Im Schuljahr 1903/04
besuchten Ludwig Wittgenstein und Adolf Hitler in Linz dieselbe Realschule.
Diese Begebenheit benutzt Michael Blum als Ausgangspunkt für sein
Kunstprojekt. Er gibt seine Absicht bekannt, in Linz ein Mahnmal für
dieses Ereignis zu errichten und fordert die Bevölkerung auf, Reaktionen,
Vorschläge und Meinungen zu diesem Vorhaben abzugeben. Teils heftige
Reaktionen verdeutlichen die unterschiedlichen Narrative zwischen offizieller
Geschichtsschreibung, verdrängten Fakten und individueller Erinnerung.
Fragen nach dem Verhältnis zwischen der Vergangenheit der Stadt und
ihrer Verträglichkeit mit aktuellem City-Branding bzw. mit dem Selbstverständnis
der BewohnerInnen werden aufgeworfen.
Michael Blum ist Künstler und kein Zeitgeschichtler. Sein Projekt
verfolgt keine Recherche, um den HistorikerInnen-Meinungen eine weitere
Expertise hinzuzufügen. Er stellt vielmehr zur Debatte, wer welche
Inhalte mit welchen Mitteln im öffentlichen Raum als gedenkwürdig
klassifizieren darf.
Michael Blum
geb. 1966 in Jerusalem, lebt und arbeitet in Wien und Paris
seine Arbeiten umfassen Video, Fotografie, Publikationen, Installationen
gezeigt u.a. bei Viper Video Festival (Basel), World Wide Video Festival
(Amsterdam), Festival du nouveau cinéma et des nouveaux medias
(Montréal), Biennal of the moving image (Geneva),
MIT List Visual Art Center, Boston, Frankfurter Kunstverein, Centre-Georges-Pompidou,
Paris
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