Sidenavigation and Modules


CyberArts 11

Pressemitteilung vom: 1. September 2011

OK | CYBERARTS 11
Prix Ars Electronica Exhibition

Presseinformation vom: 01.09.2011

Datum: 01.09.2011 - 07.09.2011

Eröffnung: 01.09.2011 - 17:30

Das OK Offenes Kulturhaus Oberösterreich produziert und präsentiert neue, aktuelle Strömungen und Tendenzen in der zeitgenössischen Kunst. Die CyberArts Prix Ars Electronica Ausstellung ist seit Jahren ein wichtiger Teil des ambitionierten Programms von wechselnden Themenausstellungen und Einzelpräsentationen. Die medientechnische Kompetenz des OK und das Know How bei der Produktion von Kunstprojekten kommt auch in der installativen Umsetzung von der Computerkunst zum Tragen. Für das OK als einem langjährigen Partner der Ars Electronica ist die CyberArts ein Höhepunkt im jährlichen Ausstellungsgeschehen:

Der Prix Ars Electronica und CyberArts 2011 präsentieren einen umfassenden Überblick über den aktuellen Stand der digitalen Medienkunst. Mehr als 3.600 Projekte aus 74 Ländern wurden heuer beim 25. Prix Ars Electronica eingereicht. Von internationalen ExpertInnen-Jurys wurden die besten Arbeiten gewählt und in sieben Kategorien Goldene Nicas, Auszeichnungen und Anerkennungen vergeben.
Der Schwerpunkt der CyberArts Ausstellung des OK liegt auf Arbeiten aus den Kategorien Interactive Art, Hybrid Art und Digital Musics & Sound Art – die als Raum- und Soundinstallationen präsentiert werden und zur Interaktion einladen.

Das spannende an der Situation heuer ist die Verschränkung mit der parallel laufenden und sehr erfolgreichen HÖHENRAUSCH.2 Ausstellung. Neben den Räumen im OK, in der unter der thematischen Klammer „Museum“ Arbeiten zusammen gestellt sind, wurden auch zwei Geschoße des City Parkhauses für die CyberArts als „Labor“ adaptiert. Es spiegeln sich auch Trends in der Kür der JurorInnen des Prix Ars Electronica und der Auswahl für die CyberArts Ausstellung: Kultur und Wissenschaft haben unsere Gesellschaft nachträglich verändert (was Thema des AEC und des Festivals ist). Die Medienkunst als Hort einer kritischen Befragung gesellschaftlicher und technologischer Veränderungen nimmt diese Neuerungen in ihr Formenvokabular auf (wie ein 3D Printer bei Be Your Own Souvenir), betreibt Feldforschung (Cinema for Primates) oder forscht zwischen Imagination und Visualisierung (Tropospheric Laboratory), ist gesellschaftlicher Gegenhort und Beispiel zivilen Engagements (MACHT GESCHENKE: DAS KAPITAL), hackt (Newstweek), ironisiert (Safe Cuddling), besetzt Lücken im System (Face to Facebook) oder zeigt auf (die größte Ölpest aller Zeiten in is there a horizon in the deep water?).
Gerade in den Kategorien „Hybrid Art“ und „Interactive Art“ bildet sich die Veränderungsmacht neuer Technologien thematisch und installativ ab: Die Gentechnologie (Pigeon d´Or) und ihre Auswirkungen für die Gesellschaft (May the Horse live in Me), die umfassende digitale Vernetzung und Informiertheit rund um die Uhr und der immer breitere Einsatz computerbasierter Tools (Sentient City Survival Kit) verändern unseren Alltag ebenso, wie soziale Netzwerke à la Facebook (Face to Facebook) neue Verhaltensformen prägen. Nach Jahren des Träumens von einem „Second Life“ ist damit ein virtuelles Parallelleben im WorldWideWeb mit Milliarden von Usern schlicht Realität geworden.

