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OK | AM SPRUNG - Junge Kunst / Szene Österreich

Pressemitteilung vom: 12. November 2008

OK | AM SPRUNG
Junge Kunst / Szene Österreich

Presseinformation vom: 12.11.2008

Datum: 14.11.2008 - 18.01.2009

Wo steht die junge Kunst/Szene in Österreich?
Wer sind die spannendsten VertreterInnen der jüngeren KünstlerInnen-Generation?
Gibt es neue, interessante, ästhetische Ansätze?
An welchen Traditionen wird angeknüpft?
Weiterentwickelt? Fortgesponnen?

Die Ausstellung AM SPRUNG geht diesen Fragen nach und stellt 32 vielversprechende Künstlerinnnen und Künstler vor. Keine/r von Ihnen ist älter als 35 Jahre, sie kommen aus allen Bundesländern oder leben als Angehörige anderer Nationen in Österreich. Was Ihnen allen gemeinsam ist: Sie wurden von namhaften KennerInnen der österreichischen Kunstszene zur Ausstellung empfohlen.
Viele Experten-Blicke und keine Einzelmeinung. Am Sprung!

18 in Österreich tätige MuseumsleiterInnen, KuratorInnen und KunstkritikerInnen wurden gebeten, die für sie spannendsten KünstlerInnen für die Ausstellung zu nominieren. Von den 45 Nennungen hat das OK jene Positionen ausgewählt, die mit Ihrer experimentellen, installativen oder medienbezogenen Ausrichtung besonders gut in die Programmatik des OK passen. Von allen ExpertInnen wurde zumindest ein Vorschlag berücksichtigt.

Weitgehend etablierte Positionen (Leopold Kessler, Constantin Luser) werden dabei ebenso gezeigt wie frische StudienabgängerInnen (Maria Anwander, Adrien Tirtiaux). Wichtig war der österreichweite Querschnitt. Das künstlerische Spektrum reicht vom Experimentalfilm, Video-Installation (Ruben Aubrecht, Siegfried A. Fruhauf, Björn Kämmerer), Fotografie (Lea Titz) über skulpturale Arbeiten (Fabian Seiz, Misha Stroj), durchaus ironischen Installationen (Nikolaus Gansterer, Pia Schauenburg, Johannes Vogl), ortspezifische Raumarbeiten (Gregor Graf, White Club) und dezidiert politischen Thematisierungen (Anna Artaker, Egermann & Linortner, David Rych, Kamen Stoyanov) bis hin zu performativen Ansätzen und Untersuchungen (Catrin Bolt, Johanna Kirsch) und nicht zuletzt zu kollaborativen Arbeitsmethoden (mahony und collabor.at).

An Stelle eines Ausstellungskataloges erscheint in der Kunstzeitschrift SPIKE 6/08 eine umfangreiche Darstellung des Projektes und der beteiligten KünstlerInnen.

Auszug aus dem Editorial

Interview von Sabine B. Vogel mit Martin Sturm und Genoveva Rückert:

SBV: Warum zeigt das OK die junge österreichische Szene?

Martin Sturm: Wir verstehen unser Haus als Labor, als Ort für Experimente. Anders als das ´Haus der Kulturen der Welt´ in Berlin wollen wir nicht andere kulturelle Kontexte erfahrbar machen. Das OK soll mit der lokalen Atmosphäre und der nationalen Szene verbunden bleiben, räumlich wie in den Ausstellungen „Tiefenrausch“ und „Höhenrausch“ an verschiedenen Orten in der Stadt, aber auch inhaltlich wie jetzt „Am Sprung“. Wir nehmen die Herausforderung von Gegenwartskunst ernst und zeigen auch die nicht abgesicherten Positionen, die vielleicht in den nächsten zehn Jahren das Kunstfeld verändern werden.

SBV: Lassen sich in Eurer Auswahl neue Tendenzen in der Kunst ablesen?

MS: International gilt, dass die Postmoderne in der zeitgenössischen Kunst voll zugeschlagen hat, das zeigen etwa die aktuellen Biennalen. Es gibt keinen homogenen Kunstbegriff mehr und die Auswahl- kriterien sind äußerst unterschiedlich. Um die ganze Bandbreite des Vorhandenen zeigen zu können, haben wir deshalb KuratorInnen aus allen österreichischen Bundesländern eingeladen, je zwei bis drei KünstlerInnen vorzuschlagen –Die Auswahl daraus zeigt sehr gut, was zeitgenössische Formensprachen sind , welche Traditionen aufgegriffen werden: kollaboratives Arbeiten und Netzwerk-Konzepte, medienreflexive Ansätze, auch Skulpturen mit einfachen Mitteln, oft kleine Gesten – hier eine Intervention, dort ein überraschender Durchblick. Keine großen Erzählungen, keine große Theatralik oder Gestaltung des Ortes.

SBV: Sind das nicht Tendenzen, die schon länger zu beobachten sind?

MS: Man kann natürlich nicht einen neuen, überraschenden Trend erkennen. Wir sehen eher eine Fortsetzung, aber leichtfüßiger, mehr ästhetische Strukturen, auch in politischeren Arbeiten.

