
LIGNA: Radioballett,
Leipzig 2003
|
Die
freie Radiogruppe LIGNA entwirft immer wieder experimentelle Situationen,
die auf die Überschreitung üblicher Anwendungsbereiche der Radiotechnik
bzw. auf die Reaktualisierung ihr innewohnender, aber vergessener oder
ausgeblendeter Möglichkeiten abzielen.
Ein Beispiel dafür
liefert das "Radioballett". Diese das erste Mal in Hamburg 2002
initiierte "Übung in unnötigem Aufenthalt" von Hunderten
am Bahnhof versammelten Menschen wird durch die Anweisungen aus dem Kopfhörer
von mitgebrachten Radios choreographiert.
Die Regie aus dem Äther ermöglicht somit nicht nur die Synchronisierung
von -teilweise am Bahnhof verbotenen - Gesten wie bettelndes Handaufhalten,
sondern auch eine Aneignung des öffentlichen Raumes.
Das O.K rekonstruiert eine solche Aktion als Installation. Während
auf einem Bildschirm eine Dokumentation der Geschehnisse am Leipziger
Bahnhof zu sehen ist und der Raum in die entsprechende Geräuschkulisse
getaucht wird, kann man über einen hausinternen Sender und bereitgestellte
Radiogeräte mittels Kopfhörer die dazugehörige Radiosendung
hören.
LIGNA,
gegründet 1995,
besteht aus den Medientheoretikern und Radiokünstlern Ole Frahm,
Michael Hüners und Torsten Michaelsen, die im Freien Sender Kombinat
(FSK), einem nicht-kommerziellen, lokalen Radio in Hamburg arbeiten.
|