So wurde in der Kategorie „Hybrid Art“ das französische Duo „Art Orienté Objet“ für ihre langjährige ethologische und biologischen Forschung mit dem Ziel Pferdeblut für den Menschen verträglich und zu medizinischen Zwecken nutzbar zu machen (May the Horse live in Me) mit der Goldenen Nica bedacht. Die Auszeichnung Pigeon d’Or von Tuur Van Balen ironisiert die Tendenz synthetischer Biologie Leben zu „designen“, indem Tauben so zu manipuliert werden, dass ihre Ausscheidungen in nützliches Reinigungsmittel transformiert werden. Eine weitere Auszeichnung in dieser Kategorie geht an das Langzeitprojekt MACHT GESCHENKE: DAS KAPITAL von Christin Lahr die täglich einen Cent an das deutsche Finanzministerium überweist und mit der systematischen Abschrift von Karl Marx’ Das Kapital unterfüttert. Mit diesem Akt stößt sie komplexe Themen um ökonomisches und symbolisches Kapital, Schuld und Macht an. Die Übersetzung der binaren Logik des Digitalen in eine total analoge Film-Loop-Installation (Continuization Loop) steht für die Bandbreite der „Hybrid Art“ und die Tendenz in der jüngeren Medienkunst auch die eigene Entwicklung und Geschichte aufzunehmen.

Die Goldene Nica der Kategorie „Interactive Art“ zeichnet mit Newstweek von Julian Oliver und Danja Vasiliev ein Projekt aus, das ein paralleles WLAN etabliert um die Headlines zu manipulieren und so „an den Fakten zu drehen“. Für den dritten Teil ihrer Hacking Monopolism Trilogy erhielten Paolo Cirio und Alessandro Ludovico (nach Google und Amazon) für Face to Facebook eine Auszeichnung, weil sie den Online-Giganten Facebook mit seinen Sicherheitslücken aufs Korn nahmen, eine Million Profile von Facebook entwendeten und in eine eigene Partnerbörse überführten.

Neben diesen stark an gesellschaftspolitischen Themen orientierten Projekten gibt es gerade in der „Interactive Art“ solche, die ein starkes immersives (mit allen Sinnen erfassbar und den Körper einschließendes) Erlebnis bieten mit einem großen, betretbaren Tunnel, mit spannenden optisch-kinetische Effekten phantastische ästhetische Installationen schaffen, dabei digitale Phänomene, wie Pixel ins Dreidimensionale verlagern und manipulierbar machen (Six-Forty by Four-Eighty). Es zeigt sich aber auch die Bandbreite des Interaktiven, die vom kommunikativen Austausch von Herztönen bei Heartbeat Picnic über eine Suchmaschine für gesprochenes Wort in privaten Filmarchiven (algorithmic search for love) bis zu konzeptuellen Arbeiten, wie dem sich selbständig auf ebay verkaufenden Kunstwerk A Tool to Deceive and Slaughter reicht.

Aus der Kategorie „Digital Musics & Sound Art“ wurden zwei Arbeiten stellvertretend ausgewählt: Ein aus synthetischen Klängen und Fieldrecordings generiertes durchkomponiertes Klanggeflecht (Bee), das als Audioinstallation präsentiert wird; und mit A Balloon for … ein Projekt das einlädt über zerplatzende Luftballons den jeweiligen Raum akustisch zu entdecken.

May the Horse Live in Me

Art Orienté Objet / FR
Golden Nica Hybrid Art

Die Performance May the Horse Live in Me ist eine Art „Biokunst“- Versuch, ein Beispiel extremer Körperkunst, und bildet den Höhepunkt der langjährigen ethologischen und biologischen Forschung des Duos Art Orienté Objet. Mittels einer Injektion von Blutplasma werden ein tierischer Organismus (in diesem Fall ein Pferd) und ein menschlicher gekreuzt. Dabei handelt es sich um ernsthafte therapeutische Forschung mit dem Ziel, das Pferdeblut für den Menschen verträglich und zu medizinischen Zwecken nutzbar zu machen. Die inszenierte Bluts verschwisterung in Ljubljana, an der neben Marion Laval-Jeantet und Benoît Mangin auch ein Verhaltensforscher und ein Pferd beteiligt waren, wird in der Ausstellung als Videodokumentation gemeinsam mit sieben Ampullen des Zentauren-Blutes gezeigt.
www.artorienteobjet.com

Cinema for Primates

Rachel Mayeri / US
Honorary Mention Hybrid Art

Cinema for Primates ist eine eigens für Schimpansen im Edinburgher Zoo entwickelte Videoreihe, die zugleich den Abschluss der fünfjährigen Forschungstätigkeit über den Medienbezug von Primaten von der Medienkünstlerin Rachel Mayeri bildet. In Zusammenarbeit mit der vergleichenden Verhaltenswissenschaftlerin Dr. Sarah Jane Vick ist hierdurch ein einzigartiges, speziesübergreifendes Kunst und Wissenschaftsprojekt entstanden. In der Doppelprojektion für die Ausstellung werden dem produzierten Filmdrama die Reaktionen der Primaten gegenübergestellt und von der Primatologin interpretiert.
www.rachelmayeri.com/projects/primate-cinema

