SHAKESHAKE
Staatsaffäre
28. Mai - 25. Juli 2004

 

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Maria Falkinger
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Shake - Staatsaffäre
press information from: 
27.05.2004
date: 
28.05.2004 - 25.07.2004
 

Shake Villa Arson, Nizza

Eine Kooperation mit Villa Arson, Nizza
3. Juli bis 10. Oktober 2004
www.villa-arson.org

Konzept: Laurence Gateau, Stella Rollig, Martin Sturm
KuratorInnen: Laurence Gateau, Genoveva Rückert
Künstler: Adel ABDESSEMED, Dennis ADAMS, Saâdane AFIF, Kader ATTIA, Stéphane BERARD, Candice BREITZ, Jota CASTRO, Antonio GALLEGO, Jens HAANING, STATE OF SABOTAGE/Robert JELINEK, Dorit MARGREITER, Lisl PONGER, Julian ROSEFELDT, Juan Esteban SANDOVAL, SOCIAL IMPACT, STALKER, Niek van de STEEG, Tim SHARP, Ben VAUTIER, Luca VITONE, Hoy Cheong WONG, Jun YANG

Sind wir Österreicher? Franzosen? Linzer? Nizzerianer? Oder doch nur BewohnerInnen eines Stadtteils, irgendwo, in einer global vernetzten Welt?

Sind nationales Denken und staatliches Handeln zeitgemäße politische Konzepte? Das Ausstellungsprojekt „Shake – Staatsaffäre“ hinterfragt historisch gewachsene Vorstellungen von „Staat“ und „nationaler Identität“ vor dem Hintergrund der politischen Neuordnung der europäischen Landschaft und der global greifenden ökonomischen Entwicklung. Immer noch, auch im Zeitalter wachsender transnationaler Verflechtungen und Abhängigkeiten wird die eigene Identität und die Identität der Gruppe, der Gemeinschaft, in der wir leben, zuallererst mit dem Begriff der „Nation“ und des „Staates“ in Verbindung gebracht.

Ausgangspunkt der Ausstellung ist ein spielerisches mapping-Projekt von Juan Esteban Sandoval, der im Auftrag der beiden Kunsteinrichtungen die Regionen um Nizza und Linz, ebenso wie die beiden Städte selbst, zu einem Territorium, zu einem regionalen Stadt-Staat vereint.

Auf diesem gemeinsamen Plateau verfolgen die eingeladenen KünstlerInnen unterschiedliche ‚nationale‘ Aspekte der Staatsaffäre. Einzelne Künstler greifen die fiktive Verbindung auf um ortspezifisch zu arbeiten (Stalker, Luca Vitone). Andere untersuchen, was es bedeutet, zu einer Nation zu gehören, für wen welche ‚Grenzen‘ gesetzt werden (Social Impact, Jota Castro) und welche Wirkungsmacht nationale Symbole wie Flaggen oder Hymnen entfalten (Saâdane Afif, Stéphane Bérard, Antonio Gallego). Die Frage nach dem „Staatsbürger“ wird thematisiert, ebenso wie und in welcher Form die „Fremden“ im eigenen Land wahrgenommen werden und welche Zuschreibungen, Ausschlüsse und Klischees damit verbunden sind (Kader Attia, Lisl Ponger, Julian Rosefeldt, Jens Haaning, Jun Yang). Sie zeigen, dass Sprachkompetenz ein entscheidendes Kriterium ist, ob ‚man‘ dazugehört oder nicht (Candice Breitz). KünstlerInnen entwickeln Alternativen (Niek van der Steeg), beschäftigen sich mit der historischen Dimension (Dennis Adams, Hoy Cheong Wong, Tim Sharp) und dem sozialen Kontext (Adel Abdessemed, Dorit Margreiter), plädieren für eine ‚ethnische Internationale‘ (Ben Vautier) oder gründen selber neue Staaten (SOS – Robert Jelinek).

Bei der Auswahl der Projekte wurde besonders auf einen ironisch-subversiven Ton der Auseinandersetzung geachtet.