SBV: Begründet sich Eure Auswahl auf solchen Beobachtungen?

GR: Einerseits haben wir natürlich die Linie des Hauses berücksichtigt, mit Rauminstallationen und Medienarbeiten. Andererseits aber war uns ein breiter Schnitt durch die vielfältigen künstlerischen Strategien - von Fotografie, Film und Video über Interventionen, bis zu klassisch skulpturalen Ansätzen - wichtig. Und eine ganz praktische Entscheidung: Mehrfachnennungen wurden auf jeden Fall berücksichtigt.

Künstlerinnen und Künstler

Maria ANWANDER * 1980 in Bregenz, lebt und arbeitet in Wien

Anna ARTAKER & Lilla KHOOR
Anna ARTAKER * 1976 in Wien, lebt und arbeitet in Wien
Lilla KHOOR * 1978 in Budapest, lebt und arbeitet in Wien

Ruben AUBRECHT * 1980 in Bregenz, lebt und arbeitet in Wien

Catrin BOLT * 1979 in Friesach, lebt und arbeitet in Wien

COLLABOR.AT
Johanna REINER * 1976 in Graz,
Johannes HOFFMANN * 1975 in Zürich,
Maria CALLIGARIS * 1977 in Wien,
Tom HABERFELLNER * 1970 in Winterthur

Eva EGERMANN & Christina LINORTNER
Egermann: * 1979 in Wien, lebt und arbeitet in Wien;
Linortner: * 1977 in Eisenstadt

Siegfried A. FRUHAUF * 1976 in Grieskirchen (Oberösterreich). Lebt und arbeitet in Linz und Heiligenberg

Nikolaus GANSTERER * 1974 in Klosterneuburg, lebt und arbeitet in Wien und Rotterdam

Gregor GRAF * 1976 in Wien, lebt und arbeitet in Linz

Björn KÄMMERER * 1977 in Stralsund (Mecklenburg-Vorpommern), lebt und arbeitet in Wien

Leopold KESSLER * 1976 in München, lebt und arbeitet in Wien

Johanna KIRSCH * 1980 in Salzburg, lebt und arbeitet in Wien

Constantin LUSER * 1976 in Wien, lebt und arbeitet in Wien und Graz

mahony
Clemens LEUSCHNER, * 1976 in Göttingen (Niedersachsen),
Andreas DUSCHA, * 1976 in Heidenheim (Baden-Würtenberg),
Stephan KOBATSCH, * 1975 in Wien,
Jenny WOLKA, * 1978 in Köln,
leben und arbeiten in Wien

David RYCH * 1975 in Innsbruck, lebt und arbeitet in Berlin

Pia SCHAUENBURG * 1977 in Mönchengladbach, lebt und arbeitet in Linz

Fabian SEIZ * 1975 in Wien; lebt und arbeitet in Wien

Kamen STOYANOV * 1977 Ruosse (Bulgarien), lebt und arbeitet in Sofiya (Bulgarien) und Wien

Misha STROJ *1974 Laibach, lebt und arbeitet in Wien

Adrien TIRTIAUX * 1980 in Brüssel, lebt und arbeitet in Wien

Lea TITZ * 1981 in Graz, lebt und arbeitet in Wien

Johannes VOGL * 1981 in Kaufbeuren (DE), lebt und arbeitet in Berlin und Wien

WHITE CLUB
Johannes KUBIN, * 1977 in Gmunden,
Marianne LANG, * 1979 in Graz,
Birgit PLESCHBERGER, * 1978 in Villach,
Gerald SCHICKER, * 1974 in Gmunden
leben und arbeiten in Salzburg

Vorgeschlagen haben

NIEDERÖSTERREICH
Dieter Buchhart (Kunsthalle Krems)
Katharina Blaas-Pratscher (Kunst im öffentlichen Raum NÖ)

OBERÖSTERREICH
Stella Rollig (Lentos Kunstmuseum Linz)
Martin Hochleitner (Landesgalerie Linz)
Günter Mayer & Luis Wohlmuther (Galerie der Stadt Wels)

STEIERMARK
Adam Budak (Kunsthaus Graz)
Werner Fenz (Kunst im öffentlichen Raum Steiermark)

SALZBURG
Hildegard Fraueneder (Galerie 5020)
Hemma Schmutz (Salzburger Kunstverein)

TIROL
Silvia Eibelmayr (Galerie im Taxispalais)
Stefan Bidner (Kunstraum Innsbruck)

WIEN
Sabine Folie (Generali Foundation)
Eva Maria Stadler (Österreichische Galerie Belvedere)
Sabine B. Vogel (freie Kunstkritikerin & Kuratorin)
Hans-Peter Wipplinger (art:phalanx, Kunstmeile Krems)

KÄRTNTEN
Hedwig Saxenhuber (Springerin Wien & Kunstraum Lakeside)

VORARLBERG
Eckhard Schneider/ Winfried Nussbaummüller (Kunsthaus Bregenz)
Wolfgang Fetz (Magazin 4, Bregenz)

in Zusammenarbeit mit Martin Sturm (Direktor OK), Genoveva Rückert (Kuratorin )


Pressefotos