Six-Forty by Four-Eighty

Zigelbaum + Coelho
Jamie Zigelbaum, Marcelo Coelho / US
Honorary Mention Interactive Art

Six-Forty by Four-Eighty ist eine interdisziplinäre, interaktive Lichtinstallation, die aus magnetisch-haftenden 3 x 3 x 1,5 Zoll großen Pixelbausteinen, Edelstahl und Fernbedienungen besteht. Die „Pixel“ reagieren auf Berührung, sie wechseln die Farbe und kommunizieren miteinander, indem sie den menschlichen Körper als Leitmedium für digitale Informationen verwenden. Sie lassen sich räumlich neu ordnen und zeitlich in einen Ablauf bringen, sodass man Lichtsituationen konfigurieren kann. Six-Forty by Four-Eighty durchbricht die übliche Rasterung und Top- Down-Kontrolle von Pixeln (am Bildschirm) und inspiriert durch seine interaktive Einfachheit und meditative Ästhetik zu eigenen Gestaltungsmöglichkeiten.
www.six-forty-by-four-eighty.com

Inside the Tropospheric Laboratory

Agnes Meyer-Brandis / DE
Honorary Mention Hybrid Art

Als riesiger und ziemlich verwirrender Daten- und Bildergenerator macht das Tropospheric Laboratory u. a. das für das menschliche Auge unsichtbare Gas-Schwebeteilchen-Gemisch, das den Kern der Wolken (Aerosole) in der Atmosphäre bildet, sichtbar. Es ist eine um eine reale Wolke herum gebaute Metaphernmaschine. Das Labor ist das gravimetrische Dokument des Experiments „Wolken-Kern-Scanner“, eines Kunstprojekts von Agnes Meyer-Brandis, das in temporärer Schwerelosigkeit an Bord eines Forschungsflugzeugs des Deutschen Zentrums für Luft und Raumfahrt stattfand.
www.ffur.de/tropos

Bee

Apostolos Loufopoulos / GR
Award of Distinction Digital Musics & Sound Art

Das 12 Minuten und 52 Sekunden dauernde Werk Bee, arrangiert im Stiegenhaus des Parkdecks, verbindet Aspekte von Field-Recording mit denen einer akusmatischen (ohne erkennbare Geräuschquelle) Komposition. Apostolos Loufopoulos verarbeitet sowohl modifizierte Aufnahmen von Insekten als auch synthetische Klänge und verwebt diese zu einem dichten Klanggeflecht, dessen Bogen von Stille und minimaler Bewegung zu plötzlichen Ausbrüchen reicht.
http://soundcloud.com/apostolosloufopoulos/bee

algorithmic search for love

Julian Palacz / AT
Honorary Mention Interactive Art

Die von Julian Palacz entwickelte Suchmaschine ist in der Lage in privaten Film- & Video-Archiven über Texteingabe gesprochene Sprache zu suchen. Hier wird seine Filmsammlung zum Ausgangspunkt, wobei jedes vorhandene gesprochene Wort und jede Wortreihe zum Suchbegriff werden kann. Bei Eingabe eines Satzes, wie beispielsweise „I love her“ werden nacheinander alle vorhandenen Film- bzw. Video-Ausschnitte gezeigt, die diese Wortsequenz enthalten.
http://palacz.at/algorithmic-search-for-love

Tunnel

Rejane Cantoni, Leonardo Crescenti / BR
Honorary Mention Interactive Art

Tunnel ist eine aus 92 Portalen bestehende immersive kinetische Skulptur, die in Abhängigkeit von der Position und Körpermasse der mit ihr interagierenden Personen in Unordnung gerät, sich hebt, senkt und neigt. Die Arbeit kann von mehreren Personen gleichzeitig betreten werden und verändert sich durch deren Gewicht und Position. Von außen betrachtet erscheint die innere, wellenförmige Bewegung der Installation als spannender kinetisch-optischer Effekt.
www.cantoni-crescenti.com.br