Die Idee und das Konzept der Ausstellung wurden in enger Kooperation mit der Villa Arson in Nizza entwickelt. Die Auswahl der KünstlerInnen erfolgte gemeinsam. Die Villa Arson ist eine angesehene französische Kunsteinrichtung für Gegenwartskunst und verfolgt ein ähnliches Konzept wie das O.K: Beide Institutionen arbeiten sehr künstlerorientiert, haben gute Produktionsstrukturen und Ateliers für Residency- und StipendiatInnenaufenthalte.

Den Rahmen für die Ausstellung bildet ein Netzwerk von acht europäischen Kunsteinrichtungen, die unter dem Titel SHAKE sieben große Ausstellungen zeitgleich im Frühjahr/Sommer 2004 organisieren, die gemeinsam in einem zweibändigen Katalog präsentiert werden.


 

Adel Abdessemed /DZ

„Un cri court“, 1998

Das sehr persönliche Video-Porträt eines befreundeten algerischen Dirigenten, der ein auf klassische westliche Musik ausgerichtetes Orchester leitet. Vom Künstler gebeten sich zu überwinden und seinen Schmerz so laut wie möglich zum Ausdruck zu bringen, springt der Mann zum tickenden Metronom und schreit dabei. Die gequälten Laute erscheinen in Ihrer Einförmigkeit und Rhythmik wie ein befremdlicher Ausdruck eines rituellen Gesangs oder Gebets.

Adel Abdessemed, geboren 1971 in, Constatine, Algerien, lebt und arbeitet in Berlin


 

Dennis Adams /US

„Recovered“ /10 on 10”, 1993

In einer Edition von 10 Büchern kombiniert Adams Siebdrucke von Stadtvierteln aus Marseille, die von algerischen MigrantInnen bewohnt werden mit jeweils einer Fotografie einer unverschleierten algerischen Frau. Die Portraits stammen von Marc Garanger, der nach dem Algerienkrieg in den 50er Jahren eine Volkszählung im Auftrag der französischen Regierung durchführte. Das Frauenporträt auf der letzten Seite bleibt durch die Stadtaufnahmen zur Hälfte verdeckt und vermittelt so die als koloniale Demütigung und Missachtung der algerischen Kultur empfundenen Fotografien.

Dennis Adams, geboren 1948 in Des Moines, Iowa, lebt und arbeitet in New York


 

Saâdane Afif /FR

„National (Linz)“, 2004

Die aus einfachen Farbformeln bestehenden Flaggen sind auch dann noch lesbar, wenn sie wie in der Arbeit von Saâdane Afif aus Bekleidung bestehen. Als Serie konzipiert, ist in der Zusammenstellung regional typischer Kleidungstücke, wie in „National (Linz)“, immer wieder die französischen Flagge erkennbar - ein Verweis auf die Vermischung der fremden Nation mit dem regionalen Kontext.

Saâdane Afif, geboren 1970, lebt und arbeitet in Paris


 

Kader Attia /FR

„Correspondance“, 2003

In dem zweiteiligen Video wird auf einer sehr persönlichen Ebene die Migrationsbewegung aus den Maghrebstaaten nach Frankreich und die Schizophrenität nationaler Identität greifbar. Die in Algerien und in Paris lebenden Mitglieder seiner Familie verbindet Attia in dem ersten Teil über Videosequenzen und Familienfotos. Im zweiten Teil des Videos stellt sich die heiratswillige, algerische Cousine des Künstlers, einem vermeintlichen zukünftigen französischen Bräutigam vor.

