nicht nur aus aktuellen künstlerischen Arbeiten, sondern auch aus filmhistorischen und avantgardistischen Werken zusammen.

Programm im Überblick

Bernd Oppls Installation Emptiness of Attention, 2012 markiert den Eingang zum EXTRA KINO 2014. Sie ist wie viele seiner Arbeiten von der Film-und Technikgeschichte beeinflusst.
In ihr bezieht er sich auf Buster Keatons Kurzfilm One Week, 1920, wo es bereits möglich war ein Fertigteilhaus rotieren zu lassen. Die Kamera in seiner Installation überträgt die Innensicht des rotierenden Modells in den Ausstellungsraum.

Bernd Oppl
Emptiness of Attention, 2012
Installation
MDF, Motor, Kamera/MDF, motor, camera
70 x 88 x 42 cm
Sockel/Base: MDF, diverse Elektronik/MDF, electronics
70 x 42 x 42 cm
Courtesy: Galerie Krinzinger / AT

Bernd Oppl *1980 in Innsbruck, lebt und arbeitet in Wien / AT.
www.berndoppl.net

13. Dezember 2013 – 8. Jänner 2014
PROGRAMM 1 - Travel Logs and Rotations / Reisetagebücher und Bewegungen

Eine Reise ist nicht zuletzt die Erfahrung der Eigenbewegung im, um und durch den Raum. Mit einem nicht mehr an menschliche Bewegungen gekoppelten Kameraauge werden räumliche Wahrnehmungsphänomene erlebt. Die mobile Kamera wird zum Mittel für die immer auch an die Zeit gebundene Eroberung des Raums.

Das 70-minütige Programm startet um 16 Uhr und läuft wie ein Nonstop-Kino im Loop:

Jacques Perconte
Uishet, 2005 – 2007
Video, 4:3
Farbe, Ton/Colour, sound, 13’

Lotte Schreiber
I.E. (site 01-isole eolie), 2004
Video, BETA SP
Farbe und S/W, Ton/Colour and B/W, sound, 8’46’’ Verleih/Distribution: sixpackfim, Wien / AT

Johanna Domke
Sleepers, 2007
HD DVCPRO
Farbe, Ton/Colour, sound, 12’31’’

Bernd Oppl
Delay Room, 2011
Digital Video
S/W, ohne Ton/B/W, silent, 5’44’’

Passage, 2012
Digital Video
Farbe, ohne Ton/Colour, silent, 2’11’’
Courtesy: Galerie Krinzinger / AT

Jan Machacek
In the Mix, 2008
Video, Betacam SP PAL
S/W, Ton/B/W, sound, 4’16’’ Verleih/Distribution: sixpackfim, Wien / AT

Martin Reinhart
tx-dance,1998 35 mm Film
Farbe, Ton/Colour, sound, 4‘24

Sergio Prego
Home, 2002 Digital Video
Farbe, Ton/Colour, sound, 5’26
Bug Permutations, 2010 Digital Video
Farbe, Ton/Colour, sound, 3’10

10. Jänner – 2. Februar 2014
PROGRAMM 2 - Phantom Rides / Geisterhafte Kamerafahrten

Die Erfahrung der Welt im wortwörtlichen Sinn: Erste Kamerafahrten entstanden durch die Montage der Kamera auf Zügen oder Schiffen. Die heutige Kameratechnik erlaubt die abenteuerlichsten Perspektiven. Ihr Reiz beruht aber immer noch auf der gleichen Faszination, die eine Kamerabewegung in der Frühzeit des Films ausgelöst hat.

Claude Lelouch
C’était un Rendezvous, 1976
Film 1.85:1
Farbe, Ton/Colour, sound, 10‘

Ken Jacobs
The Georgtown Loop, 1997
35 mm & 16 mm Film
S/W, ohne Ton/B/W, silent, 11‘

Johann Lurf
Endeavour, 2010
Video, DV-NTSC, 4:3
Farbe, Ton/Colour, sound, 16‘ Verleih/Distribution: sixpackfim, Wien / AT

Ivan Ladislav Galeta
PiRaMidas, 1972-1984
16 mm Film
Farbe, Ton/Colour, sound, 10‘ Holztrift und Flößerei im Mölltal in Kärnten (Filmarchiv), 1920
S/W, ohne Ton/B/W, silent, 7‘ Kurt Kren
Underground Explosion, 1969
16 mm Film
Farbe, Ton/Colour, sound, 5‘07‘‘ Verleih/Distribution: sixpackfim, Wien / AT

OK | EXTRA KINO

Öffnungszeiten:

13. Dezember 2013 – 2. Februar 2014
(am 24. und am 31. Dezember geschlossen)
Täglich 16.00 – 21.00 Uhr
Eintritt 2,- Euro, Studierende 1.- Euro, mit Moviemento Kinokarte frei


Pressefotos

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Alle Fotos (außer anders angegeben): Otto Saxinger.