A Balloon for …

Davide Tidoni / IT
Honorary Mention Digital Musics & Sound Art

A Balloon for… ist ein an verschiedenen Orten durchgeführtes Projekt, das die klanglichen Reaktionen dieser lebendig macht. Über zerplatzende Luftballons lädt Davide Tidoni ein, die Einzigartigkeit des jeweiligen akustischen Raums zu entdecken und damit über das Hören die räumliche Komponente neu zu erfahren.
Im OK wird eine Dokumentation von der Untersuchung markanter Orte, wie dem Durchgang beim Lentos, den Stiegen am Dach des AEC oder am OK Höhenrausch gezeigt, aber auch die Möglichkeit geboten bei Nachtführungen mit dem Künstler selbst zu experimentieren.
www.davidetidoni.name/a-balloon-for-a-water-tower

A Tool to Deceive and Slaughter

Caleb Larsen / US
Honorary Mention Interactive Art

Die Arbeit besteht einerseits aus einer Skulptur mit Controller und andererseits aus einem Script, über das sich der glänzende schwarze Kubus auf eBay zum Ersteigern anbietet. Als Kunstwerk, das sich automatisch immer wieder selbst verkauft, hinterfragt es auf intelligente Weise den zeitgenössischen Kunstmarkt und die Idee des Sammelns. Gleichzeitig überschreitet es als programmiertes und technisiertes Werk mit konzeptueller Grundlage leichtfüßig die Grenze zwischen Medienkunst und zeitgenössischer Kunst.
http://atooltodeceiveandslaughter.com

Continuization Loop

Wim Janssen / BE
Honorary Mention Hybrid Art

Ein nur aus schwarzen und transparenten Kadern bestehender 35mm- Film läuft über 150 Führungsrollen und erzeugt so den Eindruck von Videorauschen. Wim Janssens (ganz ohne Projektion) entstandene „Wand aus Film“ greift damit Elemente aus drei Generationen visueller Medien auf: die Materialität des Films, die Leere des Videosignals und die binäre Logik des Digitalen.
www.werktank.org

Face to Facebook – The Hacking Monopolism Trilogy

Paolo Cirio, Alessandro Ludovico / IT
Award of Distinction Interactive Art

Nach kritisch-subversiven Auseinandersetzungen mit Google und Amazon nahmen Cirio und Ludovico als Abschluss ihrer Trilogie Hacking Monopolism den Online-Giganten Facebook ins Visier und haben das Getriebe dieses sozialen Netzwerks mit einer eigens entwickelten Software unterlaufen. Sie haben eine Million Profile von Facebook entwendet, sie mit einem Gesichtserkennungsprogramm gefiltert, die Profile nach Daten- und Gesichtsähnlichkeiten gruppiert und auf eine eigene Partnerbörse – http://lovely-faces.com – gestellt. Das Projekt war gerade einmal eine Woche online, erhielt ein immenses Echo und wurde letztendlich verklagt und vom Netz genommen.
www.face-to-facebook.net

Is there a horizon in the deep water?

HeHe (Helen Evans / UK, Heiko Hansen / DE)
Honorary Mention Hybrid Art

2010 explodierte die Ölplattform Deepwater Horizon und führte zur größten Ölpest der Geschichte. Mit ihrer Performance Is there a horizon in the deep water? arbeiten HeHe die ökologische Katastrophe auf, indem sie das Ereignis en miniature rekonstruieren. Durch das Nachstellen des Desasters als öffentlichen Event im gefluteten Saal des OK hinterfragt das Projekt die Grenzen der Kommerzialisierung. Live erleben wir das furchtbare Ereignis in zugleich vermittelter, wirklicher und simulierter Form mit.
www.hehe.org

Heartbeat Picnic

Junji Watanabe, Yui Kawaguchi, Kyosuke Sakakura, Hideyuki Ando / JP
Honorary Mention Interactive Art

Über Stethoskop und Kopfhörer kann man den eigenen Herzschlag hören. Die Hardware, verpackt in kleinen Picknick-Körbchen, kann an der Ausgabestation in der Cyberarts-Lounge am Parkdeck entliehen werden. Als Picknick inszeniert, können BesucherInnen in dieser kommunikativen Situation ihre Herztöne austauschen.
www.junji.org/eh
A part of this project is supported by Global COE Program, Center of Excellence for Founding Ambient Information Society Infrastructure by Osaka University