Kader Attia, geboren 1970 in Dugny (Seine Saint-Denis, FR); lebt und arbeitet in Paris


 

Stéphane Bérard / FR

"Attempt to participation to J.O. of Nagano, under the colors of the Gabonese Republic“

„Fire Proof Flags“, 2002 – 2004

"Information Highway", 2004

Die Identifikation mit einem Nationalstaat oder dem Nationen-Staat, bedarf der performativen Wiederholung konstitutiver Elemente in Sprache, Kultur, Sport und Religion. Nationale Symbole wie kulturelle Güter, Flaggen und Hymnen erhalten in den Arbeiten von Bérard eine ironische Wendung:
Der im Sport übliche Wettkampf der Nationen wird durch den Versuch unterlaufen, unter der gabunesischen Flagge für die olympischen Spiele zu starten ("Attempt to participation to J.O. of Nagano, under the colors of the Gabonese Republic“)
Ein politisches Statement sind die „Fire Proof Flags“, 2002 – 2004 – feuergetestete Flaggen Israels, Großbritanniens, der USA und Frankreichs.
In der neu produzierten Arbeit "Information Highway", 2004 ist der /die AusländerIn in einer ersten Lektion aufgefordert, anhand einer österreichischen Straßenkarte Deutsch über Autobahn- und Straßenbezeichnungen zu lernen.

http://www.documentsdartistes.org/artistes/berard/page1.html

Stéphane Bérards, geboren 1966, lebt und arbeitet in Paca (Marseille)


 

Candice Breitz /ZA/DE

„Alien (Ten Songs from Beyond)“, 2003

Mit Sprache als Aus- oder Einschluss-/Akzeptanz-/Konstruktionskriterium für die Zugehörigkeit zu einer nationalen „Gemeinschaft“ beschäftigt sich Candice Breitz. Ausgehend von Hymnen und Liedern, die zum Kulturgut einer Nation zählen, entsteht in der Installation „Alien (Ten Songs from Beyond)“, 2003 eine eigenartige Aufladung schon allein dadurch, dass eingewanderte Deutsche vor dem Hintergrund repräsentativer Bauten in Berlin ihre Lippen zu deutschem Liedgut bewegen.

Candice Breitz, geboren 1972 in Johannesburg, lebt und arbeitet in Berlin


 

Jota Castro /PE/BE

„Willkommen Fremde“, 2004

Mit in die österreichische Fahne eingearbeiteten Hinweisen in den drei meistgesprochenen Sprachen illegaler Einwanderer – Rumänisch, Bulgarisch und Russisch – begrüßt der Künstler und politische Aktivist Jota Castro diejenigen, die dieser Sprachen mächtig sind in der Ausstellung. So werden diese Einwanderer, die sich jeder Statistik entziehen, sichtbar.

Jota Castro, geboren 1969 in Peru, lebt und arbeitet in Brüssel


 

Wong Hoy Cheong /MY

"RE:Looking", 2002 - 2004

In einer komplexen räumlichen Inszenierung erzählt Wong Hoy Cheong in "RE:Looking“ die fiktive Geschichte von der Herrschaft des malaysischen Königshauses in Österreich - mit dem Medium des Dokumentarfilms, unterstützt von einer Homepage.

http://www.relooking-mbc.com

Wong Hoy Cheong, geboren 1960 in Penang , Malaysia; lebt und arbeitet in Kuala Lumpur (MY) und London


 

Antonio Gallego /FR

„Trashflags # 3 – Linz“, 2004

25 Kartontafeln, bemalt mit den Flaggen der EU, werden in der Mitte so geknickt, dass sie wie kleine Hütten stehen und an notdürftige Behausungen erinnern - eine Metapher für den labilen Schutz der seit erstem Mai erweiterten Staatengemeinschaft.

Antonio Gallego, geboren 1956 in Villenne sur Seine/France, lebt und arbeitet in Paris


 

Jens Haaning /DK

„Foreigners Free“, 1997 – 2001

Mit freiem Eintritt für Ausländer im O.K Centrum für Gegenwartskunst ist die Institution gefordert Stellung zu beziehen und sich beim Eintritt in die Ausstellung mit ihren BesucherInnen über die Definition von „Ausländern“ und dem „Nachweis“ darüber auseinander zu setzen.

http://www.jenshaaning.com

Jens Haaning, geboren 1965 in Kopenhagen, lebt und arbeitet in Kopenhagen und Berlin


