Marko Lulic
„Für Linz - die deutscheste Stadt Österreichs“
Büroturm Bayer (schwarz), Skulptur, 2004, Pappelholz, Spritzlack, 250x60x60cm;
Wolkenspange Bayer (braun), Skulptur, 2004, Pappelholz, Spritzlack, 250x250x60cm
Linz, überschaubare Verhältnisse, Video, 2 DVD Projektionen

 


Herbert Bayer, Gegliederte Wand, 1968/1985
© Bernhard Widder 2000


Herbert Bayer, Chromatisches Tor, 1991
© Bernhard Widder 2000

Als Ansatz für seine Arbeit wählt Marko Lulic die Geschichte der Stadt Linz und ihr Verhältnis von Architektur und Ideologie.
Er befragt die Zusammenhänge von Ideologie, Architektur, öffentlichem Raum und Gesellschaft, indem er bestehende (oder mittlerweile zerstörte) Denkmäler in veränderter, verfremdeter Form nachbaut. Für die Ausstellung im O.K konzipierte Marko Lulic zwei Objekte und eine Videoarbeit, die sowohl auf den öffentlichen Raum als auch auf die Möglichkeit und Unmöglichkeit von Monumenten allgemein Bezug nehmen.
Lulic nimmt Bezug auf zwei Skulpturen, des aus Haag am Hausruck stammenden Bauhaus-Künstlers, -Designers und Architekten Herbert Bayer, dem im Jahr 2000 eine große Ausstellung in der Oberösterreichischen Landesgalerie gewidmet war. Bayer wanderte 1938 in die USA aus und konzipierte zahlreiche architektonische Gestaltungen in Washington, Colorado oder Mexiko City.
Marko Lulic präsentiert zwei installative Objekte, deren Konzeption an die Form der Skulpturen von Bayer „Gegliederte Wand“ (1968/1985) und „Chromatisches Tor“ (1991) angelehnt ist.
Diese Objekte werden in Verbindung mit einem zweiteiligen Video gezeigt, das auf wichtige identitätsstiftende Momente in der Architekturgeschichte von Linz verweist. Lulic‘ Interesse gilt einerseits der Zeit des Wiederaufbaus und dem Funktionalismus der Moderne und andererseits der führenden Rolle, die Linz von Adolf Hitler im Nationalsozialismus zugedacht war. Auf diese Weise sollen zwei einender entgegengesetzte Modelle von Modernisierung konfrontiert werden, die historisch nicht zuletzt durch die Arbeit Herbert Bayers zur Zeit des Nationalsozialismus in Berlin miteinander verzahnt sind.

Marko Lulic
1972 in Wien geboren, in Lika, Kroatien und Wien aufgewachsen
lebt und arbeitet in Wien

 

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