Be Your Own Souvenir

blablaLAB / ES
Honorary Mention Hybrid Art

Be Your Own Souvenir lädt abends – in der CyberArts Lounge am Parkdeck – ein, sich das eigene Abbild in Form einer dreidimensionalen Statuette mit nach Hause zu nehmen. Das aus einer 3D-Druckstation bestehende Projekt betreibt eine clevere Demokratisierung von Technologien und ermöglicht es seinen TeilnehmerInnen gleichzeitig KonsumentInnen und ProduzentInnen zu sein. Es schafft dabei Hybride wie den Zuseher-Ausführenden, den Künstler-Touristen oder das Betrachter-Objekt.
www.blablalab.org

Pigeon d‘Or

Tuur Van Balen / BE
Award of Distinction Hybrid Art

Das Projekt Pigeon d’Or, das an der Schnittstelle von Forschung, Kunst und Design angesiedelt ist, spielt mit Tauben als Beispiel für die Anwendung synthetischer Biologie im urbanen Alltag. Es geht dabei von einer möglichen Umwandlung ihrer Städte verschmutzenden Ausscheidungen in ein Reinigungsmittel aus. Die dazu von Tuur van Balen entwickelten Designobjekte ironisieren das Selbstverständnis der synthetischen Biologie „Leben zu designen“: Ein am Fenster montierter Taubenschlag und eine Landevorrichtung für geparkte Autos ermöglichen es, die nun reinigenden Ausscheidungen zum Scheibenwaschen gleich richtig zu verteilen. Debatten über die ethischen, politischen, ökologischen und sicherheitsrelevanten Konsequenzen des Projekts sind vorprogrammiert.
www.tuurvanbalen.com/projects/pigeon-dor

Safe Cuddling

Helge Fischer / DE
Honorary Mention Interactive Art

Mit dem Design eines interaktiven Babyanzugs, der bei zu langer oder intimer Berührung Alarm gibt – spürt Helge Fischer der Zweideutigkeit von Sicherheitsmaßnahmen nach – eben Schutz zu gewähren und gleichzeitig die Angst vor der Gefahr zu verstärken. Der eigentlich als ironischer Kommentar entworfene Safe Cuddling-Anzug hat für überaus ernste Diskussionen gesorgt. Die Videodokumentation zeigt die hitzigen Debatten, die das Projekt mit seiner Sozialkritik und der Auslotung der Grenze zwischen erwünschter, widriger und potenziell missbräuchlicher körperlicher Interaktion ausgelöst hat.
www.hfischer.info/safecuddling.html

Macht Geschenke: Das Kapital

Christin Lahr / DE
Award of Distinction Hybrid Art

Seit 2009 überweist Christin Lahr täglich einen Cent an das deutsche Finanzministerium und nutzt dabei die 108 möglichen Zeichen im Feld „Verwendungszweck“ auf dem Überweisungsformular, um Stück für Stück den gesamten Text von Karl Marx’ Das Kapital – Kritik der politischen Ökonomie zu übertragen. Der Vorgang wird rund 15000 Cent verschlingen und 43 Jahre dauern. Einmal am Tag bringen diese Mikrospenden die Buchführung des Staates durcheinander. In der Cyberarts-Ausstellung nutzt Lahr die als Büro inszenierte Arbeitssituation, um von einem kapitalen Schreibtisch und vom Sessel des Linzer Bürgermeisters Dr. Franz Dobusch aus, die angestoßenen Themen rund um ökonomisches und symbolisches Kapital, Schuld, Macht und Gabe „performativ“ im Gespräch mit den BesucherInnen zu vertiefen.
www.macht-geschenke.de

Newstweek

Julian Oliver / NZ, Dana Vasiliev / RU
Golden Nica Interactive Art

Als vermeintlich zur technischen Infrastruktur von Internet-Hotspots gehörendes Tool ermöglicht es Newstweek, die per WLAN auf das Netz Zugreifenden ohne ihr Wissen empfindlich zu manipulieren – indem die auf Laptops, Smartphones und Tablets gelesenen News verändert werden. Während Nachrichten immer häufiger digital gelesen werden, findet ihre Verbreitung nach wie vor nach einem traditionellen Top-down-Modell (vom Abstrakten zum Konkreten) statt, was sie für Manipulationen anfällig macht. Newstweek greift in dieses Modell ein und bietet den Bürgern die Möglichkeit, ihrerseits die Medien zu manipulieren und ein wenig „an den Fakten zu drehen“. Im Parkdeck gibt es einerseits die Möglichkeit selbst Headlines zu verändern und andererseits steht in der CyberArts Lounge ein eigenes manipuliertes WLAN-Netzwerk zur Verfügung, wofür auch Tablets ausgeborgt werden können.
http://newstweek.com