 

State of Sabotoge (SoS) / Robert Jelinek /AT

„SoS Gate - Territorial Phantom“, 2004

Die 2003 von Robert Jelinek mit KünstlerkollegInnen gegründete Mikronation State of Sabotage (SoS), unterwandert bestehende nationale Konventionen. Neben dem temporär eingerichteten SoS Konsulat wird in einer vierteiligen Video-Dokumentation u. a. die Konstituierung des Staates und sein reales Territorium in Australien gezeigt. Analog zu den identifikationsstiftenden Momenten einer Nation – von Pässen und Fahnen über Nationaldenkmäler bis zum Nationalgericht, entwickelte SoS eigene Repräsentationsformen. Als subversiven Verweis und visuelles Zeichen hinterlässt SoS dauerhaft installierte Kanaldeckel (in Linz und Nizza). Für die BesucherInnen besteht die Möglichkeit, zum Staatsbürger der Künstlernation zu werden und an dem laufenden Prozess der Anerkennung als souveräner Staat teilzuhaben.

http://www.sabotage.at/

Robert Jelinek, geboren 1970 in Pilsen, CZ; lebt und arbeitet in Wien und Baldrockistan, SoS


 

Dorit Margreiter /AT

„The World May Not Be Deep, But It Is Definitly Shallow and Wide“, 2004

Dorit Margreiter porträtiert in ihrer Videoarbeit die "outdoor" Shopping Mall - "The Grove", die wie das Zentrum einer Kleinstadt – als künstlicher Stadt-Staat gebaut ist, aber mitten in Los Angeles liegt.

Dorit Margreiter, geboren 1967 in Wien; lebt und arbeitet in Wien und Los Angeles, USA


 

Lisl Ponger /DE/AT

„Phantom fremdes Wien“, 1991 - 2004

Ausgangspunkt der Arbeit sind Pongers 1991 - 1992 entstandene Super 8 Filme, die in der Publikation „Fremdes Wien“ und der gleichnamigen Fotoserie mündeten.
In „Phantom fremdes Wien“, 2004 reflektiert Lisl Ponger ihren Blick auf das multikulturelle Wien in der Neusichtung des Materials. Den Bildern der MinderheitsösterreicherInnen aus der ersten Fassung werden die Reflexion über die Entstehung und der Blick auf das „exotische“ Wien als Film gegenüber gestellt.

Lisl Ponger, geboren 1947 in Nürnberg, DE; lebt in Wien


 

Julian Rosefeldt /DE

„Asylum“, 2001/02

Stereotype Vorstellungen ethnischer Minderheiten - von der exotischen Thailänderin über den chinesischen Koch bis zu türkischen Müllmännern - überzeichnet und konterkariert Julian Rosefeldt in den sorgfältig inszenierten „Tableau Vivants“ der raumgreifenden Videoinstallation „Asylum“.

Julian Rosefeldt, geboren 1965 in München; lebt und arbeitet in Berlin


 

Juan Esteban Sandoval /CO/IT

„soundomat“, 2004

Die Verschmelzung der beiden Regionen um Linz und Nizza zu einem Territorium war der Ausgangspunkt für die Ausstellung. Die kontinuierliche Weiterführung des „merging territories project, 2004“ und die Dokumentation seiner Recherchen und Kontakte (va. zu MAIZ, Radio Fro und Medea) im Zuge seiner Aufenthalte in Linz und Nizza dokumentiert Sandoval in einer Wandarbeit. Für den öffentlichen Raum konnte in einer Kooperation die Linz Linien AG gewonnen werden, Staßenbahnticket-Automaten für die Audioinstallation „soundomat“, 2004 zur Verfügung zu stellen. An Unionkreuzung, Taubenmarkt und am Arenaplatz vor dem O.K sind an den präparierten Automaten Gespräche mit und Musikstücke von MigrantInnen wählbar und machen die oft unsichtbaren unterschiedlichen Kulturen im Stadtraum hörbar.

http://www.cittadellarte.it/agora/cv_juan_esteban_e.html

Juan Esteban Sandoval, geboren 1972 in Medellín, Kolumbien, lebt und arbeitet in Turin and Biella, Italien


 

Social Impact /AT

„border rescue“, 2003

Das langfristige Projekt über illegale Grenzübertritte von Tschechien nach Österreich wird im O.K in Form von Wanderführern präsentiert. Broschüre und Homepage http://www.social-impact.at/ mit Anleitungen zur illegalen Einwanderung waren bereits in der Vergangenheit Auslöser hitziger medialer Diskussionen.

