Tania Bruguera
Poetic Justice
, 2002 – 2003
Videoinstallation
   

Tania Bruguera
Poetic Justice, 2002 - 2003

Die in Havanna lebende Tania Bruguera ist mittlerweile eine der bekanntesten Künsterlnnen Kubas. Sie arbeitet va. mit Installationen, aber auch Performances und Zeichnungen. Ihre Arbeit ist eine Reflexion ihrer kulturellen Umgebung, in der sie das Verhältnis von Ideologie und Macht (durchaus auch aus feministischer Perspektive), aber auch Emigration und Postkolonialismus thematisiert. Sie steht damit in der Tradition von KünstlerInnen, die kulturwissenschaftliche Themen aufgreifen und in ihrer Arbeit künstlerisch übersetzen.

Die Idee für die Installation Poetic Justice entstand bei einem Aufenthalt in Indien, und reflektiert eine koloniale Situation. Der Teebeutel in Indien wird zu einer perfekten Metapher für das Verhältnis von Kolonialherren und Kolonialisierten, ein Verhältnis, das sich nicht nur durch (einseitigen) wirtschaftlichen Transfer sondern auch durch kulturelle Übernahmen und Umdeutungen beschreiben lässt. Bruguera zeigt, wie das Produkt Tee als eine indische Tradition nach England gebracht und dort zur einer original britischen Ware uminterpretiert wurde. Zurück in Indien mutierte der Tee zu etwas Fremdem – zu einem „elitären“ Produkt der Kolonialmacht. Die historische Ebene fügt sie über 8 teesäckchengroße Monitore, auf denen Filmmaterial aus unterschiedlichen Zeiten und Orten gezeigt wird, ein.
51. Biennale Venedig, 2005

Tania Bruguera, geboren 1968 in Kuba, lebt und arbeitet in Havanna u. Chicago
www.taniabruguera.com