Sentient City Survival Kit

Mark Shepard / US
Honorary Mention Interactive Art

Der Sentient City Survival Kit erforscht die sozialen, kulturellen und politischen Auswirkungen des ubiquitous computing auf urbane Umgebungen. Das Projekt besteht aus einer Sammlung von Artefakten, Räumen und Medien, die das „Überleben“ in der „empfindsamen“ Stadt der unmittelbaren Zukunft ironisierend behandeln.
Es besteht u. a. aus Kaffeebechern und Unterwäsche, die den RFIDChip- Sensoren im Einkaufszentrum narren. Ein Regenschirm, der mit seinen Lichteffekten jedes Videoüberwachungssystem irritiert, kann in der Ausstellung im Parkdeck erprobt werden kann. Ein eigenwilliges Navigatons-App, das einen etwas finden lässt während man eigentlich etwas anderes sucht, kann bei einer Führung mit dem Künstler getestet werden kann.
http://survival.sentientcity.net

Ars Electronica
ANIMATION FESTIVAL

Neben der CyberArts Ausstellung ist auch das Ars Electronica Animation Festival (2. – 6.9.) Teil des Programms im OK: knapp 40 Stunden Videoprogramm von experimentell-abstrakten Produktionen, Soundvisualisierung, Short-Cuts und Special Effects bis hin zum klassischem Storytelling.

OK NIGHT

Die OK NIGHT am 3. September wird dieses Jahr in Kooperation mit dem Solaris/Moviemento veranstaltet. Sie startet um 20.00 im Moviemento Sommerkino mit dem Electronic Theatre, der Filmshow mit den besten Computeranimationen

Die anschließende Konzertnacht findet im OK Mediendeck statt und wird durch DJs im Solaris ergänzt. Neben den Houztekk-DJs Ned Rise, der derzeit äußerst umtriebig auf gleich mehreren Labels veröffentlicht, und Thomas Saubermann wird der Produzent und Musiker Hans Staudinger das Musikprogramm gestalten.

Houztekk Records präsentiert DORN - „Mund und Ohr gefesselt“, das late night project von Wolfgang Fadi Dorninger.
Ebenfalls am OK-Mediendeck wird der Berliner Sascha Kösch alias DJ Bleed zugange sein. Kösch ist Mitbegründer, -herausgeber und Geschäftsführer der Zeitschrift de:bug.
Das Mediendeck Programm wird ergänzt durch Maximilian M. alias M-Fx, DJ, Produzent und Gründervater von Houztekk Records, sowie von seinem Label-Kollegen Uciel. Die Licht-Gestaltung des Mediendecks übernimmt die Künstlerformation Lichttapete.

OK - Mediendeck:
DORN (live) Katharina Vötter (vocals)
Bleed (de:bug Magazin, Berlin) Maximilian M. (houztekk rec)
Uciel (houztekk rec)
Visuelle Gestaltung: Lichttapete
zu Gast: Julie Monaco (Cover Design)

Solaris:
Ned Rise (houztekk rec)
Hans Staudinger (Schönbrunner Techno)

Öffnungszeiten: Während des Festivals Ars Electronica ist das OK täglich von 10.00 bis 22.00 Uhr geöffnet.
Allgemeine Führungen: täglich 13.30 Uhr und nach Anmeldung +43.732.784178-243

BesucherInnen der OK I CyberArts 2011 können auch die Ausstellung OK I HÖHENRAUSCH.2 besuchen. Eintritt: 10,-/7,- Euro


Pressefotos

Abdruck der Bilder bei Nennung des des Bildtextes honorarfrei.
Um die Bilder downzuloaden, mit rechtem Mausklick "Ziel speichern unter…" auswählen.

Alle Fotos (außer anders angegeben): Otto Saxinger.