SOCIAL IMPACT /// Harald Schmutzhard, geboren 1965, lebt und arbeitet in Linz, Gründung der Künstlergruppe Social Impact (1997) mit dem Ziel der Thematisierung soziopolitischer Konflikte


 

Stalker /IT

„Kleinmünchen Gastmahl“, 2004

Mit ausgegrenzten Gruppen bzw. kulturellen Gruppierungen innerhalb einer städtischen Gemeinschaft beschäftigt sich die Gruppe Stalker. In Form einer „Fraschetta“ – einer italienischen Festtradition, in der Getränke frei, das Essen jedoch selbst mitzubringen ist, laden sie jeweils in Linz und in Nizza zum Gastmahl. Die Dokumentation des im Gelände Spinnerei / ehem. Voestsiedlung stattgefundenen „Geste der Gastfreundschaft“ wird in der Ausstellung gezeigt und verdeutlicht in der Gegenschau mit der Veranstaltung in Nizza die unterschiedlichen regionalen und sozialen Strukturen.

http://www.stalkerlab.it/

Künstlerkollektiv und Aktivistengruppe gegründet 1995, Aldo Innocenti, Valerio Romito, Francesco Carreri, leben und arbeiten in Rom


 

Niek van de Steeg / NL/FR

„Structures de Correction : La Table de Debat“, 2000 - 2004

Niek van de Steeg untersucht in einer Serie von Rauminstallationen – den „Structure de Correction“ die offensichtlichen aber auch verborgenen demokratischen Strukturen und übersetzt sie in die Form eines labilen Verhandlungstisches.
In der Installation im O.K ist der Tisch der Debatte von Fragen zu nationaler Identität gewidmet, in die auch die AusstellungsbesucherInnen über Vermittlungsprogramme einbezogen werden.

http://www.tgad.com/

Niek van de Steeg, geboren 1961 in den Niederlanden, lebt und arbeitet in Lyon/ F


 

Tim Sharp /GB/AT

„I_D_Entities / SCRAM“, 2004

Die historische Dimension nationaler Identität und ihre visuelle Repräsentation am Beispiel Helgolands, das das Deutsche Reich Ende 1890 von Großbritannien gegen Sansibar eingetauscht hatte, ist Thema von Tim Sharp.
In handkolorierte Fotografien von Helgoland wird die historische Aufnahme einer afrikanischen Frau montiert und mit aktuellen Anleitungen zum Erhalt einer neuen Identität unterlegt.

Tim Sharp, geboren in Perth, Schottland; lebt und arbeitet in Wien seit 1978.


 

Ben Vautier /FR

„Ben Vautier kam nach Linz und sprach“, 2004

In seiner Arbeit für Linz setzt Ben Vautier seine seit den 60er Jahren andauernde, auf der website http://ethnisme.ben-vautier.com/ ausführlich dokumentierte, Beschäftigung mit Ethnizismus fort. Sein ideologischer Ansatz und sein Plädoyer für eine ethnische Internationale bilden eine Gegenposition zu nationalen Betrachtungsweisen und Grenzziehungen und regt gerade vor dem Hintergrund ethnisch motivierter Kriege zur Auseinandersetzung an. Mit einer graffiti-artigen Wandarbeit postuliert Vautier ein Statement und verdeutlicht mit dem Buch „La clef“ seine Haltung.