MAY THE HORSE LIVE IN ME: Art Orienté Objet
MAY THE HORSE LIVE IN ME: Art Orienté Objet
MAY THE HORSE LIVE IN ME: Art Orienté Objet
MAY THE HORSE LIVE IN ME: Art Orienté Objet
BE YOUR OWN SOUVENIR: blablabLAB
BE YOUR OWN SOUVENIR: blablabLAB
BE YOUR OWN SOUVENIR: blablabLAB
BE YOUR OWN SOUVENIR: blablabLAB
MACHT GESCHENKE: Christin Lahr
MACHT GESCHENKE: Christin Lahr
PIGEON D’OR: Tuur Van Balen
PIGEON D’OR: Tuur Van Balen
PIGEON D’OR: Tuur Van Balen
PIGEON D’OR: Tuur Van Balen
CINEMA FOR PRIMATES: Rachel Mayeri
CINEMA FOR PRIMATES: Rachel Mayeri
CINEMA FOR PRIMATES: Rachel Mayeri
CINEMA FOR PRIMATES: Rachel Mayeri
CONTINUIZATION LOOP: Wim Janssen
CONTINUIZATION LOOP: Wim Janssen
CONTINUIZATION LOOP: Wim Janssen
CONTINUIZATION LOOP: Wim Janssen
TROPOSPHERIC LABORATORY: Agnes Meyer-Brandis
TROPOSPHERIC LABORATORY: Agnes Meyer-Brandis
TROPOSPHERIC LABORATORY: Agnes Meyer-Brandis
TROPOSPHERIC LABORATORY: Agnes Meyer-Brandis
TROPOSPHERIC LABORATORY: Agnes Meyer-Brandis
TROPOSPHERIC LABORATORY: Agnes Meyer-Brandis
TROPOSPHERIC LABORATORY: Agnes Meyer-Brandis
TROPOSPHERIC LABORATORY: Agnes Meyer-Brandis
IS THERE A HORIZON IN THE DEEP WATER?: HeHe
IS THERE A HORIZON IN THE DEEP WATER?: HeHe
IS THERE A HORIZON IN THE DEEP WATER?: HeHe
IS THERE A HORIZON IN THE DEEP WATER?: HeHe
NEWSTWEEK: Julian Oliver, Danja Vasiliev
NEWSTWEEK: Julian Oliver, Danja Vasiliev
NEWSTWEEK: Julian Oliver, Danja Vasiliev
NEWSTWEEK: Julian Oliver, Danja Vasiliev
ALGORITHMIC SEARCH FOR LOVE: Julian Palacz
ALGORITHMIC SEARCH FOR LOVE: Julian Palacz
A TOOL TO DECEIVE AND SLAUGHTER: Caleb Larsen
A TOOL TO DECEIVE AND SLAUGHTER: Caleb Larsen
HEARTBEAT PICNIC: Junji Watanabe, Yui Kawaguchi, Kyosuke Sakakura, Hideyuki Ando
HEARTBEAT PICNIC: Junji Watanabe, Yui Kawaguchi, Kyosuke Sakakura, Hideyuki Ando
HEARTBEAT PICNIC: Junji Watanabe, Yui Kawaguchi, Kyosuke Sakakura, Hideyuki Ando
HEARTBEAT PICNIC: Junji Watanabe, Yui Kawaguchi, Kyosuke Sakakura, Hideyuki Ando
SAFE CUDDLING: Helge Fischer
SAFE CUDDLING: Helge Fischer
SAFE CUDDLING: Helge Fischer
SAFE CUDDLING: Helge Fischer
SIX-FORTY BY FOUR-EIGHTY: Zigelbaum + Coelho
SIX-FORTY BY FOUR-EIGHTY: Zigelbaum + Coelho
SIX-FORTY BY FOUR-EIGHTY: Zigelbaum + Coelho
SIX-FORTY BY FOUR-EIGHTY: Zigelbaum + Coelho
TUNNEL: Rejane Cantoni, Leonardo Crescenti
TUNNEL: Rejane Cantoni, Leonardo Crescenti
TUNNEL: Rejane Cantoni, Leonardo Crescenti
TUNNEL: Rejane Cantoni, Leonardo Crescenti
SENTIENT CITY SURVIVAL KIT: Mark Shepard
SENTIENT CITY SURVIVAL KIT: Mark Shepard
SENTIENT CITY SURVIVAL KIT: Mark Shepard
SENTIENT CITY SURVIVAL KIT: Mark Shepard
CyberArts Lounge
CyberArts Lounge
CyberArts Lounge
CyberArts Lounge