Ben Vautier, geboren 1935 in Neapel, Italien, lebt und arbeitet in Nice, Frankreich


 

Luca Vitone /IT

„Verso oltralpe, verso sudovest“, 2004

errichtet eine Aussichtsplattform auf dem Dach des O.K, wo durch ein präpariertes Fernrohr die im Südwesten liegende beflaggte Villa Arson in Nizza zu erkennen ist. Das rote Rad auf schwarzem Grund – ein Konglomerat aus Anarchisten- und Roma-Flagge bildet eine subtile Referenz, durch die beide Häuser verbunden werden. Auf der symbolischen Ebene bezieht er sich auf das gesamteuropäische Phänomen der fahrenden und verstreuten Roma. Mit seiner ebenfalls gezeigten Arbeit „Wide City“ 1998 bietet er den beiden Institutionen einen gemeinsamen Rahmen für die Auseinandersetzung mit dem europäischen Raum, seinen Minderheiten, seinen inneren und äußeren Grenzen.

Luca Vitone, geboren 1964 in Genova, lebt und arbeitet in Milano, Italien


 

Jun Yang /CN/AT

"Camouflage. LOOK like them TALK like them", 2002/2003

Der urbane Raum ist nicht nur etymologisch die Wurzel der Staatsbürgerschaft (franz. citoyen) sondern steht auch historisch für die Freiheit der Bürger.
Vor dem Hintergrund der Anonymität im urbanen Raum erzählt Jun Yang drei konkrete Geschichten von Fremd- oder Illegal-Sein - verschmolzen in der Person X.

Jun Yang, geboren 1975 in China; lebt und arbeitet in Wien

SHAKE NIGHT 9. Juli 2004

 

AUSLÄNDER RAUS - SCHLINGENSIEFS CONTAINER

19.00 Uhr Moviemento Kino
Film, A 2002, Digi-Beta, Farbe und Schwarzweiss, 90 Minuten
Regie: Paul Poet

LICHTER

21.00 Uhr Sommerkino
Film, Deutschland 2002 - Regie: Hans-Christian Schmid

Oliver Hangl

OK On Ear

Anschl. Ca. 23.00 Uhr
Konzerte und DJs parallel im O.K Mediendeck und Sommerkino und über Kopfhörer Zweikanalton zu empfangen

Staatsbankett State of Sabotage

24.00 im Zwischendeck O.K
SOUP OF SABOTAGE

Party Mediendeck

ca. 1 Uhr

DIE STAATSOPERETTE

1.00 Uhr Moviemento Kino
Film, A 1977, Farbe, 67 Minuten
Regie: Franz Novotny

Pressefotos

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Julian Rosefeldt
Asylum, 2001/02
Foto: Otto Saxinger

Wong Hoy Cheong
RE:Looking, 2002 - 2004
Foto: Otto Saxinger
Lisl Ponger
Phantom fremdes Wien, 1991 - 2004
Foto: Otto Saxinger

Juan Esteban Sandoval
soundomat, 2004
Foto: Otto Saxinger
 
Niek van de Steeg
Structures de Correction: La Table de Debat, 2000 - 2004
Foto: Otto Saxinger

Dennis Adams
Recovere / 10 on 10, 1993
Foto: Otto Saxinger
Saâdane Afif
National (Linz), 2004
Foto: Otto Saxinger
 
Candice Breitz
Alien (Ten Songs from Beyond), 2003
Foto: Otto Saxinger
Jota Castro
Willkommen Fremde, 2004
Foto: Otto Saxinger

Antonio Gallego
Trashflags # 3 ­ Linz, 2004
Foto: Otto Saxinger
 
Tim Sharp
I_D_Entities / SCRAM, 2004
Foto: Otto Saxinger
 
State of Sabotoge / Robert JelineK
SoS Gate - Territorial Phantom, 2004
Foto: Otto Saxinger
Luca Vitone
Verso oltralpe, verso sudovest, 2004
Foto: Otto Saxinger

Jun Yang
Camouflage. LOOK like them TALK like them, 2002/2003
Foto: Otto Saxinger

 

 

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